Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble und der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin der Justiz, Alfred Ha

Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble und der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin der Justiz, Alfred Hartenbach, zeichnen ´Botschafter der Toleranz´ aus
Berlin, 23. Mai 2006 - Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble und der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin der Justiz, Alfred Hartenbach, haben heute in Berlin die ´Botschafter der Toleranz´ ausgezeichnet. Preisträger sind Projekte und Einzelpersonen, die sich ideenreich und engagiert gegen Ausländerfeindlichkeit und Ausgrenzung sowie für kulturelle Vielfalt eingesetzt haben. Die Auszeichnungen sind mit einem Preisgeld von jeweils 5.000 Euro verbunden. Das ´Bündnis für Demokratie und Toleranz gegen Extremismus und Gewalt´ verleiht diese Auszeichnung zum 6. Mal und lädt rund um den Verfassungstag zu Veranstaltungen ein, die unter dem Motto ´Aktiv werden Zivilgesellschaft stärken´ stehen.
Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble lobte das Engagement der Preisträger: ´Die Ausgezeichneten haben sich mutig und engagiert für die Belange anderer Menschen eingesetzt und mit diesem Einsatz unsere gemeinsamen Grundwerte beispielhaft verteidigt. Die ´Botschafter der Toleranz´ belegen eindrucksvoll, wie vielfältig, lebendig und bedeutsam zivilgesellschaftliches Engagement in unserem Land sein kann. Ihre Initiative ist beispielhaft und verdient unsere Anerkennung. Um Rechtsextremismus, Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus zu bekämpfen, müssen wir vor allem die Werte einer demokratischen, freiheitlichen Gesellschaft offensiv vermitteln und gleichzeitig zivilgesellschaftliches Engagement stärken. Die Preisträger stehen für Vielfalt, Respekt, Toleranz und Demokratie die Werte, für die wir stehen und streiten. Wir brauchen mehr von solchen tatkräftigen Menschen!´

Die ´Botschafter der Toleranz´ 2006:
1. Spanische Katholische Mission / Pfarrer José Antonio Arzoz Martinez, Bonn
Er kennt die Sorgen von Menschen, die ihre Heimat verlassen haben. Seit fast 40 Jahren arbeitet der spanische Pfarrer José Antonio Arzoz Martinez als Seelsorger in Deutschland und hat vielen spanischen Einwanderern beim Einleben geholfen. Inzwischen koordiniert er die gesamte Seelsorge der spanisch sprechenden Katholiken in Deutschland. Darüber hinaus engagiert er sich für die ´Woche der ausländischen Mitbürger´ und hat zwei beispielhafte Integrationsprojekte initiiert: das Seniorenprojekt ¡A dentro! und die spanischen Elternvereine, die bei den Eltern von Migrantenkindern für eine gute Ausbildung werben.
2. Plattform gegen Rechts für Toleranz, Humanismus und Menschenrechte, gegen Rechtextremismus, Rassismus und Antisemitismus, Fürstenwalde
Ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis engagiert sich in Fürstenwalde gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus. Anlass für die Gründung der Plattform im Jahre 1998 war der immer stärker werdende Rechtsextremismus in der Region, der zuweilen in gewalttätigen Übergriffen gipfelte. Die aus knapp 20 Aktiven bestehende Plattform hat seitdem in zahlreichen kulturellen und politischen Veranstaltungen wirksam für Toleranz geworben. Sie ist wie kaum eine anderes Bündnis in den ostdeutschen Ländern in der Kommune verankert und hat beispielhaft die demokratische Kultur gestärkt.
3. Quartiersmanagment Rollbergviertel, Berlin
Das Rollbergviertel im Norden des Berliner Bezirks Neukölln ist heute lebenswerter als noch vor vier Jahren. Seitdem ist ein Quartiersmanagement, getragen vom Verein ´Morus14 e.V.´, in dem Problembezirk tätig. Es initiiert und koordiniert mit großem Engagement zahlreiche Projekte, die das Gemeinschaftsgefühl und die Identifikation mit dem Viertel ebenso fördern wie bei Ausbildungs- und Beschäftigungsinitiativen mithelfen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Gewaltprävention. Möglich wird die erfolgreiche Arbeit durch die Partizipation der Wohnbevölkerung.
4. Denis Bohnstedt, Bundespolizist, und Gerald Eggert, Journalist, Sachsen-Anhalt
Denis Bohnstedt und Gerald Eggert haben in vorbildlicher Weise Zivilcourage gezeigt: Als am 5. Mai 2005 der 37jährige James Biley aus Liberia vor dem Halberstädter Bahnhof von einer Gruppe Rechtsextremer überfallen wird, greift zunächst niemand der anwesenden Passanten ein. Erst Denis Bohnstedt kommt dem Opfer zur Hilfe, Gerald Eggert kann die Täter später verfolgen und fotografieren. Mithilfe der Fotos konnten mehrere Täter ermittelt werden. Vermutlich haben die beiden durch ihr mutiges Eingreifen James Biley das Leben gerettet.
Weitere Informationen zu den ´Botschaftern der Toleranz´ und zum ´Bündnis´ finden Sie im Internet unter www.buendnis-toleranz.de
Kontakt: Herr Schiller-Dickhut 0176/ 21005747

Bundesministerium des InnernVerantwortlich: Stefan KallerRedaktion: Gabriele Hermani, Christian-Günther Sachs, Matthias Wolf, Annette Ziesig
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