Stadtwerke-Leistungen halten kritischen Blick von Handel und Gewerbe Stand
Köln. Viele Stadtwerkekunden fühlen sich 2005 besser über die Strommarktliberalisierung informiert als im Vorjahr. Dies ist eines der Ergebnisse des ASEW-Erfolgsbarometers Gewerbe- und Geschäftskunden 2005. Dennoch meinen die wenigsten Geschäftsinhaber und Gewerbetreibenden, gut über die Entwicklungen in der Versorgungswirtschaft informiert zu sein. Besonders beim Wissen über die Erdgasmarktliberalisierung gibt es noch Nachholbedarf.Die Veränderungen in der Energiewirtschaft haben 2005 dazu geführt, dass telefonische Anfragen seitens der Gewerbe- und Geschäftskunden bei ihrem Stadtwerk vor allem Preise und Tarife betrafen. Insgesamt, so ASEW-Geschäftsführerin Vera Litzka, werden die Kunden kritischer. Dies sei in erster Linie auch auf die Berichterstattung über steigende Energiepreise zurückzuführen: Da geraten dann alle Energieversorger unter Generalverdacht, vermutet Vera Litzka. Die Stadtwerke versuchen, den 2005 im Vergleich zu 2004 zu verzeichnenden Image-Einbruch bei Gewerbekunden durch mehr Transparenz und die Beibehaltung des gewohnt guten Services wieder Wett zu machen: Freundliche Stadtwerkemitarbeiter stehen als Ansprechpartner oder per E-Mail für Fragen oder Probleme mit der Abrechnung zur Verfügung und setzen verstärkt auf individuelle Problemlösungen. Um die Qualität der Beantwortung von Anfragen zu steigern, werden die Mitarbeiter auf Weiterbildungen wie beispielsweise dem ASEW-Qualifizierun gslehrgang über die aktuellen Entwicklungen in der Energiewirtschaft informiert. Trotz einer insgesamt kritischen Grundeinstellung von Energiekunden machte die Befragung von knapp 2000 Kunden, die die imug-Beratungsgesellschaft im Auftrag einiger ASEW-Mitgliedsunternehmen durchgeführt hat, auch deutlich: Die Kunden der beauftragenden Stadtwerke sind mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis ihres Stadtwerks dieses Jahr zufriedener als im Vorjahr. Nach wie vor erweisen sich die Versorger vor Ort als sehr zuverlässig, sie haben einen hohen Stellenwert für die Region und sind vertrauenswürdig. Die Wechselbereitschaft ist dementsprechend gering. Dabei fällt auf, dass neben der Vertrautheit und der räumlichen Nähe des örtlichen Stadtwerks auch dessen Preiskalkulation selbst dem sehr kritischen Verbraucherblick Stand hält und überregionale Konkurrenz nicht zu fürchten braucht.
Im Vergleich zu den Privatkunden fällt nach Auskunft von Vera Litzka auf, dass den Gewerbe- und Geschäftskunden die Innovationsfähigkeit ihres Stadtwerks vor Ort wichtiger ist und auch die regionale Verankerung des lokalen Energieversorgers für letztere einen höheren Stellenwert hat.
Die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) wurde 1989 im Verband kommunaler Unternehmen (VKU) in Köln gegründet. Sie ist ein Fachverband mit 220 kommunalen Energieversorgungsunternehmen. Ziel der ASEW ist die Förderung rationeller, sparsamer und umweltschonender Energie- und Wasserverwendung. Die ASEW-Mitgliedsunternehmen engagieren sich im Bereich der Energieeffizienz, der erneuerbaren Energien und Energiedienstleistungen sowie des sorgsamen Umgangs mit Wasser. Ihr Know-how stellen sie ihren Kunden zur Verfügung.
Ansprechpartnerin:
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