Jugendperspektiven: Erwerbslosigkeit und Niedriglohnjobs

Jugendperspektiven: Erwerbslosigkeit und Niedriglohnjobs
11.08.2006 - Pünktlich zum Internationalen Tag der Jugend am morgigen 12. August hat das Statistische Bundesamt die neuesten Zahlen zur Jugenderwerbslosenquote veröffentlicht. Sie liegt bei über 15 %. Gleichzeitig herrscht ein großer Mangel an Ausbildungsplätzen. Zu den Arbeitsmarktchancen junger Menschen erklärt die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE., Kornelia Möller:
Es ist ein Skandal, dass eine so große Anzahl junger Menschen in Deutschland von der Schule geradewegs in die Erwerbslosigkeit geschickt wird, ohne eine reelle Chance auf berufliche und soziale Perspektiven zu haben. Mit 15,2 Prozent junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren fast doppelt so häufig von Erwerbslosigkeit betroffen wie andere Altersgruppen. Trotz einer leichten Verbesserung zum Vorjahr ist die Anzahl junger Erwerbsloser viel zu hoch, auch im Vergleich mit einigen unserer Europäischen Nachbarländer. So liegt die Jugenderwerbslosenquote in Österreich beispielsweise bei 8,4 %, in den Niederlanden bei nur 6 %.
Gleichzeit wird die Lage auf dem Ausbildungsmarkt immer dramatischer. Derzeit fehlen rund 300.000 betriebliche Ausbildungsplätze. Für die Jugendlichen wird es immer schwieriger, auf einem sich stets verkleinernden Ausbildungsstellenmarkt eine Lehrstelle zu finden. Ungefähr die Hälfte aller Jugendlichen geht, laut ver.di, bei der Suche nach einem betrieblichen Ausbildungsplatz leer aus. Die beruflichen Perspektiven derjenigen, die in der Warteschleife hängen, sind katastrophal.
Lösungen können nicht darin bestehen, die Lehrlingsgehälter ´einzufrieren´, wie von Wirtschaftsminister Glos kürzlich gefordert. Viele Auszubildende müssen von ihrem Lehrlingsgehalt leben. Ohne die Ausbildungsvergütung werden es sich viele nicht mehr leisten können, überhaupt eine Ausbildung anzutreten. Vielmehr sollten die Betriebe, die zu wenig ausbilden oder aus ihrer Ausbildungsverantwortung ganz flüchten, in die Pflicht genommen werden. Anstatt mit staatlichen Zuschüssen zu locken, wie es der Berufsbildungsexperte der Unionsfraktion, Uwe Schummer, mit seinem Kombilohnmodell für Auszubildende vorschlägt, fordert DIE LINKE. schon lange eine gesetzliche Ausbildungsplatzumlage: Wer nicht ausbildet, muss zahlen.
Der 12. August ist der Internationale Tag der Jugend. Dass in Deutschland jeder siebte junge Mensch arbeitslos ist, wird zum Menetekel einer gescheiterten Politik.

F.d.R.Hendrik ThalheimDeutscher BundestagFraktion DIE LINKE.PressesprecherPlatz der Republik 111011 BerlinTel: 030 227 52 800Fax: 030 227 56801Mobil: 0172 391 42 61email: hendrik.thalheim@linksfraktion.dewebsite: http://www.linksfraktion.de


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