AG Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Elterngeld wichtige Komponente sozialdemokratischer Familienpolitik
Zur Einigung der Koalition auf ein Elterngeldmodell erklaert die Sprecherin der Arbeitsgruppe Familie, Senioren, Frauen und Jugend der SPD-Bundestagsfraktion, Christel Humme:
Wir wollten ein modernes Elterngeld als Einkommensersatzleistung und wir werden eines bekommen. Der Koalitionsausschuss hat sich in der Nacht zum Dienstag darauf verstaendigt, in Deutschland ein Elterngeld nach skandinavischem Vorbild zum 1. Januar 2007 einzufuehren.
Das Elterngeld wird als Einkommensersatzleistung fuer 14 Monate nach der Geburt eines Kindes gezahlt. Das sichert den Lebensstandard in der Familiengruendungsphase und macht die Erziehungszeit auch fuer Vaeter attraktiv.
In den vergangenen Tagen und Wochen wurde die Regelung der zwei Partnermonate aus Teilen der Union heftig kritisiert. Die SPD hat sich hingegen fuer diesen Anreiz fuer mehr Chancengleichheit zwischen Frauen und Maennern in Familie und Beruf eingesetzt. Der Einsatz hat sich gelohnt: Eltern sollen nach der heutigen Einigung nur dann Elterngeld fuer 14 Monate erhalten, wenn sich beide Elternteile mindestens im Umfang von zwei Monaten an der Erziehung beteiligen. Allein Erziehende koennen sich die Erziehungsverantwortung nicht mit einem anderen Erwachsenen teilen. Sie bekommen das Elterngeld daher fuer maximal 14 Monate.
Der speziell fuer den anderen Partner reservierte Anteil von zwei Monaten erleichtert es vor allem den Maennern, den Anspruch auf bezahlte Elternzeit beim Arbeitgeber auch durchzusetzen. Bewerbungsgespraeche fuer Muetter werden einfacher, weil man ihnen nicht mehr automatisch den vollen Anteil der Familienarbeit nach der Geburt eines Kindes zuordnet.
Wir wollten nicht, dass arbeitslose Menschen beim Elterngeld leer ausgehen. Deshalb erhaelt dieser Personenkreis auch ein Mindestelterngeld in Hoehe von 300 Euro monatlich. So konnten wir verhindern, dass Verbesserungen fuer die meisten Eltern mit deutlichen Schlechterstellungen fuer Langzeitarbeitslose einhergehen.
Neben dem Elterngeld ist ein gutes und flaechendeckendes Angebot an fruehkindlichen Bildungs- und Betreuungseinrichtungen notwendig. Deshalb muessen im Zusammenspiel mit Laendern und Kommunen die Anstrengungen fuer den Ausbau von qualitativen Kinderbetreuungsplaetzen weiter intensiviert werden.
Mit dem Elterngeld und guten Kinderbetreuungsangeboten ist eine partnerschaftliche Aufteilung von Familien- und Erwerbsarbeit moeglich. Das bringt neue Chancen fuer Muetter und Vaeter gleichermassen.
2006 SPD-Bundestagsfraktion - Internet: http://www.spdfraktion.de