Erste Erfolge beim sensiblen Thema ´Beutekunst´

Erste Erfolge beim sensiblen Thema ´Beutekunst´
Kunstgegenstände können kein Bestand von Reparationsforderungen sein
9. März 2006
Zum Gespräch mit der ´Initiative deutsch-russischer Museumsdialog´ im Ausschuss des Deutschen Bundestages für Kultur und Medien erklären der kultur- und medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Börnsen (Bönstrup) MdB, und der zuständige Berichterstatter in der Arbeitsgruppe, Marco Wanderwitz MdB:
Der deutsch-russische Museumsdialog beweist sich als hilfsreicher Kulturbotschafter zwischen beiden Ländern. Bei Anerkennung des Völkerrechts gelingt es, Beutegüter wieder präsentierbar zu machen. Die für 2007 vorgesehene gemeinsame Merowinger-Ausstellung, die die Zeit der Völkerwanderung vom Ural bis zum Atlantik darstellen wird, präsentiert der Öffentlichkeit erstmalig auch Exponate, die als Kriegsbeute nach Russland verbracht worden sind. Leider findet die Präsentation erst nur in Moskau und Petersburg statt.
Über eine Million Kunstgegenstände sind mit dem Kriegsende in Russland deponiert worden, auch über 4.6 Millionen Bücher und ein Archivgut von über drei Kilometer Länge. Die Auffassung der 30 beteiligten Museen, auf die verschleppten Exponate nicht zu verzichten, wird geteilt.
Kunstgegenstände dieser Art sind keine Ware und Museen nicht nur Schaufenster der Geschichte. Wer Museen ihrem Selbstverständnis nach als ´geistige Tagebücher´ versteht, der hat die Verantwortung, mit dafür zu sorgen, dass die Kunstgegenstände, die einmal in Deutschland ihre Heimat hatten, wieder hierher zurück müssen. Auch wenn der politische Beutekunst-Dialog zwischen beiden Ländern durch die Neujustierung von Staatsminister Bernd Neumann MdB eine hoffnungsvolle Chance erhält, sind die erfolgreichen ersten Resultate zwischen den Museen eine gute Basis auch für ein besseres Verständnis der Problematik Beutekunst. Es ist auch eine Frage der Selbstachtung, völkerrechtlich verbindliche Gegebenheiten zu akzeptieren. Kunstgegenstände können kein Bestand von Reparationsforderungen sein.

Autor(en): Wolfgang Börnsen, Marco WanderwitzCDU/CSU-Fraktion im Deutschen BundestagPlatz der Republik 1, 11011 Berlinmailto:fraktion@cducsu.dePolitik mit Durchklickhttp://www.cducsu.de


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