Ytong nach internationaler Öko-Norm zertifiziert

Ytong nach internationaler Öko-Norm zertifiziert

Im Rahmen des diesjährigen Kongresses der Arbeitsgemeinschaft Umweltverträgliches Bauprodukt e.V. (AUB) in Stuttgart wurde Xella International die AUB-Umweltdeklaration für Ytong Porenbeton überreicht. Damit erhält Xella als einer der ersten Hersteller ein ökologisches Prüfsiegel, das nach der internationalen Norm ISO 14025 aktuelle und vollständige umweltrelevante Daten über den gesamten Lebenszyklus eines Baustoffes vorweisen kann. Mit dem Bau seines Lebensraumes greift der Mensch intensiv und nachhaltig in seine Umwelt ein. Es gibt kein Bauteil, keinen Baustoff und kein Gebäude, das ohne Einfluss auf die Umwelt hergestellt werden könnte. Dazu kommt der Ressourcen- und Energieverbrauch während der Nutzungsphase eines Gebäudes, der den bei der Herstellung noch bei weitem übersteigt.

Noch vor einigen Jahren wurden bei der ökologischen Beurteilung eines Baustoffes in erster Linie der Primärenergiebedarf sowie Abgase und Abwässer bei der Produktion bewertet. Diese Betrachtung hat maßgeblich dazu geführt, dass Unternehmen generell für den Umweltschutz sensibilisiert wurden und die Produktionskreisläufe ressourcenschonend optimiert haben.

Inzwischen hat die deutsche und europäische Umweltpolitik die Messlatte zur Bewertung der Umweltverträglichkeit von Bauprodukten wesentlich höher gehängt. „Hygiene, Gesundheit und Umweltschutz“ sind wesentliche Anforderungen der europäischen Bauproduktenrichtlinie und des deutschen Bauproduktengesetzes. Die EU verfolgt eine übergeordnete „Integrierte Produkt-Politik“ und der Leitfaden „Nachhaltiges Bauen“ des Bundes gibt bereits klare Handlungsanleitungen bis hin zu Ausschreibungsvorgaben.

Gleichzeitig hat sich der normative Rahmen konkretisiert. Die weltweite ISO-Normenorganisation hat mit der ISO 14025 eine Norm vorgelegt, die zur Umweltdeklaration von Bauprodukten einheitliche Bewertungskriterien und Messverfahren vorgibt.

Beurteilung nach Lebenszyklus
Die Arbeitsgemeinschaft Umweltverträgliches Bauprodukt e.V. ist derzeit die einzige Organisation in Deutschland, die konsequent nach der international abgestimmten Norm ISO 14025 deklariert.

AUB-Umweltdeklaration konzentriert sich auf die Beschreibung der zwei Lebensphasen, die unter dem direkten Einfluss der Hersteller liegen: den Abbau und die Herstellung der Rohstoffe sowie die Produktion des Bauproduktes. Ein Planer kann zum Beispiel dann auf Basis der gelieferten Daten auch die Erstellung des Bauwerks, die Nutzungsphase nach der Verbauung sowie Rückbau oder Wiederverwertung modellieren.

Eine gute Bilanz für Ytong
Die AUB-Umweltdeklaration für Ytong wurde für unbewehrte Bausteine unterschiedlicher Formate erstellt. Die Ökobilanz basiert auf den Herstellungsdaten von Ytong Porenbeton der Rohdichteklassen 400 kg/m³ (P2 0,40) und 500kg/m³ (P2 0,50). Mehr als 60 % der Gesamtproduktion sind damit erfasst und nicht die Herstellung eines einzelnen Produktes. Die Bilanz wurde nach den Richtlinien der DIN ISO14040 ff. durchgeführt.

Das Ergebnis der Prüfung belegt, dass Ytong in keiner Phase der Herstellung, Verarbeitung oder Nutzung Schadstoffe freisetzt, die besondere Maßnahmen zum Schutz der Umwelt zur Folge hätten. Die natürliche ionisierende Strahlung von Porenbeton ist äußerst gering und gesundheitlich unbedenklich. Ytong ist nicht brennbar. Im Brandfall können keine toxischen Gase oder Dämpfe entstehen. Auch bei Hochwasser werden keine Stoffe ausgewaschen, die wassergefährdend sein können. Bei bestimmungsgemäßer Anwendung ist Ytong unbegrenzt beständig und überdauert die Nutzungszeit der daraus errichteten Gebäude.

Auch in der Nachnutzungsphase bestätigt sich die Umweltverträglichkeit von Porenbeton. Sortenreine Reste können zur Herstellung wieder- oder zur Granulatproduktion weiterverwendet werden. Bei der Entsorgung wird Porenbeton gemäß Klasse I nach der TA Siedlungsabfall eingestuft.

Hohe Wärmedämmung entlastet die Umwelt
Die Ökobilanz zeigt, dass die Eigenschaften eines Baustoffes während seiner Nutzungsphase im Vergleich zur Produktion oder Verarbeitung die weitaus größte Wirkung auf die Umwelt hat. Dies zieht sich zwar durch alle Wirkungskategorien wie Treibhauseffekt, Ozonabbau oder Versauerung, schlägt aber bei dem Kriterium Ressourcenknappheit durch den Verbrauch an fossilen Energieträgern für die Heizung mit weit über 90 Prozent am stärksten zu Buche.

Beim Heizenergiebedarf liegt aber auch das höchste Einsparungspotenzial durch wärmedämmende Baustoffe. Ytong Porenbeton ist unter den massiven Baustoffen Spitzenreiter in Sachen Wärmedämmung. Er benötigt keine zusätzlichen Dämmschichten.

Keine Absichtserklärungen
Die Anforderungen an „Nachhaltiges Bauen“ sowie an „Hygiene, Gesundheit und Umweltschutz“ sind keine Absichtserklärungen mehr. Der Bund will ab Ende des Jahres für den öffentlichen Hochbau eine Umweltdeklaration nach ISO 14025 fordern. Es ist damit nur noch eine Frage der Zeit, bis die Bestimmungen des nachhaltigen Bauens und die daraus resultierende Haftung auch rechtlich eingefordert werden.

Dr. Hartmut Walther von der Xella Technologie- und Forschungsgesellschaft mbH sprach auf dem AUB-Kongress in Stuttgart zu den Gründen und dem Nutzen von Umweltdeklarationen nach dem AUB-Schema. Von unabhängiger Seite überprüfte Daten zum Lebenszyklus von Bauprodukten habe es bisher noch nicht gegeben. „Diese Datenbasis ist einzigartig. Sie liefert Zahlen, mit denen gerechnet werden kann. Jetzt kommt es darauf an, diese konsequent anzuwenden“, so Walther.

Bildunterschrift zur Übergabe des Zertifikates:
(v.l.) Dipl.-Ing. Holger Ortleb (Bundesverband Baustoffe, Steine und Erden), Mechthild Klett, (Bundesverband Baustoffe, Steine und Erden), Prof. Dr.-Ing. Horst Bossenmayer (Präsident der AUB), Dr. Hartmut Walther (Xella Technologie- und Forschungsgesellschaft), Dipl.-Ing. Hans Peters (Geschäftsführer der AUB)


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