Nahost: DRK-Präsident Seiters fordert Parteien zu Respekt vor dem Völkerrecht auf
DRK bittet um Spenden für die betroffene Bevölkerung
Berlin, 20. Juli 2006 - Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ist äußerst besorgt über die humanitäre Situation im Nahen Osten. Es erinnert an die Mahnung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), wonach Angriffe auf Zivilpersonen und zivile Einrichtungen gemäß den Genfer Abkommen nicht zulässig sind. ´Die Zivilbevölkerung zahlt im Moment den Preis für den politischen Konflikt. Das darf nicht sein´, sagt DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters.
Das DRK hat einen Spendenaufruf gestartet, um gemeinsam mit dem Libanesischen Roten Kreuz und dem IKRK den Konfliktopfern zu helfen. Das DRK hat auch der Israelischen Hilfsgesellschaft und Schwestergesellschaft des Deutschen Roten Kreuzes ´Magen David Adom´ seine Unterstützung angeboten. Am Montag stellte das DRK 200.000 Euro für die Hilfen zur Verfügung.
In einem ersten Appell geht das Rote Kreuz davon aus, dass zirka sieben Millionen Euro notwendig sind, um den Menschen im Libanon zu helfen.
Das DRK bittet um Spenden für die Zivilbevölkerung im Nahostkonflikt.
Deutsches Rotes Kreuz Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00 Konto: 41 41 41 Stichwort: Nahost
Raketenangriffe auf Libanon und auf Israel haben mehrere hundert Todesopfer und viele Verletzte auf beiden Seiten gefordert. Wohnhäuser und Infrastruktur sind zerstört. In vielen Dörfern im Süden Libanons sind Überlebende abgeschnitten von dringend notwendiger Hilfe.
´Der Zugang für humanitäre Hilfe muss gewährt werden. Die Menschen brauchen vor allem Lebensmittel und Medikamente´, sagt Dr. Rudolf Seiters.
Das Libanesische Rote Kreuz ist die aktivste humanitäre Organisation im Süden Libanons. 2.400 freiwillige Helfer und 200 Rettungswagen sind im Einsatz. Das Rote Kreuz betreibt auch 50 Kliniken und neun Blutbanken.
Die Israelische Hilfsgesellschaft ´Magen David Adom´ arbeitet rund um die Uhr im Norden Israels. Seit dem 12. Juli wurden über 400 Patienten behandelt. Über 200 Rettungswagen und mobile Intensivstationen sind im Einsatz.
Medizinische Einrichtungen im Konfliktgebiet werden nicht immer respektiert. Beispielsweise schlug am 17. Juli eine Granate in der Stadt Tyre ein, nur zehn Meter von einem deutlich gekennzeichneten Rettungswagen vom Libanesischen Roten Kreuz und nur 30 Meter vom größten Krankenhaus der Stadt entfernt.
´Zivile Einrichtungen wie Krankenhäuser und Rettungstransportwagen dürfen nicht Ziel von militärischer Gewalt sein´, betont Dr. Rudolf Seiters.
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