Landes-Behindertenbeauftragter sieht positiven Trend bei Enthospitalisierung behinderter Menschen in Sachsen-Anhalt
Magdeburg. Sachsen-Anhalts Landes-Behindertenbeauftragter Adrian Maerevoet sieht erstmals seit Jahren einen positiven Trend bei der Enthospitaliserung behinderter Menschen in Sachsen-Anhalt. Maerevoet sagte am Mittwoch: ´Menschen mit Behinderungen haben das Recht, selbstbestimmt zu leben. Ambulante Betreuung hat Vorrang vor einer Betreuung in Heimen. Während in der Vergangenheit die Zahl ambulanter Wohnformen stagnierte oder abnahm, ist jetzt eine Trendwende erreicht.´
Diese Entwicklung zeige in die richtige Richtung, so Maerevoet. ´Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, stationäre Wohnheimplätze zu reduzieren und Menschen mit Behinderungen so zu fördern, dass sie selbstständiger leben können. Häufig müssen Menschen ohne Behinderungen erst lernen und akzeptieren, dass Menschen mit Behinderungen sehr wohl wissen, was sie benötigen und wie sie leben wollen.´
Da die Kommunen früher für die ambulanten Wohnformen zuständig waren und das Land für die Wohnheime, bestanden erhebliche Probleme an dieser Schnittstelle. Menschen mit Behinderungen verweilten offenbar im stationären Bereich, obwohl sie selbstständiger hätten leben können. Um diesen diskriminierenden Zustand zu ändern, wurde mit der Gründung der Sozialagentur am 01. Juli 2004 die Zuständigkeit einschließlich der Kosten für das ambulant betreute Wohnen vom Land übernommen.
In einer Bilanz der Landesregierung gegenüber dem Landtag sind nunmehr erste Erfolge erkennbar. Während vor der Gründung der Sozialagentur mit ständig sinkender Tendenz lediglich etwa 900 Menschen mit Behinderungen ambulante Eingliederungshilfe erhielten, waren es am 30.06.2005 bereits 1.905. Außerdem konnte die Zahl der Bewohnerinnen und Bewohner von Wohnheimen für Menschen mit wesentlichen geistigen Behinderungen deutlich gesenkt werden. Während Ende 2001 noch 3.194 diese Leistungen benötigten, waren es erfreulicherweise Ende Juni 2005 nur noch 2.860 Menschen.
Den Jahreswechsel nahm Adrian Maerevoet zum Anlass, den vielen haupt-, neben- und ehrenamtlichen Menschen im Land zu danken, die sich tagtäglich für die Förderung und Anerkennung der Selbstbestimmung behinderter Menschen einsetzen. ´Sie tragen dazu bei, dass sich die Situation für die Menschen mit Behinderungen ständig verbessert. Lassen sie uns gemeinsam ein für alle Menschen unseres Landes erfolgreiches Jahr 2006 gestalten.´
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