Schaub: Staat und Sport müssen Doping gemeinsam bekämpfen
Berlin, 21. Juli 2006 - Vor dem Hintergrund der jüngsten Dopingfälle bei sportlichen Großereignissen erklärt der Sportpolitische Sprecher beim SPD-Parteivorstand, Manfred Schaub:
Unter dem Eindruck der aktuellen Geschehnisse bei der Tour de France und den spektakulären Dopingfällen bei den Olympischen Winterspielen von Turin vor einigen Monaten wird einmal mehr deutlich, dass eine effektive Bekämpfung des Dopings im Sport nur durch konsequentes gemeinsames Handeln von Staat und Sport gewährleistet werden kann.
Die derzeitige Diskussion um die Möglichkeiten der Dopingbekämpfung in Deutschland eröffnet die Chance, durch stringente gesetzliche Regelungen wieder zur Spitze der Länder aufschließen zu können, die durch eigenständige Anti-Doping-Gesetze die glaubwürdige Verfolgung des Dopings dokumentieren.
Die Autonomie des Sports gerät dabei nicht in Gefahr: Positiv getestete Sportler sollen auch weiterhin vom Sport selbst mit den entsprechenden Sanktionen bedacht werden. Die Fälle von Turin und bei der Tour de France belegen jedoch eindrucksvoll, wie effektiv der Kampf gegen Doping geführt werden kann, wenn auf die Überlegenheit staatlicher Ermittlungsmethoden zurückgegriffen wird.
Eine Umsetzung der Forderungen der Rechtskommission des Sports gegen Doping in einem Artikelgesetz ist im Kampf gegen das Doping sicher nicht der Weisheit letzter Schluss. So ist es mehr als fraglich, ob es im Betäubungsmittelgesetz möglich ist, den Besitz anaboler Steroide unter Strafe zu stellen; das aber ist eine der Kernforderungen der Rechtskommission.
Ein eigenständiges Anti-Doping-Gesetz wäre ein klares Signal an alle Aktiven, Funktionäre, Ärzte und Betreuer, dass Staat und Sport gemeinsam an der Seite der sauberen Sportler stehen.
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