Traditionelles Fachwerk mit Liapor ausgemauert
Auf den ersten Blick sieht das kleine Fachwerkhäuschen in Kastl aus wie ein sanierter Altbau, doch die Stahl-konstruktion der Terrasse und die Geradlinigkeit der Fachwerkbalken lassen stutzen. Tatsächlich errichtete Architekt Gerhard Grünwald das Schmuckstück von Grund auf neu. Zum Ausfüllen der Fachwerkzwischenräume verwendete er Liapor-Steine.
Architekt Gerhard Grünwald ist gleichzeitig Kreisheimat-pfleger des Landkreises Schwandorf und gehört nicht zu denen, die leichtfertig altes Gemäuer abreißen: "Aber dieses Häuschen war vor 70 bis 90 Jahren das letzte Mal renoviert worden und stand seit etwa zehn Jahren leer. Risse waren sichtbar, die Feuchtigkeit steckte überall und der Haus-schwamm hatte sich eingenistet. Eine Sanierung war schlicht unmöglich." Mit der Denkmalpflege einigte er sich auf Abriss und Neubau in derselben Kubatur, sprich: Das etwa zehn Meter lange und vier bis fünf Meter breite Haus wurde mit allen Vorsprüngen auf dem alten Umriss neu errichtet. Trotz seines Geschichtsbewusstseins griff Architekt Gründwald mit Liapor zu einem modernen Baustoff: "Ich habe schon mehrere Häuser mit Liapor gebaut und nur die besten Erfahrungen gemacht", begründet er. "Sie lassen sich gut bearbeiten und erfüllen alle technischen sowie physikalischen Anforderungen."Mauerwerk aus Liapor
Liapor-Steine entstehen aus hochwertigem, reinem Ton, der bei 1200° C zu feinporigen Liapor-Perlen gebrannt wird. Sie wirken wärme- und schalldämmend. Mit Hilfe von Zement lassen sich die Kügelchen aneinander "kleben" und zu Steinen formen. Grünwald verwendete für alle Mauern Liapor-Steine: "Ich wechsle ungern das System." Das Erdgeschoss wurde massiv aus Liapor-Steinen (36,5 Zentimeter) neu errichtet. Unterkellert ist der Neubau nicht, denn direkt am Haus vorbei fließt die Lauterach. Das ursprünglich nicht genutzte, jetzt aber ausgebaute Dachgeschoss wurde als Fachwerk erstellt. Die Balken sind bis zu 20 Zentimeter stark und dreiseitig ummauert, das heißt: Die Fachwerkzwischenräume wurden ausgefüllt und zur Hausinnenseite komplett mit Liapor-Steinen (11,5 Zentimeter) hintermauert. Zwischen Steinen und Fachwerkholz blieb immer ein halber bis ein Zentimeter Abstand, um die Luftzirkulation zu gewährleisten: "Da durfte kein Mörtel an das Holz kommen", erklärt Grünwald. "Ich habe deshalb extra nach einem erfahrenen Vorarbeiter gesucht, der die alten Handwerkstechniken noch beherrscht." Ausgeführt wurden die Baumeisterarbeiten von der Firma Raab in Kastl, die Zimmererarbeiten von der Firma Zweck in Schwandorf. Beraten hat sich Architekt Grünwald außerdem mit den Liapor-Experten der Firma Meier in Lauterhofen, die Liapor-Steine produziert.
Traditionsbewusster Neubau
Auf der Bachseite springt 1,35 Meter weit eine holzverschalte Altane vor, ein überdachter und geschlossener Balkon, der am alten Gebäude schon vorhanden war. Neu ist die Holzterrasse, die mit Hilfe einer Stahlunterkonstruktion bis an die Lauterach reicht. Völlig erneuert wurde im übrigen auch die nicht mehr tragfähige Ufermauer. 72 Quadratmeter Wohnfläche bietet der traditionsbewusste Neubau, vielseitig nutzbar vom bequemen Ferienhäuschen für zwei Personen bis hin zum Wohn- und Arbeitshaus für einen Selbstständigen. Die Regel ist ein handwerklich so aufwendiger Neubau für Architekt Grünwald zwar nicht, aber: "Ein bisschen Idealismus muss man haben."
Abbildungen:
Bild 1
Das kleine Fachwerkhäuschen im bayerischen Kastl entstand aus Liapor-Steinen.
Foto: Liapor / Abdruck bei Urheberangabe Liapor honorarfrei
Bild 2
Das Erdgeschoss des Fachwerkhauses wurde massiv aus Liapor-Steinen in einer Wandstärke von 36,5 Zentimetern neu errichtet.
Foto: Liapor
Bild 3
Das etwa zehn Meter lange und vier bis fünf Meter breite Haus entstand mit allen Vorsprüngen neu auf dem alten Umriss.
Foto: Liapor
Bild 4
Die Fachwerkzwischenräume wurden mit Liapor-Steinen
(11,5 Zentimeter) ausgefüllt und zur Hausinnenseite komplett
hintermauert.
Foto: Liapor