Bundesregierung stellt weitere Finanzmittel für Sanierungsarbeiten in Tschernobyl bereit

Bundesregierung stellt weitere Finanzmittel für Sanierungsarbeiten in Tschernobyl bereit

Nr. 327/05, Berlin, 29. Dezember 2005

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat der Ukraine weitere 12,4 Millionen Euro zur Ueberwindung der Folgen des verheerenden Reaktorunfalls von Tschernobyl zugesagt. Die Finanzmittel dienen der Sicherung des so genannten Sarkophags, mit dem der sichere Einschluss der Reaktorruine und ihre Abkapselung vor der Umwelt sichergestellt werden soll. In Tschernobyl hatte sich im April 1986 der bisher schwerste Unfall in der kommerziellen Nutzung der Atomenergie ereignet.
Bei der Bewaeltigung der Folgen dieser Katastrophe duerfen wir die Ukraine nicht alleine lassen. Internationale Hilfe ist weiterhin unverzichtbar´, sagte Gabriel. Insbesondere auf deutsches Draengen ist es jetzt auch gelungen, Russland als Mitfinanzier zu gewinnen. Der Bundesumweltminister aeusserte die Erwartung, dass die russische Seite ihr Engagement noch weiter steigern wird.

Mit Hilfe einer Beton- und Stahlummantelung, dem Sarkophag, soll die Umwelt sicher vor der Radioaktivitaet abgeschirmt werden, die von dem zerstoerten Reaktor immer noch ausgeht. Insgesamt wird die Sanierung mehr als 1 Milliarde US-Dollar kosten. Die dafuer notwendigen Gelder gehen an den ´Chernobyl Shelter Fund´, der von der Europaeischen Bank fuer Wiederaufbau und Entwicklung in London verwaltet wird. Dahin fliessen auch die jetzt von der Bundesregierung bereitgestellten 12,4 Millionen Euro. Damit erhoehen sich die deutschen Beitraege in den Fonds seit dem Jahr 1998 auf insgesamt 60,5 Millionen Euro. Ausserdem traegt Deutschland rund 28 Prozent des EU-Beitrags von knapp 240 Millionen Euro und ist damit einer der groessten Geberstaaten.

´Die Hoehe der Kosten zeigt, dass die Folgen eines Atomunfalls nicht nur verheerend fuer Menschen und Umwelt sind, sondern auch zu gravierenden volkswirtschaftlichen Belastungen fuehren´, betonte Gabriel. Im Laufe des Jahres 2005 hatten sich die G8-Staaten darauf verstaendigt, wie die Lasten auf die einzelnen G8-Staaten und anderen Geberlaender verteilt werden sollen. Die Unterstuetzung erfolgt aufgrund von Vereinbarungen aus den 90-er Jahren. Die Ukraine hatte seinerzeit zugesagt, alle Reaktoren in Tschernobyl stillzulegen. Der letzte Block ging 2000 ausser Betrieb. ´Tschernobyl ist eine bestaendige Mahnung, dass die Nutzung der Atomenergie unverantwortbare Risiken birgt. Deutschland ist mit dem Atomausstieg auf dem richtigen Weg´, so Gabriel.

Hrsg: BMU-Pressereferat,Alexanderplatz 6, 10178 BerlinRedaktion: Michael Schroeren (verantwortlich)Thomas Hagbeck, Jürgen Maaß, Frauke StamerTel.: 01888/305-2010.Fax: 01888/305-2016email: presse@bmu.bund.de internet: http://www.bmu.de/presse


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