KOLB: Rentenversicherung erwartet laufendes Defizit von 3 Mrd. Euro in 2006
26.07.2006
BERLIN. Zu den neuesten Zahlen betreffend die Finanzlage der Deutschen Rentenversicherung erklärt der rentenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Heinrich L. KOLB:
Eine Entwarnung in der gesetzlichen Rentenversicherung ist nach den neuesten Zahlen der Rentenversicherung nicht angezeigt.
Die bereinigten Einnahmen der Rentenversicherung 2006 steigen nach optimistischen Einschätzungen der Rentenversicherung gegenüber 2005 um 1 Mrd. Euro an. Ohne den einmaligen Zufluss des 13. Monatsbeitrages in Höhe von etwa 9,5 Mrd. Euro im Jahr 2006 liegt das laufende Jahresdefizit der Rentenversicherung danach bei 3 Mrd. Euro gegenüber 4 Mrd. Euro im Jahr 2005.
Von einer nachhaltigen Entspannung in der Finanzlage Rentenversicherung kann daher nicht die Rede sein, selbst wenn die optimistischen Schätzungen der Rentenversicherung eintreffen. Es kann gut sein, dass im Jahresverlauf das Defizit doch wieder höher ausfällt, als nun gerade geschätzt.
Die Gefahr, dass der Rentenbeitrag nach 2006 über 20 Prozent steigt, bleibt damit aktuell. Schon ein erneutes leichtes Schwächeln der Konjunktur kann die Rentenversicherung wieder in ein so schweres Fahrwasser zurückwerfen, das bereits kurzfristig Beitragserhöhungen notwendig werden.