Bundesinnenminister Dr. Schäuble würdigt die Arbeit der Identifizierungskommission und dankt den Helfern für ihren Einsatz
Berlin, 28. Dezember 2005 - Zur Beendigung der Arbeit der Identifizierungskommission erklärt Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble: ´Die Flutkatastrophe in Südostasien war eine der größten und schrecklichsten Naturkatastrophen überhaupt. Die deutschen Behörden waren gefordert, jedem eingegangenen Hinweis auf vermisste deutsche Bürgerinnen und Bürger in den betroffenen Gebieten nachzugehen und unter teilweise sehr schwierigen Bedingungen alles zu unternehmen, um das Schicksal jedes Einzelnen aufzuklären.
Jetzt, nachdem ein Jahr vergangen ist, kann die im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe in Südostasien eingesetzte Identifizierungskommission (IDKO) des Bundeskriminalamtes ihre Arbeit vor Ort weitgehend beenden. Sie hat mit Unterstützung der Polizeien aus den Bundesländern sowie Rechts- und Zahnmedizinern hervorragende Arbeit geleistet. Es ist gelungen, nahezu alle deutschen Vermissten zu identifizieren und deren Schicksal zu klären. Ich möchte allen Helfern für ihr Engagement und für ihren Einsatz an dieser Stelle nochmals ausdrücklich danken.´
Der Einsatz, der seit dem 27. Dezember 2004 andauert, ist in seiner Art der bisher größte polizeiliche Bund-/Ländereinsatz im Ausland. Derzeit werden noch 15 deutsche Staatsangehörige vermisst, davon 14 in Thailand. Im Verlauf der Arbeit konnten 537 und damit mehr als 97 Prozent - der in Deutschland vermisst gemeldeten Menschen identifiziert werden.
Die IDKO wurde 1972 gegründet und besteht aus freiwilligen Spezialisten des BKA sowie ausgewählten Rechts- und Zahnmedizinern aus dem gesamten Bundesgebiet. Die IDKO kommt anlassbezogen im In- und Ausland zur Identifizierung von Katastrophenopfern zum Einsatz.
Bundesinnenminister Dr. Schäuble betonte besonders, dass der Einsatz in Südostasien ohne die maßgebliche personelle Unterstützung aller Bundesländer nicht möglich gewesen wäre.
Die Arbeit in Thailand ist noch nicht vollständig beendet. Der Identifizierungsprozess soll Anfang Januar 2006 unter bewährter Führung der Royal Thai Police fortgesetzt werden. Hierzu erklärt Bundesinnenminister Schäuble, dass Deutschland sich seiner Verantwortung bewusst ist und sich auch weiterhin mit drei bis vier Mitarbeitern aktiv beteiligen wird.
Im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe waren auch weitere Behörden aus dem Geschäftsbereich des Bundesinnenministeriums eingesetzt:
Bereits einen Tag nach Beginn der verheerenden Katastrophe gehörten die Einsatzkräfte des THW zu den ersten ausländischen Hilfsorganisationen, die humanitäre Hilfe in von dem Tsunami heimgesuchten Regionen leisteten. Mit Beendigung der Soforthilfe konzentriert sich die Arbeit des THW nunmehr auf langfristige Wiederaufbauprojekte in Indonesien und Sri Lanka. Zu den 25 Projekten zählen unter anderem der Wiederaufbau von Krankenhäusern, Schulen und Kindergärten sowie die Neuerrichtung ganzer Dörfer.
Die finanziellen Mittel zur Umsetzung der THW-Projekte werden vom Auswärtigen Amt und im Rahmen der Partnerschaftsinitiative der Bundesregierung von Städten, Gemeinden sowie größerer und kleinerer Unternehmen, Institutionen und Privatpersonen bereitgestellt. Insgesamt waren bislang rund 180 Helfer des THW in der Katastrophenregion im Einsatz.
Beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) vermittelte und koordinierte das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern (GMLZ) die verfügbaren Ressourcen aus Deutschland für die verschiedensten Formen der Hilfeleistungen. Zugleich war die Koordinierungsstelle Nachsorge, Opfer- und Angehörigenhilfe (NOAH) des BBK für die Betreuung der Betroffenen, Angehörigen und Hinterbliebenen tätig. Sie hat in enger Abstimmung mit Hilfsorganisationen, Kirchen, privaten Anbietern, Fachgesellschaften der Psychologie und Psychiatrie sowie der Bundespsychotherapeutenkammer und der Bundesärztekammer psychologische und administrative Hilfe angeboten. Dabei hat NOAH bis heute über 15.000 Anrufe entgegengenommen und begleitet auch heute noch die langfristige psychosoziale Nachsorge.
Die Bundespolizei hatte im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe unter anderem an den deutschen Ankunftsflughäfen für die ungehinderte Einreise der aus dem Katastrophengebiet evakuierten Personen, von denen viele nicht mehr über ihre Reisedokumente verfügten, Sorge getragen.
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