Aktualisierte Informationen zur Hilfe für Deutsche im Libanon
20.07.2006 - Zwischen Freitag (14.07.) und Mittwoch (19.07.) konnte das Auswärtige Amt die Ausreise von über 3.500 deutschen Staatsangehörigen aus dem Libanon in sechs Konvois nach Syrien und in die Türkei sowie per Schiffstransfer nach Zypern organisieren. Allein gestern konnten auf diese Weise 2.800 Deutsche ausreisen: rund 2.500 per Buskonvoi nach Damaskus, 200 per Buskonvoi nach Adana (Türkei), 100 per Schiff nach Zypern.
Um die Wartezeit bis zur Heimreise nach Deutschland zu überbrücken, ist es der Deutschen Botschaft in Damaskus, bei äußerst knappen Bettenkapazitäten, gelungen, die aus Libanon kommenden Bundesbürger in örtlichen Unterkünften unterzubringen.
580 Deutsche konnten in den frühen Morgenstunden mit einem von der Bundesregierung gecharterten LTU-Sonderflug sowie auf von der Botschaft reservierten Linienflügen ausgeflogen werden. 350 sind heute auf dem Landweg nach Jordanien weitergereist, wo die Deutsche Botschaft Amman sie bis zur Ausreise nach Deutschland betreuen wird.
Im Laufe des heutigen Tages werden über 750 deutsche Staatsangehörige mit zwei Flugzeugen der Luftwaffe sowie privaten Fluggesellschaften aus Damaskus ausgeflogen. Eine dritte Bundeswehrmaschine bringt heute die nach Adana (Türkei) ausgereisten Bundesbürger nach Deutschland.
In der Nacht zum Freitag (21.07.) werden u.a. drei Maschinen der Luftwaffe über 1.000 Bundesbürger ausfliegen.
Weitere Flugkapazitäten werden zeitnah bereitgestellt.
120 Bundesbürger werden Beirut heute auf einer von Großbritannien gecharterten Fähre in Richtung Zypern verlassen. Für noch in Beirut befindliche Deutsche wird es in den kommenden Tagen weitere Ausreisemöglichkeiten geben.
Priorität für die Arbeit des Krisenreaktionszentrums im Auswärtigen Amt hat nun die Lage der Deutschen, die sich derzeit im Süd-Libanon aufhalten. Die Bundesregierung tut unter den sehr schwierigen Bedingungen alles in ihrer Macht stehende, um ihnen Transportmöglichkeiten nach Beirut zu eröffnen und von dort eine Ausreise aus dem Libanon zu ermöglichen.
Für die Not leidende Zivilbevölkerung hat die Bundesregierung gestern 1 Mio. EURO für humanitäre Soforthilfe im Libanon bereitgestellt. Davon werden 500.000 EURO dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz zur Verfügung gestellt, das über seine örtlichen Partnerorganisationen Basishilfen für libanesische Binnenflüchtlinge und im Südlibanon Zurückgebliebene leistet: Darunter fallen Gesundheits- und Trinkwas-serversorgung sowie Versorgung mit sog. ´non-food-items´. Zur Verwendung der verbleibenden Mittel steht die Bundesregierung in intensiven Gesprächen mit deutschen und internationalen Hilfsorganisationen.
Alle Bemühungen der Bundesregierung werden vom Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen Amtes koordiniert. Es steht insbes. mit unseren Botschaften in Libanon, Syrien, Zypern, Jordanien und der Türkei in engstem Kontakt. Die Botschaften Beirut, Damaskus und Nikosia wurden durch Krisen-Teams verstärkt. Ärzte und psychologisch geschultes Personal sind vor Ort, um die ausgereisten Deutschen zu betreuen (Erstversorgung, Unterkunft, Organisation der Heimreise nach Deutschland).
Ferner koordinieren sich sowohl unsere Botschaften vor Ort als auch das Lagezentrum in Berlin eng mit unseren europäischen Partnern, z.B. bzgl. der gemeinsamen Nutzung von Ausreisekapazitäten.
Das Auswärtige Amt hat gestern (19.07.) noch einmal seine Reisewarnung für den Libanon aktualisiert. Die deutsche Botschaft in Beirut gibt laufend Ausreisemöglichkeiten auf ihrer Homepage bekannt. Über die Weiterreise nach Deutschland informiert die Website der deutschen Botschaft Damaskus.
www.beirut.diplo.de www.damaskus.diplo.de
Weitere Informationen
Weitere Informationen Web-Archiv Internetangebot des Auswärtigen Amts: www.auswaertiges-amt.de