Beckstein zur Fischer-Visa-Affäre: "Özdemir treibt Schindluder mit den Interessen der hier lebenden Türken Erleichterung türkischer Verwandtenbesuche hat nichts mit organisiertem Menschenhandel und Zwangsprostitution zu tun"
Als Akt höchster Verzweiflung hat Bayerns Innenminister Dr. Günther Beckstein Attacken des Grünen - Politikers Cem Özdemir zu Äußerungen Becksteins aus dem Jahr 2002 über die Erleichterung von Verwandtenbesuchen aus der Türkei bezeichnet. Beckstein: "Die Grünen fordern gegen alle wirtschaftliche und politische Vernunft die EU-Vollmitgliedschaft der Türkei, die im Ergebnis völlige Reisefreiheit zur Folge hätte. Gleichzeitig kritisieren sie mich für mein seinerzeitiges Eintreten für Verwandtenbesuche aus der Türkei für hier lebende türkische Mitbürger unter ausdrücklichem Ausschluss von Missbrauchsmöglichkeiten. Das ist mehr als schizophren. Die Grünen sind sich nicht zu schade, unsere türkischen Mitbürger in ihre zwanghaften Rechtfertigungsversuche einzubeziehen, wenn sie deren Interessen in einen Zusammenhang mit der von Bundesaußenminister Joschka Fischer begünstigten Einschleusung von Zwangsprostituierten und Schwarzarbeitern stellen."
Beckstein hatte Ende August 2002 zu einem Artikel der türkischen Zeitung Hürriyet festgestellt, dass er eine baldige EU-Mitgliedschaft der Türkei für unrealistisch halte. Wörtlich fügte er hinzu: "Die Türkei hat hier noch einen weiten Weg zur EU vor sich. Das müssen die Menschen wissen. Deshalb halte ich es für besser, dass die Türkei auf schnelle Verhandlungen über Erleichterungen im Visumsbereich etwa bei Verwandtenbesuchen zielt." Beckstein hatte damals aber ebenso deutlich gemacht, dass Erleichterungen im Visumsbereich nur vorstellbar sind, wenn durch ein Rücknahmeabkommen sichergestellt ist, dass im Falle eines Missbrauchs oder auch bei Beantragung von Sozialhilfe eine sofortige Aufenthaltsbeendigung möglich ist. Für Beckstein wären entsprechende Besuchserleichterungen ein wesentliches Element einer privilegierten Partnerschaft mit der Türkei.