Studie zeigt US-Wachstumspotential durch Klimaschutz: Fünf prominente US-Senatoren schreiben an Senatskollegen

Studie zeigt US-Wachstumspotential durch Klimaschutz: Fünf prominente US-Senatoren schreiben an Senatskollegen

Berlin, 19. Juli 2001. Als einen „möglichen Wendepunkt in der US-amerikanischen Debatte um die wirtschaftlichen Folgen des Kyotoprotokolls“ bezeichnete heute Kristina Steenbock, Geschäftsführerin der Deutschen Energie Agentur, eine Studie des kalifornischen Instituts International Project for Sustainable Energy Paths (ipsep). Die Studie „Cutting Carbon Emissions at a Profit: Opportunities for the US“ kommt zu dem in den USA Aufsehen erregenden Ergebnis, dass die US-Wirtschaft durch eine Integration mehrerer kostensenkender Politikmaßnahmen von der Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen profitieren würde.

„Die Ergebnisse müssten für die USA Anlass sein, Ihre Position zu Kyoto grundsätzlich zu revidieren. Jedenfalls entzieht sie der bisherigen Argumentation den Boden“. so die Geschäftsführerin der Deutschen Energie Agentur (dena), die die Studienergebnisse der deutschen Öffentlichkeit zugängig machte.

In USA hat die Studie bereits zu einer ersten Reaktion geführt: Fünf prominente US-Senatoren aus beiden Fraktionen wandten sich am 11. Juli in einem eindringlichen Brief an ihre 100 Kollegen in dem sie nahelegen, die US-Haltung zum Klimaschutz zu überdenken.

Die wichtigsten Studienergebnisse in Stichworten:

1. Bei der Verwirklichung der Kyoto-Reduktionsziele können die USA mit einem jährlichen Zugewinn beim Bruttosozialprodukt rechnen: $ 50 60 Milliarden im Jahr 2010 und $ 120 Milliarden im Jahr 2020 (plus 0.5 Prozent bzw. 1.0 Prozent des BSP). In diesem Ansatz sind die Kosten potentieller Klimaschäden noch nicht berücksichtigt.

2. Ein entsprechender Impuls für das Bruttosozialprodukt wird vor allem über Maßnahmen im eigenen Land ausgelöst. Der Rückgriff auf Gutschriften aus CO2 Senken und die „flexiblen Mechanismen“ des Kyoto-Protokolls seien dagegen von geringer Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung.

3. Die Reduktion des Anteils fossiler Energieträger hätte zusätzliche positive Auswirkungen auf die US-Wirtschaft: Sie erhöht die Versorgungssicherheit der USA und macht sie widerstandsfähiger gegenüber zu erwartender Energiepreis-Schocks.

Autoren der Studie sind Dr. Florentin Krause, Leiter des ipsep-Instituts, vormals Wissenschaftler des Lawrence-Berkeley National Laboratory und Co-Autor des zweiten wissenschaftlichen Berichts des UN IPCC, sowie Dr. Stephen DeCanio, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität von Kalifornien und ehemaliger Senior Staff Economist im Wirtschaftsrat von Ex-Präsident Reagan.

Für die Senatoren John McCain (R), Lincoln Chafee (R), James Jeffords (ehem.R, unabhängig), Joseph Lieberman (D) und Harry Reid (D) waren die Ergebnisse der Studie Anlass für einen Brief an alle 100 US-Senatoren. Darin heißt es: „We would like to alert you to an important new report „Cutting Carbon emissions at a profit: Opportunities for the US“ (...). Climate change will be one of the greatest challenges our country will face in this century. Negative economic impacts are often cited as the reason the U.S. should not implement domestic greenhouse gas reductions. IPSEP’s new economic analysis suggests that the US has domestic policy options for reducing greenhouse gases that will benefit our nation economically while protecting the global environment. As we in Congress begin to tackle this serious global problem we urge you to give this study your careful consideration. Integrated economic analysis such as contained in this report is needed to better inform future U.S. climate policy.”

Die Geschäftsführerin der Deutschen-Energie-Agentur: “Die deutschen Erfahrungen zeigen, dass Klimaschutz und wirtschaftliches Wachstum vereinbar sind. Jetzt liegen entsprechende Ergebnisse auch für die USA auf dem Tisch. Die US-Regierung ist dringend aufgefordert, ihre Ablehnung des Kyoto-Protokolls aufzugeben auch im Interesse der eigenen Wettbewerbsfähigkeit.“

Zum Studiendesign: Die Studie unternimmt eine integrierte Analyse bisheriger Modellierungsstudien zu den Kyoto-Kosten und kombiniert drei bisher separat untersuchte Politikoptionen:

· Technologieprogramme und Marktreformen im Bereich Energie-Effizienz,

· die Rückführung von Einnahmen aus Zertifikatsversteigerungen oder CO2-Steuern in wachstumssteigernde Steuersenkungen und

· den internationalen Handel mit Emissionszertifikaten.

Die Integration der drei Kostenreduzierungsansätze erklärt die überraschende Differenz von kumulativ mehreren hundert Milliarden Dollar im Vergleich zu bisherigen BSP-Verlustprojektionen.

Kontakt:

Deutsche Energie-Agentur (dena)

Kristina Steenbock

Geschäftsführerin

Chausseestraße 128a

10115 Berlin

Tel +49 (0) 30 / 726 16 56-0

Fax +49 (0) 30 / 726 16 56-99

E-Mail: info@deutsche-energie-agentur.de

Internet www.deutsche-energie-agentur.de

ipsep

Dr. Florentin Krause

El Cerrito, 94530, CA

USA

Tel: (001) 510-525 7530 (9 Stunden Zeitunterschied)

E-Mail: ipsep@igc.org

Ein Executive Summery ist unter der Webadresse www.deutsche-energie-agentur.de abzurufen. Die Gesamtstudie sowie eine Zusammenfassung sind im Internet unter www.ipsep.org kostenlos erhältlich (siehe Latest Report).