Marktverzerrung bei der Förderung der regenerativen Energien
"Die Förderung erneuerbare Energien wird verbessert", so lautet die Botschaft der Pressemitteilung des Bundesumweltministeriums zu einer Änderung des Marktanreizprogrammes (MAP). Dieses Programm soll laut Minister Trittin "durch Investitionsanreize für private Nutzer den Absatz von Technologien der Erneuerbaren Energien im Markt stärken". Es soll dazu beitragen, dass "deren Kosten gesenkt und deren Wirtschaftlichkeit verbessert wird". Um das Programm der Marktentwicklung anzupassen, würden die Fördersätze der Richtlinien jährlich überprüft, sagte der Minister. Ob dieses Ziel allerdings stringent verfolgt wird, wagen wir zu bezweifeln. Die Förderung der solarthermischen Anlagen mit jetzt 110 /m2 Kollektor (statt 125 /m2 wie bisher) konnte bisher nicht verhindern, dass die Marktentwicklung der potenziell wirtschaftlicheren Solarthermie gegenüber der über das Energieeinspargesetz (EEG) geförderte Photovoltaik stark ins Hintertreffen geriet. Während für die Photovoltaik für das Jahr 2003 etwa 300% der installierten Leistung von 2000, dem Startjahr des EEG, prognostiziert wird (Bundesverband Solarindustrie BSi, 2003), so wächst der Solarthermiemarkt im selben Zeitraum nur um 20%. Deutliche Einbrüche sind im Jahre 2002 und 2003 zu erkennen. Private Verbraucher, die erneuerbare Energien nutzen wollen, werden auf Grund der verzerrten Fördersituation von den effizienten solarthermischen Anlagen weggelockt.
Noch schwieriger als für die bereits eingeführten solarthermischen Wasser- und Luftkollektoren ist die Situation für die Solarheizung mit transparenter Wärmedämmung, einem rein passiven Solarsystem. Hier kämpft die Branche seit zwei bis drei Jahren um das pure Überleben eines energetisch sinnvollen Systems. Mit minimalen Produktionszahlen lässt sich keine "economy of scale" entwickeln. Notwendige Investitionen in eine effizientere Produktion bleiben aus, und die fehlende Wirtschaftlichkeit wird jedem Vertriebspartner um die Ohren geschlagen. Was läge näher, als hier mit minimalem finanziellen Einsatz das Markteinführungsprogramm so zu modifizieren, dass eine positive Marktentwicklung überhaupt erst einmal beginnen kann? Trotz vielfältiger Bemühungen des Fachverbandes TWD e.V. zeigen die neu veröffentlichten Richtlinien zum Marktanreizprogramm, dass man sich weiterhin taub stellt. Dass damit das eigentliche Ziel des Programms, die große Hemmschwelle für neue Technologien etwas abzusenken und so die Markteinführung zu erleichtern, verfehlt wird, ist die logische Konsequenz! Insofern sind die stolzen Feiertagsreden zur "Verbesserung der Fördersituation" wohl verfehlt.
Der Fachverband Transparente Wärmedämmung e.V. fordert daher das Bundesumweltministerium auf, die Benachteiligung der Thermischen Solarenergie allgemein, insbesondere aber auch der Solaren Wandheizung mit Transparenter Wärmedämmung, grundsätzlich zu überdenken.
Fachverband Transparente Wärmedämmung e.V.
Dr. Werner Platzer
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