29-Meter-Steigleiter aus dem Baukasten: Modular und rationell
Vorgefertigte Elemente und exakte Planung / Kurze Montagezeit
Wenn Industriegebäude brennen, helfen äußere Fluchtwege, die nicht von Flammen, Rauch oder giftigen Gasen blockiert werden.
Solche Steigleiter-Konstruktionen können schnell und unkompliziert errichtet werden. So montierte die bayerische Schlosserei
Duschl in nur einer Woche eine 29 Meter hohe Notfall-Fluchtleiter aus verzinktem Stahl in einer Groß-Molkerei. Nach dem
Baukastenprinzip: Firmenchef Hermann Duschl und zwei Mitarbeiter setzten 14 bereits vorgefertigte Elemente zusammen. Jede
nachträgliche Anpassung hätte auf der Baustelle zu zeitaufwändigen Schneide- bzw. Schweißarbeiten geführt, erläutert Duschl.
Umso wichtiger war die Planung im Detail sie übernahmen die Experten für Sonderkonstruktionen bei der Günzburger
Steigtechnik. Die Steigleiter passt die objektspezifischen Gegebenheiten den Vorschriften der DIN 14094-1 (Feuerwesen Notleiteranlagen zur Rettung von
Menschen) an. In enger Abstimmung mit dem Auftraggeber entschieden sich die Planer für eine vierzügige Konstruktion aus feuerverzinktem
Stahl nach DIN ISO EN 1461. Die vier einzelnen Abschnitte (2 x 8,40 m, 1 x 7,80 m und 1 x 9,80 m bei ausgefahrener Ausstiegsleiter zum
Boden) erreichen zusammen eine Steighöhe von ca. 29 Metern.
Die komplette Anlage wurde kostensparend nach dem Baukastenprinzip errichtet. Jeweils drei bis vier vorgefertigte Elemente (1,96 m, 2,80
m und 3,64 m) ergeben kombiniert einen Abschnitt. Standardisierte Rückenschutzstreben und Rückenschutzbügel sorgen für Fallschutz.
Plattformen aus Einzel-Podesten
Standard-Elemente beschleunigten auch die Montage der Plattformen in Höhe der Fluchttüren. Sie bestehen aus vorgefertigten Podesten, die
beliebig kombiniert werden können je nach individuellen Gegebenheiten. Im vorliegenden Fall setzen sich die unteren beiden Plattformen aus
jeweils drei Elementen zusammen: Einem Grundpodest (mit Konsole an Stirn- und Längsseite) und zwei angeschraubten Ergänzungspodesten
(mit Konsole an der Längsseite). Diese beiden Plattformen sind breiter als die oberen beiden, um einen hinter der Wand befindlichen
Versorgungsschacht zu überbrücken. Gitterroste als Plattformbelag minimieren die Rutschgefahr.
Hermann Duschl lobt die einfache Handhabung des Materials der Günzburger Steigtechnik. Die Fixierung der Leiterteile erfolgte teilweise per
Schrauben in einbetonierten Halteschienen oder über Maueranker aus nichtrostendem Edelstahl (V4A). Zur Sicherung der Statik wurden die
Podeste mit in der Fassade verankerten Schrägstreben abgestützt.
Breite Anwendungspalette
Steigleitern "made in Günzburg" werden außer als Rettungsweg u.a. als Zugang zu Dächern, Arbeitsbühnen, Krananlagen, Silos, Brücken oder
Kontrolltürmen eingesetzt (gem. DIN 18799). Sie sind wahlweise in den Werkstoffen Stahl verzinkt (DIN EN ISO 1461), Edelstahl (1.4571 (V4A)
gebeizt, Leichtmetall blank und Leichtmetall eloxiert erhältlich. Angenehmer Nebeneffekt: Die Steigleiter "made in Günzburg" lockert das
Erscheinungsbild der eher gleichförmigen Fassade spürbar auf.