Der ideale Dreiklang:

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Der ideale Dreiklang:
UV-Beschichtung für Fassaden

Den idealen Dreiklang aus Bindemittel, UV-Absorber und Photoinitiatoren konnte Remmers den Fassadenherstellern auf der Fensterbau/Frontale vom 22. bis 25. März in Nürnberg präsentierenEs handelte sich dabei um das farblose Induline-Holzbeschichtungs-System auf UV-Basis. In einem Expertengespräch am 24. März in Nürnberg stellten sich Dr. Guido Hora, Fachbereichsleiter Oberflächentechnologie WKI Braunschweig, Dr. Stefan Friebel, Manager Coatings & Adhesives WKI Braunschweig, Peter Goletz, ehemaliger Projektleiter Remmers Baustofftechnik, Hans-Joachim Preuss, Zielgruppenmanager Remmers Baustofftechnik, und Ludger Overhageböck, Projekt- und Geschäftsbereichsleiter Remmers Baustofftechnik, den Fragen der zahlreichen Journalisten und interessierten Anwendern.

Eines zeigte die hohe Resonanz sowohl auf dem Remmers-Messestand als auch bei dem Expertengespräch: Mit den Ergebnissen des mehrjährigen Forschungsprojekts am Wilhelm Klauditz Institut (WKI) in Braunschweig und bei Remmers in Löningen wird die Tür zu einer neuen Dimension in der Dauerhaftigkeit von Beschichtungen aufgestoßen.

UV-Lackierung in der Möbelindustrie ein alter Hut! Worin unterscheidet sich aber das Fassaden-Produkt von den Innenraum-Anwendungen? Warum haben überhaupt Remmers, das WKI und das Bundesministerium für Bildung und Forschung 1,3 Mio. € in ein über fünf Jahre angelegtes Forschungsprojekt investiert? Mit "Holzästhetik und Dauerhaftigkeit" konnten es die Experten auf den Punkt bringen. Die Aufgabenstellung lautete 2001, eine farblose Beschichtung zu entwickeln.

Die natürliche Schönheit von Holzfassaden sollte voll zur Geltung kommen und trotzdem optimal geschützt sein. Die UV-Vernetzung stand Anfangs gar nicht im Vordergrund, wie der ehemalige Projektleiter Peter Goletz berichtete. In einer in der Geschichte der Holzbeschichtung beispiellosen Aktion hatte man über 90 Bindemittel auf ihre Eignung für die farblose Beschichtung bedingt maßhaltiger Bauteile überprüft. Schnell zeigte sich, dass die UV-Vernetzung der Polymere der richtige Weg war. Am Ende wurden aus sieben Bindemitteln echte Formulierungen entwickelt und ausführlich getestet.

Für den UV-Lack spricht, dass er in der richtigen Mischung aus Bindemittel, UV-Absorber und Photoinitiatoren, im Gegensatz zur UV-Variante der Möbelindustrie, eine hohe Elastizität aufweist und auf Dauer behält. Die bisherigen UV-Möbellacke können die Quell- und Schwindbewegungen des Holzes nicht mitmachen. Wichtig für den Einsatz im Außenbereich: Die Elastizität muss dauerhaft sichergestellt sein.

Bei Möbellacken arbeiten die Photoinitiatoren weiter, die Beschichtung würde verspröden und abplatzen. Statt der Pigmente in herkömmlichen Lasuren sorgen beim Induline UV-System "farblose Pigmente" oder "Radikalfänger" dafür, dass die UV-Strahlung der Sonne in Wärme umgewandelt wird. Das Bindemittel-Screening hat entsprechend UV-stabile Exemplare hervorgebracht. Der minimale Polymerabbau nach den ausführlichen Bewitterungsversuchen macht die Experten von WKI und Remmers sicher, dass sowohl das Versprechen der Dauerelastizität sowie der acht Jahre Haltbarkeit (normale Bewitterung) ohne Pflegemaßnahmen erfüllt werden können.

Mit einer Haftkraft von über 4 N/mm2 und Elastizitätswerten von mehr als 25% erreicht das Induline UV-System Bestnoten ebenso wie bei der Vergilbungsbeständigkeit, der UV-Durchlässigkeit, sowie der Hagelschlag- und Kratzbeständigkeit. Selbstverständlich ist das neue Produkt lösemittelfrei. Die UV-VIS-Werte von 280-440 nm zeigen, dass die Beschichtung völlig transparent ist. Der UV-Durchlassfaktor von 3% belegt den notwendigen Schutz.

Acht Jahre und was geschieht danach? Die Möglichkeiten der Renovierung war eines der entscheidenden Themen in der anschließenden Diskussion. Ludger Overhageböck konnte auf die Kompatibilität mit bisherigen Remmers-Produkten verweisen. Der Geschäftsbereichsleiter hat allerdings schon weitere Forschungsvorhaben im Auge, bei denen neben speziellen UV-Strahler für Handwerker Reparaturkits entwickelt werden sollen. Sowohl den WKI-Forschern als auch den Remmers-Technikern ist ein Punkt besonders wichtig: Das neue Produkt erhält seine Dauerhaftigkeit nicht allein durch die UV-Vernetzung. Schon allein die detaillierte Überprüfung und Auswahl von Bindemitteln bringt einen Quantensprung in der Qualität.

Bei dem Expertengespräch machten alle Teilnehmer deutlich, dass die UV-Beschichtung derzeit noch eine Angelegenheit für Großunternehmen ist. Remmers hat zusammen mit den Maschinenbauern Venjakob, Giardina und CEFLA entsprechende Produktionslinien entwickelt. Kernstück dieser Anlagen sind Vortrockner wie selektive Mikrowellen-Verfahren. Diese sorgen für die essentiellen Schichtdicken von 80 bis >200 μm.

Dort wird die Beschichtung angetrocknet, bevor Düsen- und der UV-Trockner das Wasser völlig entfernen. Anlagenplaner Hans-Joachim Preuss gibt die Durchlaufzeiten mit 4-10 Minuten bei Grundierungen an. Trotz der Investitionskosten sieht Preuss in der UV-Beschichtung große wirtschaftliche Chancen für die Unternehmen. Er verweist auf den schnellen Beschichtungsprozess besonders für Fassadenhersteller wichtig und die geringe Reklamationsquote, da die physikalischen Eigenschaften noch in der Fabrikhalle erreicht werden.

Fand großes Interesse beim Fachpublikum: Das Expertengespräch der Remmers Baustofftechnik anläßlich der Fensterbau in Nürnberg zum Thema "Farbloses UV-Beschichtungs-System für Hölzer im Außenbereich". Die Fragen der Teilnehmer beantworteten (v.l.n.r) Peter Goletz, ehemaliger Projektleiter Remmers Baustofftechnik, Dr. Stefan Friebel, Manager Coatings & Adhesives WKI Braunschweig, Hans-Joachim Preuss, Zielgruppenmanager Remmers Baustofftechnik und Ludger Overhageböck, Projekt- und Geschäftsbereichsleiter Remmers Baustofftechnik, sowie Dr. Guido Hora (hier nicht auf dem Bild), Fachbereichsleiter Oberflächentechnologie WKI Braunschweig


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