IG BAU hält am Prinzip der dualen und berufsbezogenen Ausbildung fest

IG BAU hält am Prinzip der dualen und berufsbezogenen Ausbildung fest

Magdeburg, 14.10.2006 - Bärbel Feltrini, zuständig bei der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) für Berufsausbildung, fordert Politik und Wirtschaft auf, mehr als bisher in Ausbildung zu investieren.„Die duale Ausbildung, d.h. die praxisorientierte Ausbildung in Schule und Betrieb muss beibehalten und weiterentwickelt werden“, unterstrich Vorstandsmitglied der IG BAU Bärbel Feltrini vor rund 180 Teilnehmern der Berufsbildungspolitischen Informationstagung in Magdeburg.

Gerade die Bauwirtschaft sehe mit anziehender Wirtschaftsentwicklung einem Facharbeitermangel entgegen, befürchtet die Ausbildungsexpertin. Deshalb lautet ihr Appell an die Wirtschaft: „Investitionen in Technik und Maschinen reichen nicht aus investiert werden muss auch in die Aus- und Weiterbildung der Menschen, die sie bedienen.“

Noch immer gehe die Zahl der bei der Arbeitsagentur gemeldeten Ausbildungsstellen zurück, gleichzeitig wachse die Zahl der Bewerber ohne Ausbildungsplatz. So gab es im Ausbildungsjahr 1999/2000 noch rund 50 000 Ausbildungsstellen mehr als im Jahr 2005. Jeder zweite Hauptschüler und jeder vierte Realschüler finde keinen betrieblichen Ausbildungsplatz. Schulabgänger würden in Warteschleifen geparkt, die zu keinem am Arbeitsmarkt verwendbaren Abschluss führen. In diesem Jahr sei der Anteil der abgeschlossenen Ausbildungsverträge erstmalig unter die 60 Prozent-Marke gefallen. Anfang der 90er Jahre lag die sog. „Einmündungsquote“ noch bei 77 Prozent.

Deshalb fordert die IG BAU eine Ausbildungsoffensive, durch die

1. Ausbildungsstellen für 50 000 „Altbewerber“ geschaffen werden,

2. ausbildungswillige Unternehmen gefördert werden (z.B. durch Verbundausbildung und ausbildungsbegleitende Hilfe) und

3. Projekte zur Qualifizierung junger Menschen unterstützt werden.

Die Initiative wird maßgeblich unterstützt durch die IG BAU, den DGB und seine Einzelgewerkschaften. Die Maßnahmen sollen durch die Bundesagentur für Arbeit, aus Steuermitteln und nicht zuletzt durch eine Umlagefinanzierung der Wirtschaft finanziert werden.

Als positives Beispiel nannte Bärbel Feltrini die Umlagefinanzierung der Bauwirtschaft, mit der seit über 30 Jahren eine vergleichsweise hohe Ausbildungsquote und nicht zuletzt die Qualität der Ausbildung sichergestellt werde.


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