Heidelberger Kalksandstein: Neue Verwaltungsgebäude für Mainova
In Frankfurt am Main entstehen zur Zeit eine Reihe imposanter neuer Gebäude. Die Stadt, bekannt für ihre Wolkenkratzer-Silhouette, baut aber nicht nur in die Höhe, sondern auch in die Breite wie der Neubau des Hauptgebäudes und der Verwaltung Mainova AG in der Solmsstraße beweist. Hier entstehen in der Nähe des Westbahnhofs auf dem ehemaligen Areal der Maingas gleich mehrere Bürogebäude, die ab 2006 Platz für rund 1.000 Mitarbeiter der Mainova AG bieten werden. Das Unternehmen, das 1998 durch den Zusammenschluss der ehemaligen Stadtwerke Frankfurt am Main GmbH und der Maingas AG entstanden ist, versorgt rund 460.000 Haushalte in Frankfurt und Umgebung täglich mit Strom, Erdgas, Wärme und Wasser.
Bernd Kosek vom Mainova-Immobilien-Management: Nach dem Zusammenschluss waren unsere Standorte über die ganze Stadt verteilt. Nachdem Mainova am Standort Solmsstraße bereits in einem 1. Bauabschnitt ein neues Multifunktionsgebäude errichtet hatte und das Gelände sehr gut gelegen ist, lag es auf der Hand, hier die neue Verwaltung zu konzentrieren.
Bevor der 2. Bauabschnitt starten konnte, musste auch das Gelände, auf dem bis zum Zweiten Weltkrieg aus Steinkohle Stadtgas hergestellt wurde, aufwendig saniert werden. Die vorhandenen Hallen und Gebäude wurden abgerissen, der Boden anschließend bis zu einer Tiefe von 15 m komplett ausgetauscht.
Geplant wurde die neue Mainova-Verwaltung vom Architektur-Büro K u P Michael Kleinert / Jens Boderke aus Frankfurt, das auch schon für das bestehende Multifunktionsgebäude verantwortlich war. Architekt Michael Kleinert: Unsere Aufgabe war es, möglichst platz- und ressourcensparend zu bauen und die Gebäude so variabel wie möglich nutzbar zu machen. Wir entschieden uns für ein pavillonartiges Gebäude-System, das über einen sogenannten Highway miteinander vernetzt ist. Dieser Highway verläuft oberhalb der Fahrerschließung und sorgt später für witterungsgeschützte Anbindungen.
Ausführendes Bauunternehmen ist die Hochtief Construction AG, die die insgesamt vier neuen Gebäude erstellt. Neben dem in der Mitte liegenden fünfgeschossigen Bürogebäude, das die IT aufnimmt, entsteht parallel zur Solmsstraße ein neungeschossiger Bau für die Verwaltung und Kundenberatung. Zum verbleibenden Grünraum orientiert befindet sich das neue Kantinengebäude mit zweigeschossiger Rotunde sowie die Energiezentrale.
Alle Gebäude werden in Beton-Skelettbauweise errichtet. Die Besonderheit: Durch die Verwendung von Hohlkörper-Fertigteildecken (System Cobiax) konnte wesentlich Gewicht eingespart werden, was einerseits eine weite Stützenstellung und andererseits schlankere Stützen ermöglicht. Das macht wiederum den Ausbau flexibel und erleichtert spätere Grundrissänderungen der 60 bis 70 m langen Gebäude.
Bedingt durch die sowieso wegen der Baugrundsanierung vorhandene tiefe Baugrube wurden für die beiden Bürogebäude jeweils drei Kellergeschosse erstellt. Die unterste Ebene nimmt Technik und Lagerflächen auf, im 1. und 2. Untergeschoss befinden sich 274 Pkw-Stellplätze.
In den Kellergeschossen kam Kalksandstein-Sichtmauerwerk im Mittelformat mit Stoßfugenvermörtelung zum Einsatz. Hauptsächlich verwendet wurde der 9 DF Blockstein IS (Innensicht) eine Anfertigung für die Mainova-Baustelle, geliefert aus dem nahen Heidelberger Kalksandstein-Werk Babenhausen.