Krankenstand bis zum November 2004 erneut auf Tiefstand
Bundesverband der Betriebskrankenkassen (BKK-Bundesverband)
(Verbandspresse, 29.12.2004 12:33)
(Berlin) - Auch 2004 sanken die Krankenst?nde und sie haben nun mit rund 3,6 Prozent einen extremen Tiefstand. Die Besch?ftigten waren vom Januar bis November 2004 durchschnittlich nur 11,9 Tage krankgeschrieben. Dies l?sst erwarten, dass in diesem Jahr der Krankenstand unter dem Vorjahreswert von 3,7 Prozent liegen wird. Im Jahr 2003 fehlten die Besch?ftigten krankheitsbedingt 13,5 Tage.
Der BKK Bundesverband erfasst und analysiert die gesundheitlichen Befunde jedes vierten Besch?ftigten in Deutschland (6,75 Millionen Sozialversicherungspflichtige).
Nahezu ein Drittel aller Arbeitsunf?higkeitstage entfallen auf Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems (27 Prozent), gefolgt von Krankheiten des Atmungssystems (17 Prozent), Verletzungen und Vergiftungen (15 Prozent) und psychischen St?rungen (7,5 Prozent). Die psychischen Erkrankungen haben allerdings stark zugenommen: Ihr Anteil an den Krankheitstagen hat sich seit 1990 verdoppelt.
Welche Branchen haben hohe gesundheitliche Belastungen?
Bestimmte Branchen weisen hohe Krankenst?nde, gerade bei R?ckenerkrankungen auf: Hier sind Besch?ftigte der Abfallbeseitigung und der Keramikindustrie, die weit ?ber 30 Prozent an R?ckenleiden erkranken, besonders betroffen. Besch?ftige im Gesundheits- und Sozialwesen und in der Telekommunikation haben dagegen ?berdurchschnittlich h?ufig psychische Erkrankungen: Die Krankentage liegen mit 11 Prozent hier weit ?ber dem Durchschnitt aller Branchen (7,5 Prozent).
Fahrzeugreiniger sind fast vier Wochen, Mathematiker gerade einen Tag lang krank
Fahrzeugreiniger, Stra?enreiniger und Abfallbeseitiger (27 Krankentage) sowie Gleisbauer (26 Tage) sind gesundheitlich am st?rksten belastet. Am wenigsten krank sind bei den m?nnlichen Besch?ftigten die Elektroingenieure, Chemiker, Chemieingenieure, Physiker, Physikingenieure und Mathematiker. Diese Berufsgruppen sind weniger als anderthalb Tage krankgeschrieben.
Frauen mit Fahr- und Reinigungsberufen sind f?nfmal l?nger krank als ?rztinnen und Ingenieurinnen
Kraftfahrzeugf?hrerinnen (26 Fehltage) und Raum- und Hausreinigerinnen (24 Fehltage) haben offenbar besonders hohe Gesundheitsrisiken. Elektroingenieurinnen, ?rztinnen und Publizistinnen weisen die niedrigsten Krankenst?nde aus (weniger als 5 Fehltage).
Hohe Qualifikation und Eigenverantwortung im Beruf sind offenbar gesundheitsf?rdernd
Nicht allein die T?tigkeit in einer bestimmten Branche ist Indikator daf?r, ob jemand h?ufig oder selten erkrankt ? entscheidend ist neben der k?rperlichen Belastung einer T?tigkeit auch die Qualifikation und das Ma?, inwieweit jemand selbst seine Arbeitsabl?ufe gestalten kann oder an welcher Stelle der Firmenhierarchie sich ein Arbeitnehmer findet. So weist in der Metallverarbeitung ein Schwei?er ein recht hohes Krankheitsrisiko auf (22 Krankentage), Montierer sind 19 Tage, Dreher 16 Tage krank. Maschinenbautechniker haben lediglich 4 Fehltage und Ingenieure des Maschinen- und Fahrzeugbaus sind sogar nur 1 Tag krank.
Auch im Gesundheitswesen sind Besch?ftigte geringer qualifizierter Berufe ?fter krank: Helferinnen in der Krankenpflege sind durchschnittlich 23 Tage krank, Sprechstundenhelferinnen fehlen wegen Krankheit nur 8 Tage und pharmazeutisch-technische Assistentinnen haben nur 7 Krankentage.
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