Reformstau im Binnenmarkt mindert jetzt auch Exportquote deutscher Ingenieur- und Consultingunternehmen/Konsequenzen f?r deutschen Industrieexport konstatiert
VUBIC Verband Unabh?ngig Beratender Ingenieure und Consultants e.V.
(Verbandspresse, 29.12.2004 14:41)
(Berlin) ? Die schlechten Rahmenbedingungen im Inlandsmarkt gef?hrden das traditionell starke Exportgesch?ft der deutschen Ingenieur- und Consultingunternehmen. Wie aus einer im Auftrag des VUBIC von der Unternehmensberatung Ernst & Young durchgef?hrten Bilanzanalyse hervorgeht, betragen die Gesamtrenditen der deutschen Ingenieurgesellschaften im Mittel gerade noch 2,3 %. ?Wer im Inland mit dem R?cken zur Wand steht, kann auf dem globalen Markt kaum noch mithalten, das sagte am Dienstag Dipl.-Ing. Ulrich Welter, Hauptgesch?ftsf?hrer des VUBIC. Als einen Grund f?r die seit Jahren andauernde Schieflage der Ingenieurbranche im Inland, sieht der Wirtschaftsverband der deutschen Planer die ?beralterte und reformbed?rftige Honorarordnung f?r Ingenieure und Architekten, die den Markt um ?ffentliche Planungs- und Beratungsauftr?ge in Deutschland negativ verzerrt.
Wie in vielen anderen europ?ischen L?ndern, die ebenfalls in den letzten Jahren durch eine schwache Konjunktur einem gro?en Preiswettbewerb in der Branche ausgesetzt waren, haben sich die Ingenieurunternehmen im VUBIC durch Produktivit?tssteigerung und konsequente Management- und Organisationsanpassungen dem Wettbewerb angepasst. W?hrend ihre Kollegen in Europa jedoch ? unter gleichbleibendem Wettbewerbsdruck ? ihre Preispolitik aus eigener Kraft den wirtschaftlichen Notwendigkeiten anpassen und hochqualitative Serviceleistungen langsam wieder entsprechend bezahlt bekommen, sei der deutsche Ingenieur dem Korsett der HOAI unterworfen. Die Honorarsituation sei entsprechend ruin?s und greife jetzt auch die Exportf?higkeit an. So st?nden zum Beispiel notwendiges Investitionskapital f?r die Realisierung neuer Exportstrategien in Osteuropa und im asiatischen Markt nicht zur Verf?gung, oft machten fehlende Garantien von Banken eine sonst sichere Projektakquisition schier unm?glich. Als eine weitere tiefgreifende Konsequenz beobachte der Verband dar?ber hinaus immer mehr den Ausverkauf der deutschen Consultingwirtschaft an holl?ndische, skandinavische oder amerikanische Multikonglomerate, die auf einen sicheren Heimatmarkt bauen k?nnten und Verluste im risikoreichen Auslandsgesch?ft dadurch abfederten.
?Dass diese Umschichtung von Gesellschafterstrukturen nachhaltige Konsequenzen f?r die deutsche Industrie mit sich bringt, haben die gro?en Anlagebauer und Bauunternehmen in Deutschenland jetzt endlich auch erkannt, meinte Auslands-Vorstand Dr. Bernd Kordes bei der Vorstellungen einer Studie des VUBIC, die den Zusammenhang zwischen Inlands- und Auslandsmarkt erkl?rte. Vor allem im internationalen Wasserbau fordern mehr und mehr gro?e Anlagenbauer und Lieferfirmen gemeinsam mit dem VUBIC von der Politik, dass Exportinitiativen der Speerspitzenfunktion deutsche Technologieexporteure gerecht werden.
Es sei h?chste Zeit f?r eine umfassende Reform der gesetzlich verankerten Preisbildung f?r Ingenieur- und Architekturleistungen will man die Exportf?higkeit der deutschen Consultingwirtschaft erhalten und st?rken. Der VUBIC hatte dem Wirtschaftsministerium hier konkrete Schritte als Vorschlag unterbreitet. Eine Reaktion des verantwortlichen Ministerium blieb aus. Als offizielle Begr?ndung nennt das Wirtschaftsministerium regierungsinterne Abstimmungsschwierigkeiten.
Im VUBIC sind u.a. die international t?tigen deutschen Consultingunternehmen organisiert. Die rd. 400 Mitgliedsunternehmen besch?ftigen 24.000 Mitarbeiter und erwirtschaften j?hrlich 2,3 Mrd. EURO, davon 0,9 Mrd. EURO im Ausland.
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