Gemeinsame Presseerklärung von Reporter ohne Grenzen, amnesty international und dem Writers in Prison Committee des P.E.N. / An

Gemeinsame Presseerklärung von Reporter ohne Grenzen, amnesty international und dem Writers in Prison Committee des P.E.N. / Angola: Menschenrechtsorganisationen fordern Aufklärung des Mordes an Ricardo de Mello
Reporter ohne Grenzen

(Verbandspresse, 17.01.2005 11:08)

(Berlin/Darmstadt) - Am 18. Januar vor zehn Jahren wurde der angolanische Journalist Ricardo de Mello erschossen. Zwei Tage zuvor hatte er einen Artikel veröffentlicht über angebliche Verwicklungen der Präsidentengattin in illegale Diamantengeschäfte. Die angolanischen Behörden haben bis heute keinen ernsthaften Versuch unternommen, den Mord aufzuklären. Daher haben Reporter ohne Grenzen, amnesty international und das Writers in Prison Committee des P.E.N. erneut an den angolanischen Botschafter in Deutschland appelliert, sich für die Ermittlung und Bestrafung der Verantwortlichen einzusetzen.In ihren Briefen weisen die Menschenrechtsorganisationen darauf hin, dass mangelnde Strafverfolgung ein gefährliches Signal ist. Deswegen müssten die Schuldigen gefunden und verurteilt werden. Auch haben die Organisationen zum wiederholten Mal um Informationen zum Stand der Ermittlungen gebeten.

Ricardo de Mello wurde am 18. Januar 1995 durch einen Schuss aus nächster Nähe getötet. De Mello war Chef der unabhängigen Tageszeitung Imparcial Fax und hatte mehrfach Morddrohungen aus Kreisen des staatlichen Sicherheitsdienstes erhalten. Er hatte über Korruption in der Regierung berichtet sowie über die angebliche Verwicklung der Frau des Präsidenten José Eduardo dos Santos in illegalen Diamantenhandel.

Die Behörden stellten schon nach kurzer Zeit die Untersuchung des Verbrechens ein. Weltweite Proteste führten zu einer Wiederaufnahme.
Daraufhin wurden de Mellos Frau und ein ehemaliger Kollege belastet. Doch die Indizien waren widersprüchlich. Vermutlich sollten so die wahren Hintergründe vertuscht werden. Es wurde nicht weiter ermittelt.

Reporter ohne Grenzen, amnesty international und P.E.N. haben in den vergangenen Jahren mehrfach auf den ungelösten Fall hingewiesen und die angolanische Regierung aufgefordert, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Die angolanische Regierung - der dos Santos schon seit 1979 vorsteht - hat bis heute nicht reagiert.

Quelle/Kontaktadresse:
Reporter ohne Grenzen
Katrin Evers
Skalitzer Str. 101, 10997 Berlin
Telefon: 030/6158585, Telefax: 030/6145649

eMail: presse@reporter-ohne-grenzen.de
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