Mit Sicherheit gebaut
Je näher Baustellen an die Menschen heranrücken, desto wichtiger wird eine ausgeklügelte städteverträgliche Baulogistik. Aktuelles Beispiel: die Europa-Passage in Hamburg.
Das hier ist wie eine Operation am offenen Herzen, erklärt Jörg Fahrenkrug den Besuchern auf dem Parkdeck eines Kaufhauses. Von dort aus haben sie einen hervorragenden Blick auf das Loch im Herzen Hamburgs: Am Jungfernstieg, zwischen Berg- und Herrmannstraße, entsteht derzeit die Europa- Passage. Das ist eine der größten Baustellen Hamburgs und für die Baulogistik eine unglaubliche Herausforderung. Die Sicherheit für Mitarbeiter, aber auch für Besucher, hat überall Vorrang. Von vornherein hat der Bauherr in seine Überlegungen auch eine bürgernahe und besucherfreundliche Informationspolitik mit einbezogen, sagt Dieter Timm, Niederlassungsleiter Hamburg der Streif Baulogistik.Unmittelbar nach Baubeginn erhielten die Logistiker den Auftrag, eine Info- Box in Form von Containern aufzustellen, in der den Hamburgern an Modellen das Projekt und der geplante Ablauf erklärt wird. Jörg Fahrenkrug, der auch für den gefahrlosen Betrieb der Baustelle vor Ort verantwortlich zeichnet, führt seine Besucher zum Bauplatz. Im Eingangsbereich muss sich jeder einer Kontrolle unterziehen. Um die Sicherheit einer Baustelle zu gewährleisten, reicht es heute nicht mehr aus, nur ein paar Bauzäune aufzustellen, die höchstens ein paar Schaulustige abhalten, erklärt der Ingenieur und weist auf die zahlreichen Aspekte hin, die beachtet werden müssen, wenn eine Baustelle dieser Größenordnung zu schützen ist. Nichts bleibt dem Zufall überlassen. So muss der Logistiker auch die Anfahrtswege in Zusammenarbeit mit den dafür zuständigen Behörden planen und festlegen. An der Baustelle Europa- Passage fanden die Baulogistiker im Vorfeld heraus, dass im Innenstadtbereich weitere zehn Baustellen in Betrieb sind. Das erschwerte erheblich die An- und Abfahrtssituation der Baustelle. Jetzt werden die Lkw, die die Materialien anliefern, über verschiedene, an die Situation angepasste Wege an die Grube herangeführt.
Am Ende der Führung zeigt Jörg Fahrenkrug den Besuchern schwarze Kästen, die an den Fassaden der umliegenden Häuser angebracht sind. Es sind Mikrofone für regelmäßige Lärmmessungen zum Schutz der Anwohner. Als es einmal zu ungewöhnlichen Spitzenwerten kam, war die Ursache schnell gefunden: die Glocken der nahe gelegenen St. Nikolai-Kirche hatten zum Gottesdienst gerufen.
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