350m² in 6 Stunden - Fließfähige Dämmung für extreme Höhenunterschiede

350m² in 6 Stunden - Fließfähige Dämmung für extreme Höhenunterschiede

Die Sanierung alter Bausubstanz und die Anbindung eines neuen Anbaues ist eine reizvolle Planungsaufgabe und eine Herausforderung für Architekten. Doch wenn man daran geht alte Gebäude zu entkernen wartet mache Überraschung. Was tun wenn man unterschiedlichste Rohbodenuntergründe und Höhendifferenzen vorfindet?

Die Einwohner der Gemeinde Leimersheim in der Pfalz dürfen sich freuen. Noch in diesem Jahr werden Sie über ein Bürgerzentrum in der Ortsmitte für die verschiedensten Anlässe verfügen können. Die Architekten Prof. P. Weller + K.-M. Zipp, Karlsruhe sanieren dort ein stattliches Fachwerkgebäude aus dem 18. Jahrhundert das einst als Gemeindeschule, später zu Wohnungzwecken genutzt wurde.In der alten Bausubstanz sind in den beiden Hauptgeschossen jeweils zwei Säle vorgesehen. Im Erdgeschoss besteht die Möglichkeit, durch späteren Einbau einer Trennwand, einen kleinen Sitzungssaal mit ca. 60 m² sowie ein Saal mit ca. 86 m² unterzubringen. Der Saal im Obergeschoss mit 150 m² wird die "gute Stube" der Gemeinde für ca. 120 - 150 Gäste werden.

In einem auf der Hofseite angestellten Neubau mit Satteldach sind Gastronomie und Sanitärräume zu finden. Insgesamt für die Architekten eine reizvolle Planungsaufgabe, die geschickt das Raumvolumen des großen Saales in den Dachbereich hinein erweiterten und dadurch eine natürliche Belichtung über die Dachflächen möglich machten. Es entstehen eine Vielzahl reizvoller Durchblicke, beispielsweise von der Saalvorzone im Obergeschoß in den Eingangsbereich des Erdgeschosses.

Wie oft bei Sanierungsaufgaben ließen sich die Rohböden erst dann analysieren als der Bodenbelag im Altbau abgeräumt waren. Vorgefunden wurden sowohl alte Holzbalken, die statisch in Ordnung waren und die lediglich mit 22 mm dicken Mehrschicht-Holzwerkstoffplatten belegt wurden, als auch alte Hohlkörperdecken die in einer früheren Sanierungsphase eingebracht wurden und sich als tragfähig erwiesen. Teilweise jedoch mussten neue Bodenplatten in Ortbeton eingebracht werden. Es wurden sämtliche Heizungsleitungen über die Rohböden geführt, um nicht die öffentlich zugänglichen Kellergeschoßbereiche mit abgehängten Decken versehen zu müssen.

Ein Ausgleich der Höhenunterschiede von bis zu 15 cm war mit Dämmstoffplatten nicht zu realisieren. Die Architekten entschieden sich deshalb für eine neuartige, pumpfähige Dämmung die innerhalb eines Tages eingebracht wurde. Knauf Schubo-Unterbodenmörtel ist ein begehbarer Unterbodenausgleich, bestehend aus Spezialzement und eingeschlossenen Luftporen der in die Baustoffklasse A1 eingeordnet ist.

Seine fließfähige Konzistenz sowie das Einbringen mit einer vollautomatischen Pumpe ermöglichten effizientes Arbeiten. In sechs Stunden waren 300 m² qm im Altbau und 150 m² im Neubau Bodenausgleich eingebracht und unebene und schiefe Rohdecken erhielten ein absolut exaktes Nivellement. Kabel, Heizung- und sonstige Installationsleitungen die direkt über den Rohboden geführt wurden, wurden mühelos und vollständig umschlossen. Benötigt wurden dabei ca. 11 t Bindemittel, die von Knauf im Container bereitgestellt und mit der angeflanschten Maschine verarbeitet wurde.

Die Arbeiten wurden von dem Estrichunternehmen Krupp, Oftersheim, ausgeführt, das mit einem 3-Mann-Team arbeitete, das unmittelbar nach dem Vergießen und Erreichen der nivellierten Höhe die Oberfläche mit einer Schwabbelstange abzogen. Der Unterbodenausgleich war nach 48 Stunden abgebunden und begehbar.

Architekt Karl-Martin Zipp, der die Arbeiten interessiert verfolgte, überzeugen neben der rationellen Technik und Ebenheit auch das geringe Eigengewicht. Die Rohdichte beträgt lediglich 400 kg/m³ so dass Knauf Schubo die Statik der Alt-bausubstanz nicht über Gebühr belastet und sich als ideal bei dieser Sanierung erwies.

Überzeugend auch der gute Dämmwert, mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,1 W/mK kann die Schubo-Ausgleichsschicht bei der Wärmebedarfsberechnung eines Gebäudes berücksichtigt werden.

Überzeugend weiter die kurze Austrocknungszeit. Durch die Verwendung von Spezialmörteln ist der Wasseranteil in Schubo deutlich geringer als bei konventionellen Estrichmörteln. Die ebene Fläche war bereits nach 2 Tagen begehbar und die Handwerker konnten die Sanierung fortsetzen.

Die Säle erhalten jetzt einen Fußbodenbelag aus Massivholzdielen auf Holzfaserdämmplatten, in den Sanitärräumen wird Knauf Fließestrich FE 50 in 50 mm Dicke eingebracht werden.

Bauherr: Gemeinde Leimersheim
Architekten Prof. P. Weller + K.-M. Zipp, Karlsruhe
Estrichbau: Krupp Estriche, Oftersheim
Fachberatung: Armin Zahs, Knauf Karlsuhe

Foto 1:
Die ehemalige Schule in Leimersheim wird ein Schmuckstück werden und als Bürgerforum zur Verfügung stehen.

Foto 2:
Unterschiedlichstes Höhenniveau. Hier eine Hohlkörperdecke mit Ortbeton-Ausgleich die enorme Unebenheiten aufweist.

Foto 3:
Schubo fließt. In 6 Stunden waren 450 m² ebener Fußbodenunterbau hergestellt, der nach 2 Tagen durch Folgegewerke wieder betreten werden könnte.

Foto 4:
Mit Knauf Schubo ausgefüllt werden auch die Rohböden im Nebentrakt.

Fotos: Knauf


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