Bundesregierung würdigt bürgerschaftliches Engagement gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit - Botschafter der Toleranz ausgez

Bundesregierung würdigt bürgerschaftliches Engagement gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit - Botschafter der Toleranz ausgezeichnet
Berlin, 23. Mai 2006 - Zum Verfassungstag am 23. Mai lädt das ´Bündnis für Demokratie und Toleranz´ junge Bürgerinnen und Bürger nach Berlin ein. Unter dem Motto ´Aktiv werden Zivilgesellschaft stäken´ können sich die Jugendlichen vom 20. bis 23. Mai in Workshops über unser Grundgesetz informieren und auf Diskussionsforen diskutieren. Der Tag des Grundgesetzes bietet ebenfalls eine gute Gelegenheit, Menschen auszuzeichnen, die die Grundwerte unserer Verfassung in der Öffentlichkeit gestärkt haben. Der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin der Justiz, Herr Alfred Hartenbach, und der Bundesinnenminister, Herr Dr. Wolfgang Schäuble, zeichnen heute vier besonders vorbildliche zivilgesellschaftliche Projekte aus.
´Unsere Demokratie lebt von couragierten und engagierten Menschen, die sich gegen Fremdenfeindlichkeit und für Toleranz einsetzen. Mich erfüllt es mit großer Freude, dass die prämierten Initiativen aus der Mitte unserer Gesellschaft kommen. Das zeigt, dass jeder von uns sich für die in der Verfassung verankerten Grundrechte einsetzten und sie, wenn nötig, auch verteidigen kann. Mein Dank gilt den Menschen, die hinter diesen Initiativen stehen, für ihr so wichtiges bürgerschaftliches Engagement für Demokratie und Toleranz´, sagte Staatssekretär Alfred Hartenbach.
Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro verbunden. Die diesjährigen ´Botschafter der Toleranz´ sind (es gibt keine Reihenfolge innerhalb der Preisträger):
Spanische Katholische Mission / Pfarrer José Antonio Arzoz Martinez, Bonn Pfarrer José Antonio Arzoz entwickelte ein Konzept, das die spanisch sprechenden Gemeinden zunehmend zu einem Ort des Miteinanders von Deutschen und Zuwanderern werden lässt. Außerhalb seiner seelsorgerlichen Tätigkeit hat Pfarrer Arzoz zwei erfolgreiche Modellprojekte initiiert: Zum einen spanische Elternvereine, die bei den Eltern von Kindern mit Migrationshintergrund für eine gute Ausbildung werben und so überdurchschnittliche Bildungserfolge bei den Kindern erreichen, und zum anderen das Projekt ¡A dentro!, das die Selbstorganisation und Integration von spanischen Senioren fördert.
Plattform gegen Rechts für Toleranz, Humanismus und Menschenrechte, gegen Rechtextremismus, Rassismus und Antisemitismus, Fürstenwalde Die ´Plattform gegen Rechts´ ist ein Bürgerbündnis, in dem sich Engagierte aus Vereinen, Parteien, Kirchen und Initiativen zusammengeschlossen haben. Sie hat seit ihrer Gründung an die 100 verschiedene Veranstaltungen organisiert: Diskussionsrunden, Podiumsgespräche, Kultur- und Filmveranstaltungen, Informationsstände auf der Straße und als jährlicher Höhepunkt ein Friedensfest. Zurzeit liegt ein Schwerpunkt auf Erinnerungsprojekten, wie etwa der Verlegung von so genannten Stolpersteinen vor Häusern, in denen jüdische Bürger vor ihrer Vertreibung durch die nationalsozialistische Diktatur gelebt haben.
Quartiersmanagment Rollbergviertel, Berlin Seit 2002 existiert im Rollbergviertel ein Quartiersbüro. Der Verein Morus 14 e.V. koordiniert dort zahlreiche Projekte. Dazu gehören unter anderem Unterstützungsangebote bei Ausbildungs- und Beschäftigungsinitiativen, Kiez-Kunstprojekte, Maßnahmen zur Verschönerung der Infrastruktur sowie der Ausbau von Spiel- und Freizeitangeboten für Jugendliche. Auch Gewaltprävention wird im Rollbergviertel groß geschrieben. Das Jugendzentrum Lessinghöhe und das Streetworker-Projekt ´Gangway´ fördern ein gewaltfreies Miteinander durch Sportangebote und Breakdance. So genannte Kiezläufer begehen regelmäßig die Siedlung. Die Präsenz der Ordnungshüter wird von der Bevölkerung begrüßt und führte nach kurzer Zeit zur Erhöhung des subjektiven Sicherheitsempfindens.
Denis Bohnstedt (Bundespolizist) und Gerald Eggert (Journalist), Halberstadt Denis Bohnstedt und Gerald Eggert retteten durch ihr mutiges Eingreifen dem 37-jährigen James Biley aus Liberia vermutlich das Leben: Am 5. Mai 2005 wartete Biley vor dem Halberstädter Bahnhof auf seine Bahn, als ihn plötzlich jemand stieß und ihm eine Bierflasche über den Kopf schlug. Eine Gruppe Rechtsextremer misshandelte ihn schwer. Keiner der Passanten griff ein; der Besitzer eines Imbisses verweigerte ihm den Zutritt, ein Taxifahrer weigerte sich, ihn einsteigen zu lassen. Nur Bohnstedt kam dem Opfer zur Hilfe und stellte sich vor ihn. Die rechtsradikalen Angreifer schlugen nun auf den Polizisten ein, bis er am Boden lag. Der Journalist Eggert beobachtete die Gewalttat. Er lief den Tätern hinterher und fotografiert sie. Daraufhin griff die Gruppe auch ihn an. Wieder griffen die anwesenden Passanten nicht ein. Erst als die Polizei eintraf, ließen die Täter von ihrem Opfer ab und flohen.

Herausgegeben vom Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit desBundesministeriums der JustizVerantwortlich: Eva Schmierer; Redaktion: Ulf Gerder, Dr. Henning Plöger, Christiane WirtzMohrenstr. 37, 10117 BerlinTelefon 01888 580-9030Telefax 01888 580-9046presse@bmj.bund.de


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