Studiengebühren sind volkswirtschaftlich kontraproduktiv und unsozial
´Alle internationalen Studien sind sich einig: Deutschland braucht mehr Hochschulabsolventinnen und -absolventen. Das ist eine Frage der volkswirtschaftlichen Vernunft. Ein Land, dessen alleinige Ressource aus den gut ausgebildeten Menschen besteht, kann sich nicht weiter so geringe Studierendenzahlen leisten. Und die Antwort der Landesregierung auf dieses drängende Problem ist: Allgemeine Studiengebühren. So werden sie die Studierendenzahlen nicht steigen. Ganz im Gegenteil -Studiengebühren werden Abiturientinnen und Abiturienten von einem Studium abhalten. Ganz zu schweigen von denjenigen, die ihr Studium durch diese Regelung abbrechen müssen´, erklärt die wissenschaftspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Sarah Sorge, in der heutigen Landtagsdebatte zur geplanten Einführung von Studiengebühren.
´Minister Corts behauptet, dass niemand von einem Studium abgehalten wird und verweist gönnerhaft auf die Studienkredite der Landestreuhandstelle. Aber hier genau liegt der Hund begraben. Die Studienkredite, die als sozialpolitische Großtat angepriesen werden, sind weder sozial, noch werden sie den Bedürfnissen der Studierenden gerecht. Während Studierende aus wohlhabenden Elternhäusern die Studiengebühren sofort begleichen können, stehen Absolventen aus ärmeren Elternhäusern nach ihrem Studium vor einem Schuldenberg. Sie müssen zusätzlich zu den Gebühren eine Zinslast von bis zu 7,5 Prozent tragen. Sie setzen damit weiter auf eine Politik - frei nach dem Motto: Den Reichen wird gegeben - den Armen wird genommen. Diese Studiengebühren werden vor allem Jugendliche aus sozial schwachen Familien von einem Studium abhalten.´
´Der Gipfel des Unsozialen ist jedoch die Regelung, dass Studierende von außerhalb der EU künftig bis zu 1500 Euro pro Semester bezahlen müssen. Die Vereinigung der türkischen Studierendenverbände hat dies mit Recht als diskriminierend bezeichnet. Studierenden aus ärmeren Ländern wird damit der Hochschulzugang versperrt. Gerade die Gebührenfreiheit war ein hervorragender Standortvorteil für Studierende aus ärmeren Ländern, um in Hessen ein Studium aufzunehmen.´
´Bundesfamilienministerin von der Leyen hat mit Recht darauf hingewiesen, dass junge Akademikerpaare weniger Kinder bekommen. Die Rückzahlung des Studienkredits fällt genau in die Familiengründungsphase von jungen Hochschulabsolventinnen und Absolventen. Auch hier wirkt sich eine Schuldenlast von mehreren Tausend Euro negativ auf die Möglichkeit zur Familiengründung aus´, ärgert sich Sarah Sorge.
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