Drastischer Einbruch bei Baugenehmigungen in Bayern
Beckstein: "Steuer- und Wirtschaftspolitik der Bundesregierung verunsichert Investoren"
Im 1. Quartal 2005 sank die Zahl der Baugenehmigungen in Bayern gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 38 % von 19.711 auf 12.218. "Dies ist der stärkste Einbruch im 1. Quartal seit über 20 Jahren. Die Steuer- und Wirtschaftspolitik der Bundesregierung verunsichert die Investoren", so Innenminister Dr. Günther Beckstein zu den aktuellen Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung.
Bei derart geringer Wohnungsbaubereitschaft drohen wegen des stetigen Anwachsens der Zahl der Privathaushalte in Bayern kurz- bis mittelfristig Engpässe bei der Wohnraumversorgung. "Mit der Verschlechterung der steuerrechtlichen Abschreibungsmöglichkeiten im Mietwohnungsbau, der Änderung des Mietrechts zu Lasten der Vermieter, der ständigen Angriffe auf die Eigenheimzulage und der Vorlage eines weltfremden Entwurfs für ein Antidiskriminierungsgesetz hat die rot-grüne Bundesregierung seit ihren Amtantritt 1998 das Klima für Investitionen im Wohnungsbau kontinuierlich verschlechtert. Bauherren und Investoren brauchen wieder attraktive Rahmenbedingungen und Planungssicherheit", betonte Beckstein.
Der Rückgang ist insbesondere auf die starke Abnahme der Baugenehmigungen für Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern zurückzuführen. Die Zahl der genehmigten Einfamilienhäuser sank um 40,9 % auf 9.791, die Zahl der genehmigten Wohnungen in Zweifamilienhäusern um 59,1 % auf 1.220. Bei den Baufreigaben für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern, die noch im 2. Halbjahr 2004 eine positive Tendenz aufwiesen, kam es nun ebenfalls wieder zu einem deutlichen Rückgang. Hier wurden nur 3.622 Wohnungen und damit um 15 % weniger als im 1. Quartal des Vorjahres zum Bau freigegeben.