Zum echten Blockhaus gehört auch ein Ziegeldach
* Fränkischer Holzfäller aus dem Steigerwald realisierte Traumhaus in kanadischer Bauweise
* Einheimische über 90jährige Kiefern, Eichen und Lärchen lieferten den Baustoff
* Naturrote Dachziegel stehen in heiterem Kontrast zum Holz
* Geschwungene Marko-Pfannen von Walther nehmen Modellierung der Wandkonstruktion auf
Dass die Naturbaustoffe Dachziegel und Holz auf optisch reizvolle Weise miteinander harmonieren und im System funktionieren, beweist das von Bauherr Wolfgang Buheitel am Rande der fränkischen Stadt Scheinfeld realisierte kanadische Blockhaus. Blickfang des behaglich anmutenden, exklusiven Eigenheims ist das mächtige Dach, gedeckt mit naturroten Marko-Pfannen des Unternehmens Walther Dachziegel. Buheitel (39), mit Holz aufgewachsen und vertraut, arbeitet als selbst-ständiger Holzfäller im Forst der schwarzenbergischen Fors-tverwaltung im Steigerwald. Natur- und umweltbewusst, reifte in ihm der Gedanke, den nachwachsenden Rohstoff Holz auch für den Bau eines echten kanadischen Blockhauses zu verwenden. Dank seines Berufes konnte er über die Jahre "vor Ort" geeignete Stämme von über 90jährigen Kiefern, Eichen, Lärchen und Bunthölzern auswählen, per Hand schälen und zum Trocknen lagern. Schließlich begann er, die Idee in die Tat umzusetzen. Nach dem Erwerb des Grundstücks beauftragte er einen Wünschelrutengänger, der den Brunnen suchte und Erdstrahlen ausmachte. Entsprechend wurde der Grundriss des Hauses eingemessen, so dass eine Nutzfläche in Erd- und Obergeschoss von insgesamt rund 200 m² entstand. Es wurden Ringfundamente ausgebaggert, ausbetoniert sowie die 160 m² Betonplatte gegossen.
Parallel belegte der agile Bauherr einen Kurs für den Blockhausbau und erlernte die notwendige Fertigkeit im Umgang mit der Motorsäge sowie das millimetergenaue Schneiden des Holzes als absolute Voraussetzung für die praktische Arbeit. Gemeinsam mit zwei, mit der kanadischen Bauweise vertrauten Zimmererleuten wurde dann der Baukörper in Angriff genommen. Für den Sockel kamen Eichenblöcke im Format 20x20cm zum Einsatz. Als Außenwände verarbeitete er Rundhölzer in einer Blockwandstärke von 25cm. Der Dachstuhl besteht aus Rundhölzern, einer
3cm dicken Schalung aus Altkiefer und entspricht mit 25cm Wärmedämmung der geltenden Wärmeschutzverordnung. Die innere Blockwand wurde vertäfelt und in der Zwischenschicht mit Zellulose isoliert. Für Vertäfelungen, Decken und Türen sowie Fußböden kamen mit Wachs behandelte Buntlaubhölzer zum Einsatz.
So selbstverständlich Bauherr Buheitel sich für Holz als Wandbaustoff entschied, so selbst-verständlich gehörte für ihn gebrannter Ton aufs Dach. In der Modellauswahl orientierte er sich an Dachziegeln, wie sie vielerorts in Mittelmeerländern üblich sind. Diesen Vorstellungen entsprach die temperamentvoll geschwungene Marko-Pfanne von Walther, die aufgrund der Strukturierung ein reizvolles Licht- und Schattenspiel auf dem Dach bewirkt. Neben mediterraner Optik überzeugte der Dachziegel durch höchste Sicherheit dank doppelter Seiten- und Kopfverfalzung sowie dreifacher Überdeckung im Vierziegeleck. Dauerhaft fester Halt auch bei extremer Witterung wird so gewährleistet. Gemeinsam mit dem Fachmann wurde die 250 m² Dachfläche mit Marko-Pfannen eingedeckt. Die Ausbildung der Kehlen erfolgte in Kupfer.
Die Besonderheit des kanadischen Blockhauses im Steigerwald liegt auch in dem riesigen Dachüberstand von 1,50 m bis 2,00 m. "Diese Konstruktion ist notwendig, damit das verbaute
Holz möglichst nie mehr nass wird. Aus diesem Grund kann auch auf die Verwendung von Holzschutzmitteln verzichtet werden. Hinzu kommt, dass in Kiefern sehr viel Harz eingelagert ist,
der durch das Trocknen nach außen zieht und an der äußeren Fläche eine 2mm starke Patina bildet, die wirksam als Holzschutz fungiert", erläutert der Hausherr.
Der von Nachbarn und Besuchern mit großem Interesse begleitete Bau des Blockhauses ist jetzt abgeschlossen. Beheizt wird das Gebäude mit Holz über einen Feststoffbrenner. In Kürze wird das Dach mit einer Solaranlage ausgestattet. Die vom Ingenieurbüro Dieter Rother aus München erstellte Energieberechnung weist einen Heizenergiebedarf von 6 kw pro m² Wohnfläche und Jahr aus. "Insgesamt entstand ein optisch reizvolles und kostensparendes Ökohaus, das zudem ein gutes Wohnraumklima aufweist. Die rundlichen Innenwände wirken darüber hinaus angenehm beruhigend. Die geschwungenen naturroten Dachziegel nehmen die Modellierung der Rundhölzer in der Wand auf und stehen im heiteren Kontrast zum Holz", resümiert Wolfgang Buheitel. Wie er verrät, liegt bereits entsprechend zugeschnittenes Holz bereit, um im nächsten Jahr eine kleine Blockhütte zu errichten. "Mir hat die Aktion sehr viel Spaß gemacht, und ich möchte gerne weiter in diesem Metier aktiv bleiben."