Vertragsabschlüsse der Architekten auf historischem Tiefstand
Bundesarchitektenkammer 26.01.2001
Die jüngste vierteljährliche Befragung des ifo Instituts München zur Auftragssituation der freischaffenden Architekten in Deutschland verdeutlicht ihre wirtschaftlich katastrophale Lage: Nur 43 Prozent der Architekturbüros konnten im Befragungszeitraum neue Verträge abschließen. Dieser Wert ist der tiefste, der in gut zwanzig Jahren Architektenumfrage je erreicht worden ist.Die ifo Architektenumfrage erfasst viermal jährlich bei etwa 3000 freischaffenden Hochbauarchitekten aus neun Bundesländern die Indikatoren Geschäftsklima, neu abgeschlossene Verträge, das damit verbundene geschätzte Bauvolumen und die Auftragsbestände. Innerhalb des letzten halben Jahres hat sich das Geschäftsklima deutlich verschlechtert. Es nähert sich wieder dem Tiefstwert Mitte der Neunziger Jahre an.
Die Klimaeintrübung resultierte überwiegend aus einer pessimistischeren Einschätzung der Geschäftsaussichten. Nur noch etwa jeder achte Architekt geht davon aus, dass seine Geschäftslage in etwa sechs Monaten "eher günstiger" sein dürfte. Aber auch die Geschäftslage wird ungünstiger als im Vorquartal beurteilt.
Bei der Akquirierung von Planungsvolumen im Wohnungsbau erfolgte im 3. Quartal 2000 ein deutlicher Einbruch und auch im Nichtwohnbau konnte das Volumen nicht gehalten werden. Im Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser setzte sich der seit drei Quartalen anhaltende Rückgang fort, und die Aufträge zur Planung von Mehrfamiliengebäuden erreichten wieder das tiefe Niveau vom Beginn der neunziger Jahre.
Der historisch niedrige Wert neu abgeschlossener Verträge geht einher mit einem niedrigem durchschnittlichen Auftragsbestand von 4,6 Monaten. Bei dieser Entwicklung scheint eine Zunahme der Insolvenzen bzw. Geschäftsaufgaben unausweichlich.