Heizkosten sparen durch energieeffizientes Sanieren und Renovieren im Bestand
Umweltministerin Conrad: Energieeffizientes Sanieren und Renovieren ist ein Topthema für Bürgerinnen und Bürger, Handwerk und Umwelt
Umweltministerin Margit Conrad besuchte heute das Kompetenzzentrums für nachhaltiges Renovieren und Sanieren der Handwerkskammer (HWK) Trier, dessen Aufbau jetzt abgeschlossen ist.
Das Ministerium für Umwelt und Forsten und die Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern fördern in dem Kooperationsprojekt seit 2002 konkrete Nachhaltigkeitsprojekte.
Damit werden Fortschritte für die Umwelt verbunden mit Wertschöpfung und qualifizierten Arbeitsplätzen. Umweltministerin Margit Conrad bezeichnete das energieeffiziente Sanieren und Renovieren von Gebäuden als Schlüsselfaktor für den Klima-, Emissions- und Ressourcenschutz. ´Vor dem Hintergrund steigender Nachfrage nach Rohstoffen und Energie ist Energieeffizienz und sparsamer Ressourcenverbrauch ein Topthema für Wirtschaft und Umwelt´, sagte Conrad.
40 Prozent des gesamten Energiebedarfs werden für Heizung und Versorgung von Gebäuden gebraucht. Die Sanierung von Gebäuden verringert den Energieverbrauch, spart Heizkosten und ist ein Beitrag zum Klimaschutz. Die Mehrzahl der Gebäude in Rheinland-Pfalz wurde gebaut als Heizenergie um ein Vielfaches billiger war als heute. Über 1,6 Millionen Wohnungen oder 80 Prozent aller vor 1979 entstandenen Bauten stehen zur energetischen Sanierung an. 86.000 Öl- und 35.000 Gasheizungen sind älter als 23 Jahre und zu erneuern.
Conrad: ´Heute werden die Energiekosten im Altbestand zum Problem für die Menschen. Jede Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahme bietet die Möglichkeit, den wärmetechnisch unzureichenden Zustand des gesamten Gebäudes, aber auch von Teilen, an die Erfordernisse steigender Energiekosten anzupassen.
Mit dem Aufbau des Kompetenzzentrums für nachhaltiges Renovieren und Sanieren wurden die Ziele, Nachhaltigkeitskritereien bei Renovierungs und Sanierungsmaßnahmen zu fördern, die Handwerker bei der Erschließung diese Wachstumsmarktes zu unterstützen und das Berufsbildungs und Technologiezentrum der HWK Trier zu einem zukunftsfähigen Dienstleistungsunternehmen mit bundesweitem Vorbildcharakter aufzubauen erfüllt.´
Das Kompetenzzentrum
-organisiert und führt Veranstaltungen und Messen mit Qualifizierungsmaßnahmen zum Thema Nachhaltiges Renovieren und Sanieren durch,-führt neue handlungsorientierte Unterrichtsmethoden ein,- baut neue Kooperationen für Lernorte auf,- informiert und berät Handwerker und Bauherrn,- unterstützt Demonstrationen neuer Technologien im Bereich Renovieren und Sanieren.
Über das Projekt wird
-anspruchsvolle Dämmtechnik vermittelt,-die Nutzung regenerativer Energien beim Renovieren und Sanieren forciert,- vorhandene Gebäudesubstanz erhalten und damit die wachsenden Flächenversiegelung eingedämmt,- Denkmalschutz und Denkmalpflege betrieben.
Conrad: ´Das Projekt schafft Arbeits- und Ausbildungsplätze und weist demnach deutliche soziale Aspekte einer nachhaltigen Entwicklung auf. Es dient der Wertschöpfung in der Region, in dem Märkte, Rohstoffe und Kreisläufe vor Ort genutzt und ausgebaut, Beschäftigung in der Region erhalten und neu geschaffen wird. So entstehen regionale Wirtschaftskreisläufe.´
Die Projektförderung (Gesamtfördersumme: 1.767.804 Euro) ist als Kofinanzierung gestaltet. Das Gesamtprojekt wird zur Hälfte durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gefördert. Die Kofinanzierung des Ministeriums für Umwelt und Forsten (380.000 Euro) ergänzt die Förderung des BIBB und stellt so die Gesamtfinanzierung des Projektes und damit seine Durchführung sicher.
Außerdem sind drei Folgeprojekte in Planung: die Förderung der intelligenten Nutzung der Sonne-Holz-Kopplung zur Wärmeversorgung in Privatgebäuden, die Entwicklung eines Konzepts zur Durchführung von Nachhaltigkeitsmessen zum Renovieren und Sanieren in Musterbetrieben sowie das Nachhaltige Renovieren und Sanieren von Mustergebäuden. Diese Projekte steht das Umweltministerium grundsätzlich positiv gegenüber und wird diese in Höhe von ca. 175.000 Euro fördern.
Beispielhafte Aktivitäten des Kompetenzzentrums
-Auf der Landesgartenschau 2004 konnten in 300 Führungen, Workshops und Tagungen rund 140.000 Besucher das Passivhaus des Handwerks kennen lernen
-Im Zentrum Castelforte wurden Ausstellungen und Vorträge für Handwerker und Bauherrn veranstaltet.
-Die Fachtagung 2004 Renovieren und Sanieren - Passivhausstandard im Gebäudebestand erreichte 80 Handwerker und Architekten
-In speziellen Qualifizierungsmaßnahmen wurden über 300 Handwerker in über 40.000 Teilnehmerstunden ausgebildet so z.B. zur Fachkraft für nachhaltige Dachsanierung, Gebäudeenergieberater, Gebäudediagnostiker, Solarteur und andere
-In sieben Gewerken wie Elektro, Schreiner oder SHK wurden in einer überbe-trieblichen Lehrlingsanweisung das Lernen am Kundenauftrag vermittelt.
-Handlungsorientierte KFZ-Meisterkurse und neue Unterrichtsmethoden z.B. im Bereich Dachausbau wurden konzipiert und getestet.
-Die Zusammenarbeit zwischen HWK und Berufsschulen wurde verbessert.
-Für den privaten Verbraucher und auch Kommunen wurden mehr als 2000 Beratungen in den Bereichen Energie, Schadstoffe und Gebäudediagnostik durchgeführt.
-Für 130 Teilnehmer wurden Bauherren-Seminare durchgeführt und in Zusammenarbeit mit der Sparkasse Trier mehr als 150 Bauherrn zu Fragen der Finanzierung und Förderung beraten.
-Diagnosemessgeräte wie Blower-Door oder Thermographie wurden angeschafft und eingesetzt.
-In einer Dienstleistungsbörse wurden mehr als 400 Handwerker mit Zusatz-qualifikation an Bauherren vermittelt.
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Quelle: Meldung von Ministerium für Umwelt und Forsten - Rheinlandpfalz