Viele Fragen, viele Ungereimtheiten: Iran muss über Tod aufklären
Zum Tod des iranischen Studentenführers Akbar Mohammadi in einem iranischen Gefängnis erklärt Claudia Roth, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
´Wir trauern um Akbar Mohammadi mit seiner Familie, Freunden und allen iranischen Demokratinnen und Demokraten. Akbar Mohammadis Tod ist ein weiterer trauriger Fall von schweren Menschenrechtsverletzungen, die die iranische Justiz und die iranische Staatsführung tagtäglich begehen.
Alle bisherigen Erklärungen der iranischen Justiz zum Tod des engagierten Stundentenführers geben keine überzeugenden Antworten auf die Fragen der Familie und der kritischen Öffentlichkeit. Im Gegenteil, sie werfen immer neue Fragen auf. Die Familie Mohammadi hat ein Recht darauf, dass Akbar Mohammadis Leiche von Ärzten und Gerichtsmedizinern untersucht wird, die das Vertrauen der Familie genießen.
Es ist ein obszönes Verhalten der iranischen Justiz, die Leiche des Gefangenen ohne Zustimmung der Familie beerdigen zu lassen und die angeblichen Untersuchungsergebnisse erst in einem Monat bekannt zu geben. Das ist ein klarer Fall von Augenwischerei und der Versuch, Tatsachen zu vertuschen.
Im Windschatten der Nahostkrise versucht die Regierung Ahmadinedschad unliebsame Gegner und Zeugen ihrer Folterpraktiken zu eliminieren. Auch die Fälle von Hinrichtungen, illegalen Festnahmen und die unverhohlene Unterdrückung von Frauen und Minderheiten nehmen in beängstigendem Maße zu. Die Nahostkrise und das Problem der iranischen Atompläne dürfen nicht dazu führen, dass wir die massiven Menschenrechtsverletzungen im Iran vergessen.
Wir fordern die sofortige Freilassung der Eltern des Getöteten und die Möglichkeit einer Autopsie durch die Vertrauensärzte der Familie.´
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