Weniger Schäden an Abwasserkanälen Dritte ATV-Umfrage „Zustand der Kanalisation in Deutschland“

Weniger Schäden an Abwasserkanälen Dritte ATV-Umfrage „Zustand der Kanalisation in Deutschland“
Hennef/Köln, 8. Mai 1998
Galten 1990 noch 22 % der öffentlichen Kanalisation als schadhaft bzw. sanierungsbedürftig, hat sich dieser Anteil 1997 auf knapp 15 % reduziert. Damit wird auch der zur Instandsetzung des deutschen Kanalnetzes noch aufzubringende finanzielle Aufwand überschaubar: Die Sanierung der gesamten öffentlichen Kanalisation erfordert ca. 100 Milliarden DM, verteilt allerdings über viele Jahre. Dies teilte die ATV (Abwassertechnische Vereinigung e. V.) in Köln als wichtigstes Ergebnis ihrer dritten Umfrage über den Zustand der Kanalisation in Deutschland mit.Der verbesserte Zustand der Kanalisation macht deutlich, daß die beträchtlichen Ausgaben der Kommunen für die Abwasserentsorgung, die in Form von Gebühren und Beiträgen von den Bürgerinnen und Bürgern getragen werden, Wirkung zeigen. Für die nächsten fünf Jahre haben die Kommunen bundesweit jährlich ca. 4 Milliarden DM für die Instandsetzung von Kanälen in ihre Etats eingeplant. Diese Maßnahmen sollten jedoch nicht nur als Geldausgabe betrachtet werden, es handelt sich vielmehr um sinnvolle und notwendige Investitionen für die Infrastruktur der Kommunen. Denn intakte Abwasserkanäle sind ein wesentlicher Bestandteil der Gesundheitsvorsorge für die Bevölkerung. Auch haben Investitionen der genannten Größenordnung positive Wirkungen auf den Arbeitsmarkt.
Es wurden annähernd soviele Kilometer Kanal erneuert (d. h. durch Neubauten ersetzt) wie saniert (d. h. repariert). Die Ausgaben für Erneuerungsmaßnahmen lagen ca. viermal so hoch wie die Ausgaben für die sonstigen Sanierungsmaßnahmen. Die Umfrageergebnisse zeigen, daß die Sanierungsverfahren nach wie vor nicht auf allgemeine Akzeptanz treffen. Außerdem soll zumindest teilweise mit der baulichen Instandsetzung der Kanalisation auch deren Querschnitt und damit Abflußleistung vergrößert werden, während sich bei der Sanierung der Rohrquerschnitt in der Regel verringert.
Pro an die Kanalisation angeschlossenen Einwohner wurden im Jahr 1996 für die Reparatur öffentlicher Abwasserkanäle 10 DM aufgewendet. Die durchschnittlichen Kosten für diese Sanierungsmaßnahmen lagen bei ca. 650 DM pro laufendem Meter instandgesetztem Kanal. In den befragten Gemeinden wurden je 1 000 Einwohner 15 Meter Kanal repariert. Deutlich höher lagen 1996 die Ausgaben der Gemeinden für die Kanalerneuerung. Hierfür gaben die Kommunen 36 DM pro angeschlossenen Einwohner aus. Ein Meter Kanalerneuerung kostete durchschnittlich ca. 2 700 DM.


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