Ein Turm für Berlin: Studenten entwerfen Hochhaus
Ideen für Neues Bauen am Alten Postbahnhof
Mit einer Rekordbeteiligung ging der in diesem Jahr zum 21. Mal ausgelobte Studentenwettbewerb der Xella International, Duisburg, in die Endrunde zur Bundespreisverleihung. Knapp 500 Studentinnen und Studenten von 55 Hochschulen hatten sich an dem zweistufigen Ideenwettbewerb beteiligt. Die komplexe und höchst anspruchsvolle Aufgabe war die Entwicklung eines Hochhauses als markantes Wahrzeichen und urbanes Zentrum im neu belebten Stadtquartier um den Berliner Ostbahnhof. Im Deutschen Architekturzentrum (DAZ) in Berlin wurden jetzt die Preise und Auszeichnungen an die Bundessieger übergeben.Die Planung eines Hochhauses gilt bei Architekten und Bauingenieuren als Königsdisziplin. Kein Bauwerk erfordert ein komplexeres Wissen und weist mehr Schnittstellen zu anderen Fachbereichen auf. Für die Studenten, insbesondere der höheren Semester, war das Thema Hochhaus eine willkommene Herausforderung, ihre Fähigkeiten unter realen Wettbewerbsbedingungen zu messen und darzustellen. Viele Professoren ließen das Thema als Diplomarbeit zu oder nahmen sie im Rahmen der notwendigen Belegarbeiten als freie Entwurfsarbeit an. Ungewöhnlich hoch war deshalb auch die Beteiligung am Wettbewerb. Insgesamt wurden rund 1.000 Entwürfe erstellt. Letztlich nahmen 320 Studenten mit ihren dann zur Bewertung zugelassenen Arbeiten am Wettbewerb teil.
Die Beurteilungen der Arbeiten wurde durch unabhängige, aus Professoren, Architekten und Ingenieuren bestehende Preisgerichte nach den Grundsätzen und Richtlinien für Wettbewerbe (GRW) vorgenommen.
Die konkrete Aufgabe war der Entwurf eines ca. 120 Meter hohen Hochhausturmes mit gemischter Nutzung für Shopping, flexible Gewerbeflächen für Großraumbüro- und Einzelbüro-Etagen, gehobenes Wohnen, Wellness, Fitness und Gastronomie. Dazu wurde ein reales Grundstück in Berlin mit gültigem Bebauungsplan vorgegeben. Es liegt in attraktiver Nähe zur Spree auf dem Gelände des ehemaligen Postbahnhofes am Berliner Ostbahnhof.
Herausragende Ideen
Mit außergewöhnlicher Kreativität, die sich besonders in den Spitzenarbeiten widerspiegelt, haben die Studenten die komplexe Wettbewerbsaufgabe in großer Vielfalt zu eigenständigen, unverwechselbaren Konzepten umgesetzt. Gerardo Villar Watty von der Hafen City Universität Hamburg, der sich bereits in der regionalen Stufe des Wettbewerbes als erster Sieger platzieren konnte, nahm für die Grundidee zu seinem Hochhausentwurf Anleihen aus der Natur. Um den Gebäudekern entwickelt er die verschiedenen Nutzungen wie um einen Baumstamm zu einer monumentalen Skulptur, die mit einer konsequenten Nord-Süd-Teilung zudem als Landmark Orientierung im städtischen Kontext bietet. Villar Watty wurde von Frau Professor Anne Rabenschlag betreut. Der zweite Preis von Matthias Henke, HTWK Leipzig, gewinnt seine prägnante Erscheinungsform durch sechs verspringende Kuben mit unterschiedlicher Geschosszahl. Mit der zusätzlichen Anordnung vertikaler Gärten entsteht eine abwechslungsreiche Gestaltung und eine hohe Nutzungsqualität. Henke wurde von den Professoren Hülsmeier und Löffler betreut. Das Team Christoph Richter und Johannes Pätzold von der TU Dresden sicherte sich den dritten Platz, indem sie die Vielfältigkeit urbanen Lebens zu einer Stadt in einem Turm addierten und die verschiedenen Nutzungen gleich einem Sandwich in einer lebendigen Fassade von außen sichtbar machten. Professor Francisco Leiva Ivorra betreute das Team.
Mit einem Sonderpreis würdigte die Jury den ungewöhnlichen, aber überzeugenden Entwurf eines vertikalen Klosters von Elisabeth Deutschmann und Alexander Bartscher von der RWTH Aachen. Mit der Typologie des Klosters als Fluchtturm setzen sie ein städtebaulich sichtbares Zeichen.
Zwei weitere Arbeiten wurden mit Ankäufen ausgezeichnet. Dabei waren Christoph Helmus, RWTH Aachen, betreut von den Professoren Humblé und Ruoff sowie das Team Nadine Israel und Sebastian Scholz, FH Bochum, betreut von Professor Krumlinde und Dipl.Ing. Poensgen, erfolgreich.
Neuer Wettbewerb
Auch das Thema für den 4. Xella Studentenwettbewerb und damit 22. Ideenwettbewerb insgesamt liegt schon fest. Der Titel Wohnen am Wasser greift den Trend zur exklusiven Immobilie in freizeitgerechter Umgebung und entsprechender Infrastruktur auf. Die Unterlagen und ausführliche Informationen zum Wettbewerb sind unter www.xella.de erhältlich.
Der Auslober des Wettbewerbes, die Duisburger Xella International GmbH, ist mit Produktmarken wie Hebel, Ytong, Silka, Fermacell und Multipor einer der international führenden Baustoffhersteller.



