Erziehung statt Strafe
Zu der Forderung des Hamburger Justizsenators Roger Kusch das Jugendstrafrecht abzuschaffen, erklärt Claudia Roth, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
Die Ausflüge von Senator Kusch in die Bundespolitik lassen sich an Unverstand und Gedankenlosigkeit kaum überbieten. Justizsenator Kusch argumentiert zum wiederholten Male frei von jeder sachlichen Grundlage. Erst die Legalisierung der Sterbehilfe, dann sein peinlicher Auftritt vor dem Bundestag zum Antidiskriminierungsgesetz und jetzt die Forderung nach Abschaffung des Jugendstrafrechts.
Bei der Jugendstrafe geht es dem Senator anscheinend nur um Überwachung und Strafe, Resozialisierung und Unterstützung von straffälligen Jugendlichen spielen für ihn keine Rolle. Es ist falsch, Jugendliche mit Schwerverbrechern in einen Knast zu stecken, vielmehr braucht es pädagogische Unterstützung.
Straftaten bei Jugendlichen stellen nur in wenigen Fällen den Beginn einer kriminellen Karriere dar. Statt einer Abschaffung des Jugendstrafrechts braucht es eine Verbesserung der Praxis. Dazu gehören schnelle Sanktionen nach einer Tat und ein Ausbau des Täter-Opfer-Ausgleichs.
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