25. April - Tag gegen Lärm - Immer mehr Hörschäden Lärmrallye schafft Bewusstsein bei Jugendlichen
Bewusster hinhören, um auch einmal wegzuhören: Dies empfiehlt Umweltministerin Margit Conrad anlässlich des Internationalen Tags gegen Lärm jungen Menschen. In immer mehr Lebensbereichen gibt es immer weniger Ruhe. Untersuchungen gehen von etwa einem Viertel aller Jugendlichen mit beginnenden, nicht mehr heilbaren Hörbeeinträchtigungen aus.
Am Internationalen Tag gegen Lärm am 25. April machen Aktionen auf Stress und auf Hörschäden aufmerksam, die durch zu lange und zu laute Lärmeinwirkung entstehen.
Bei einer Lärmrallye im Mainzer Haus der Jugend erkunden am Tag gegen Lärm von 16 bis 18 Uhr Jugendliche verschiedene Lärmquellen und wirkungen; geöffnet ist eine Lärmbar. Es geht darum zu zeigen, wie viel Lautstärke verträglich ist und ab wann die Phonzahlen kritisch werden. Das Programm umfasst auch ein gehörschonendes Breakertraining in der Disco, einen Film und eine Preisverleihung für besonders Ohrenbewusste´.
Veranstalter sind neben der Stadt Mainz das Ministerium für Umwelt und Forsten und die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. Das Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft, Gewerbeaufsicht ist mit Messgeräten vor Ort und die Metall-Berufsgenossenschaft Südwest bietet kostenlose Hörtests und Ohrstöpsel an.
Ebenfalls am 25. April finden Aktionen gegen Lärm in der Lehrwerkstatt Trier sowie in einer berufsbildenden Schule in Westerburg statt. Unterstützt vom Umweltministerium, informieren Gewerbeärzte über die Folgen von zu großer Lautstärke am Arbeitsplatz und in der Freizeit.
Lärm am Arbeitsplatz, im Verkehr und in der Freizeit wirken zusammen als Dauerstress auf das Gehör. Wer nach einem anstrengenden Arbeits- und Ausbildungstag die Musikgeräte aufdreht, um zu entspannen, riskiert dauerhafte Gesundheitsschäden. Dem trägt eine EG-Richtlinie Rechnung, die die Grenzwerte des zulässigen Lärmes am Arbeitsplatz deutlich senkt. So wird das Tragen von Gehörschutz zukünftig bereits ab 85 dB(A) statt 90 dB(A) wie bisher vorgeschrieben sein.
Laute Musik kann Lebensfreude, Zugehörigkeit und die eigene Bedeutung ausdrücken. Ein längerer lauter Musikgenuss gefährdet jedoch die Hörfähigkeit: eine Lautstärke von mehr als 94 dB(A) bereits bei mehr als einer Stunde am Tag. Discomusik ist meist noch lauter (100 dB(A)) und Musik über Kopfhörer wird oft mehrere Stunden am Tag gehört.
Die Stadt Mainz will jetzt Mitarbeiter und Besucher der Jugendhäuser für das Thema sensibilisieren und damit erreichen, dass Kinder und Jugendliche ihr Gehör besser schützen. Jugendarbeiter werden die Lautstärke der Discoanlage oder beim Medienkonsum entsprechend verringern, denn an ihrem Arbeitsplatz sind sie oft über längere Zeit Lärm ausgesetzt. Die Aktionen werden mit Workshops für Jugendarbeiter und Jugendbands zum gesundheitsförderlichen Steuern der Musikanlage, zur Verbesserung der Raumakustik und zum pädagogisch sinnvollen Umgang mit den Wünschen nach lauter Musik fortgesetzt.
In einer Fortbildung von Jugendamt und Gesundheitsförderung der Stadt Mainz sowie der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) unter Beteiligung der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, Regionalstelle Gewerbeaufsicht in Mainz waren die Jugendarbeiter städtischer Einrichtungen und der freien Träger schon vorab informiert worden.
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