AfA: Scharfe Verurteilung des geplanten Stellenabbaus bei der Telekom
Berlin, 11. November 2005 - Der AfA-Bundesvorstand und der AfA-Bundesausschuss haben auf einer Sitzung am 11. November 2005 nachfolgende Resolution zum geplanten massiven Stellenabbau bei der Deutschen Telekom AG beschlossen:
Der Bundesvorstand und der Bundesausschuss der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD (AfA) verurteilen auf das Schärfste den geplanten weiteren Abbau von 32.000 Arbeitsplätzen im Konzern der Deutschen Telekom AG in Deutschland bis 2008. Nach der Totalprivatisierung im Jahr 1995 sind in Deutschland bereits 150.00 Arbeitsplätze bei der Telekom vernichtet worden.
Es ist ein beschäftigungspolitischer Skandal, dass diese gewaltige Arbeitsplatzvernichtung geplant wird, während gleichzeitig Milliardengewinne eingefahren werden! Bei der Telekom, hier insbesondere bei der Sparte T-Com im Festnetzbereich, wo allein 20.000 Arbeitsplätze vernichtet werden sollen, sind dringend Serviceverbesserungen notwendig.
Dort werden mehr Beschäftigte benötigt, um dem steigenden Arbeitsdruck Einhalt zu gebieten. Die Beschäftigten haben dem Unternehmen mit dem Beschäftigungsbündnis im Jahr 2004 aus einer schlechten wirtschaftlichen Lage heraus geholfen. Sie haben mit der Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 34 Stunden mit entsprechenden Einkommensverlusten finanzielle Opfer gebracht. Durch ihr Engagement und ihre Motivation haben sie den Aktionären, im Wesentlichen dem Großaktionär Bund, wieder zu Dividenden und dem Unternehmen zu glänzenden Zahlen verholfen.
Auch wenn das Management angekündigt hat, dass der Personalabbau sozialverträglich gestaltet werden soll, tragen die Horrorpläne der Telekom nicht zur Motivation der Beschäftigten bei, sondern dienen nur dazu, den Aktienkurs in die Höhe zu treiben. Wir fordern die Telekom auf, ausreichend Personal einzusetzen, um im Wettbewerb bestehen zu können. Weiterhin müssen der Service ausgebaut und die Infrastrukturinvestitionen verstärkt werden. Außerdem muss die Vergabe der Auftragsleistungen an Fremde zurückgefahren werden.
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