GEWOBA Bremen nimmt am dena-Pilotprojekt teil

GEWOBA Bremen nimmt am dena-Pilotprojekt teil

Startschuss für die energetische Sanierung zweier Wohngebäude

Bremen/Berlin, 28. Oktober 2004. Mit einem umfangreichen Maßnahmenbündel will die GEWOBA Bremen gemeinsam mit der Klimaschutzagentur Bremer Energie-Konsens den Primärenergiebedarf zweier Bestandsimmobilien auf rund 40 beziehungsweise 60 kWh Primärenergie pro Quadratmeter und Jahr reduzieren. Das Sanierungsvorhaben geht jetzt im Rahmen des bundesweiten Pilotprojektes „Niedrigenergiehaus im Bestand“ der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) an den Start. Bis Mitte nächsten Jahres werden die Wohngebäude Steffensweg 97–101 sowie Carl-Hurtzig-Straße 15–19 energetisch modernisiert. Der Einsatz innovativer Technologien und Baustoffe sowie die Installation einer Solaranlage für die Erwärmung des Brauch- und Heizwarmwassers werden dabei den Primärenergiebedarf der Gebäude um ca. 85 Prozent bzw. ca. 65 Prozent senken. Zusätzlicher Positiveffekt: Die Wohnhäuser erfahren durch die Baumaßnahmen eine deutliche Aufwertung. Dadurch bleiben sie für die Mieter attraktiv. Der Wohnkomfort steigt, die Nebenkosten sinken.

„Im Idealfall ist es heutzutage möglich, den Energiebedarf eines 50er-, 60er- oder 70-er Jahre-Baus auf das Niveau eines „4-Liter-Hauses“ zu drosseln, bei dem der Primärenergiebedarf 40 kWh pro Jahr und Quadratmeter nicht überschreitet“, sagt Ute Czylwik, zuständige Projektleiterin bei der dena in Berlin, die mit diesem Pilotprojekt vor allem Aufklärungsarbeit betreiben will.

„Das ist ein besseres Ergebnis als bei einem Neubau. Denn selbst wenn ein Gebäude nach EnEV als Neubau errichtet worden wäre, läge der Energiebedarf bei ca. 100 kWh pro Quadratmeter und Jahr, was etwa 10 l Heizöl entspricht“, so Czylwik weiter. „Eine ganze Gebäudegeneration kommt jetzt ins Sanierungsalter. Wer Teilnehmer des Projektes ist, kann dafür auch Fördermittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau in Anspruch nehmen.“

Bei beiden Sanierungsvorhaben handelt es sich um typische Siedlungsgebäude aus den fünfziger und sechziger Jahren mit drei beziehungsweise vier Geschosshöhen. Das Wohnhaus Steffensweg 97-101 verfügt über eine Wohnnutzfläche von 888 Quadratmetern verteilt auf 18 Mietparteien. In der Carl-Hurtzig-Straße wohnen 24 Parteien auf insgesamt rund 1.900 Quadratmetern Fläche. „In den kommenden Monaten erhalten beide Gebäude eine hochgedämmte Außenhülle und neue Fenster mit dreifacher Wärmeschutzverglasung“, erläutert Klaus Stadler, Vorstand der GEWOBA. Auch die Kellergeschossdecke wird durch eine wärmeisolierende Schicht ergänzt.

Für das Haus Steffensweg 97-101 ist zur Steigerung des Wohnkomforts der Anbau neuer Vorstellbalkone vorgesehen. Eine verbesserte Energiebilanz soll bei diesem Gebäude insbesondere durch die Installation einer dezentralen Wohnungslüftung sowie einer Solaranlage für die Erwärmung des Brauch- und Heizwarmwassers erreicht werden.

Auch die Maßnahmen in der Carl-Hurtzig-Straße 15–19 dienen dazu, das Mikroklima im Gebäude zu verbessern und den Energieverlust zu minimieren. Zugluft und kalte Füße gehören dann auch hier endlich der Vergangenheit an. So wird die Luftqualität in den Wohnungen künftig durch eine zentrale Belüftung gesteuert. Um das Entweichen von Wärme aus den Wohnräumen zu verhindern, werden die vorhandenen Loggien an diesem Gebäude im gleichen Dämmstandard wie die Fenster verglast. Die Loggien können somit auch in den Wintermonaten als Erweiterung des Wohnzimmers genutzt werden, was den Wohlfühlfaktor eindeutig erhöht. Begrüßen werden die Bewohner schließlich auch den Einbau neuer Bäder. Beide Gebäude werden in bewohntem Zustand modernisiert. „Von der Sanierung profitieren nicht nur die Mieter. Durch die öffentlich gemachten Planungsdetails und Erfahrungsberichte können auch das örtliche Baugewerbe und das Handwerk viel von dem Projekt lernen“, freut sich Dr. Cornelis Rasmussen, Geschäftsführer der Bremer Energie-Konsens GmbH über einen weiteren positiven Nebeneffekt. Mit dem Abschluss der gesamten Arbeiten rechnen die Beteiligten im Juli 2005.

Über die dena

Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) mit Sitz in Berlin ist das Kompetenzzentrum und die Informationsplattform in Sachen Energieeffizienz. Sie entwickelt, initiiert und koordiniert Projekte, Programme und Kampagnen, die die Energieeffizienz in Deutschland vorantreiben. Ziel ist es, Energie rationell und umweltschonend zu verwenden, die Nutzung regenerativer Energiequellen auszubauen sowie innovative Technologien und Dienstleistungen zu forcieren. Dieser Markt soll mittelfristig unabhängiger von staatlicher Förderung werden. Deshalb arbeitet die dena eng mit Unternehmen, Verbänden und der Politik zusammen, um durch intelligente Kooperationen die Märkte für Energieeffizienz und erneuerbare Energien zu erschließen.


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