Arbeit in Europas Häfen / Studie untersucht gescheiterte Liberalisierung

Arbeit in Europas Häfen / Studie untersucht gescheiterte Liberalisierung
Institut Arbeit und Technik

(Verbandspresse, 16.11.2004 12:15)

(Gelsenkirchen) - Mit der Arbeit in Europas Häfen, der Regulierung und versuchten Liberalisierung dieses besonderen Arbeitsmarktes und den Widerständen dagegen befasst sich eine soeben im Hampp-Verlag veröffentlichte Studie aus dem Institut Arbeit und Technik (IAT/Gelsenkirchen): „Die gescheiterte Liberalisierung - eine politisch-ökonomische Studie zum Wandel von Staatlichkeit im europäischen Hafensektor.“ Im November 2003 scheiterte die von der Europäischen Kommission initiierte Liberalisierung des europäischen Hafensektors am Veto des Europäischen Parlamentes. Hauptkritikpunkt waren die Bestimmungen zur Regulierung von Hafenarbeit - trotz vielfältiger Modifikationen am ursprünglichen Richtlinienvorschlag betrachteten die Gewerkschaften den Vorschlag als Bedrohung der etablierten hafenspezifischen Institutionen der Arbeitsmarktregulierung und mobilisierten erfolgreich gegen die Richtlinie.
Die Studie, mit der die IAT-Wissenschaftlerin Dr. Karen Jaehrling am Institut für Politische Wissenschaft an der Universität Hamburg promoviert hat, analysiert die vorgelagerten politischen Prozesse auf nationaler und europäischer Ebene. Sie zeigt am Beispiel des deutschen Hafensektors, dass trotz des Scheiterns und weitgehend unabhängig von der Richtlinie im Bereich der Regulierung von Arbeit seit längerem ein umfassender Wandel von Staatlichkeit im Gange ist, den die vordergründige Kontinuität auf gesetzlicher Ebene verdeckt.

Die Studie widmet sich der präzisen Analyse der Dynamik institutionellen Wandels in diesem Bereich. Es werden unterschiedliche Prozessmuster eines weniger sichtbaren institutionellen Wandels herausgearbeitet. Besonderes Augenmerk wird dabei auf den Mechanismus machtbasierter Lernprozesse gelegt.

Quelle/Kontaktadresse:
Institut Arbeit und Technik
Munscheidstr. 14, 45886 Gelsenkirchen
Telefon: 0209/17070, Telefax: 0209/1707110

eMail: braczko@iatge.de
Internet: http://www.iatge.de


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