Anti-Graffiti-Mobil rückt Schmierereien zu Leibe
Sie zieren zahlreiche Häuserwände, sind jedoch selten schön. Gemeint sind Graffiti; sie zu entfernen kostet meist Mühe, Zeit und Geld. Jetzt gibt es eine wirksame, günstige und schnelle Möglichkeit, gegen diese Wandkritzeleien vorzugehen: das Anti-Graffiti-Mobil Rhein-Main.
Der Clou des Mercedes-Sprinters liegt im Inneren des Fahrzeugs verborgen: Mit modernem Farbtonmeßgerät kann der ursprüngliche Farbton einer Wand analysiert und mittels PC-gesteuerter Farbdosieranlage exakt nachgemischt werden. Das hochsensible Meßgerät analysiert die Farbtonzusammensetzung unter Berücksichtigung der Struktur, des Verschmutzungs- und Verwitterungsgrades der Untergrundfläche. Die Ermittlung der Farbzusammensetzung erfolgt durch spezielle Computer-Software, welche die Daten an die ColorExpress-Farbdosieranlage überträgt. Sie kann den Farbton milliliter-genau für rund 100 Werkstoffe im Fahrzeug exakt ausmischen, berichtet Norbert Neuroth von ColorExpress. Die Außen- und Innenfarben, Acryllacke, Lasuren und Bodenbeschichtungen lassen sich anschließend direkt verarbeiten. Damit spielt es jetzt keine Rolle mehr, ob der Originalfarbton bekannt ist, nicht mehr lieferbar ist oder sich mit der Zeit verändert hat.
Der Schaden ist innerhalb weniger Minuten nicht mehr sichtbar, bestätigt der Inhaber des Anti-Graffiti-Mobils Achim Bachmann: Das geht auch sehr gut bei alten Anstrichen etwa an denkmalgeschützten Fassaden. Über eine Million Farbtöne seien von vornherein an Bord. Alle anderen, auch exotische Töne, können mit dem innovativen System auf PU-, Acryl- oder Dispersionsbasis rezeptiert werden. Der Vorteil: Der Anstrich wird so farbtongenau getroffen, daß erstmals nicht gleich die ganze Wand neu gestrichen werden muß, sondern nur die einzelne verunstaltete Stelle. Je nach Umfang betragen die Aufwendungen für den Kunden nur einen Bruchteil der sonst bei Fassadensanierungen entstehenden Kosten, sagt Maler- und Lackierermeister Bachmann.
Die Vorteile der neuen Methode lassen sich nicht nur zur Graffitibeseitigung nutzen. Auch bei Wasser- und Brandschäden, Balkonsanierungen, Ausbesserungsarbeiten in Treppenhäusern oder bei Teilüberarbeitungen nach Mauerdurchbrüchen, Sanierungen im Sanitärbereich sowie nach Fenstereinbau können individuell auf den jeweiligen Farbton abgestimmte Beschichtungen vorgenommen werden.
Eine tolle unternehmerische Initiative, lobten der Mainzer Wirtschaftsdezernent Franz Ringhoffer (FDP), der seitens der Stadt das Projekt marketing-technisch begleiten will, sowie City-Manager Klaus Hammer. Karl Josef Wirges, Präsident der Handwerkskammer (HWK) Rheinhessen, würdigte den unternehmerischen Mut, etwas anzupacken, was vielen fehlt. Karl-Ludwig Krauter stellte besonders den Pioniergeist heraus. Das Anti-Graffiti-Mobil sei ein Novum, das es in der ganzen Welt kein zweites Mal gebe. Der Obermeister der Maler- und Lackiererinnung Mainz-Bingen warb: Ich empfehle den Kollegen sehr, auf das Mobil zurückzugreifen. Bachmann sieht sich als Dienstleister, um seinen Malerkollegen vor Ort als Servicepartner tatkräftig bei der Farbton-Ermittlung und der schnellen Beseitigung von Schäden zur Seite zu stehen und das weit über das Rhein-Main-Gebiet hinaus.
Bei der Entwicklung des Anti-Graffiti-Mobils nutzte Bachmann das technische Know-how des Farbenherstellers Caparol. Mitarbeiter von ColorExpress standen nicht nur bei Fragen zur Töntechnologie beratend zur Seite, sondern sorgten im Ober-Ramstädter Werk auch für das Einbauen der Anlage.