Homogene Verbindung für hochdämmendes Mauerwerk

Homogene Verbindung für hochdämmendes Mauerwerk
Auch auf den Mörtel kommt es an

Mauerwerk entsteht in der Regel durch die Verbindung von Mauersteinen mit Mörtel, wobei der erhärtete Mörtel dann die Hauswand für die Ewigkeit zusammenhalten soll. Unterschieden wird einerseits zwischen Normal- und Leichtmauermörteln mit unterschiedlichen Wärmeleit-fähigkeiten und andererseits zwischen Materialien, die für den Einsatz als Dickbett- oder Dünnbettmörtel geeignet sind.Generell gilt: Die günstigste Verbindung von Stein und Mörtel besteht immer in einem homogenen Wandaufbau. Ein solches Mauerwerk ist wärmetechnisch optimal und stellt den idealen Untergrund für Innen- und Außenputze dar. Dafür ist es notwendig, dass Mauersteine und Mörtel den gleichen Hauptbestandteil haben. Liapor-Steine und -Mörtel bestehen überwiegend aus leichten, luftporen-durchsetzten Liapor-Blähtonkugeln, die aus natürlichem Ton gewonnen werden. Mit dem Bindemittel Zement entsteht daraus haufwerksporiger Leichtbeton der Grundstoff für Liapor-Steine oder ein Mörtel mit dichtem Gefüge und dennoch niedriger Rohdichte. Diese rein mineralischen Baustoffe widerstehen selbst hartnäckigen Angreifern wie Frost, Feuer sowie Feuchtigkeit. Liapor-Wandbausteine sind an fünf Seiten geschlossen, zeichnen sich durch ein charakteristisches Schlitzbild aus und werden mit diesen offenen Schlitzen bzw. Kammern nach unten vermauert. Der abschließende Deckel der Steinoberfläche verhindert das Verfüllen dieser Öffnungen mit Mörtel. Dadurch wird Mörtel gespart und die wärmetechnischen Eigenschaften des Steines verschlechtern sich nicht.

Mörtel ist nicht gleich Mörtel

"Da Mauern über viele Jahrzehnte unverändert und stabil stehen müssen, gilt es genau abzuwägen, welcher Mörtel zum Einsatz kommen sollte," gibt Dr. Johannes Schrenk, Leiter der Liapor-Materialentwicklung, zu bedenken. Normalmörtel besteht aus den Bindemitteln Kalk und Zement. Als Zuschläge dienen in der Regel Natursand oder Kalksteinbrechsand. Daraus entsteht ein schwerer und fester Mörtel mit einer hohen Trockenrohdichte und schlechten Wärmedämmeigenschaften. Leichtmauermörtel enthält neben Kalk und Zement dagegen Leichtzuschläge, die für ganz spezielle Eigenschaften sorgen. Dieser Mörtel zeichnet sich durch eine niedrige Trockenrohdichte und gute Wärmedämmeigenschaften aus. Die deutsche Norm unterscheidet zwei Leichtmauermörtel-Typen: LM 36 und LM 21, die nach ihrer Wärmeleitfähigkeit von 0,36 bzw. 0,21 W/(m K) benannt sind.

Unterschiedliche Fugen

Sowohl Normal- als auch Leichtmauermörtel sind für Fugenstärken von circa zwölf Millimetern konzipiert man spricht daher von Dickbettmörteln. Während des Mauerns ermöglicht diese Fugenstärke nachträgliche Korrekturen, wärmetechnisch ist sie aber in aller Regel schlechter als eine Dünnbettfuge. Aus diesem Grund entwickelte Liapor einen Leichtmauermörtel LM Ultra, der eine Wärmeleitfähigkeit von 0,16 W/(m K) besitzt. Leichtmauermörtel können generell mit verschiedenen Zuschlagstoffen hergestellt werden: mit Liapor-Körnungen bis vier Millimetern, gebrochenem Liapor-Sand und verschiedenen Körnungen des Blähglases Liaver, die auch als fertige Mischung "Sand 21" bezogen werden können. Als weitere Möglichkeit zum Mauern sieht die DIN 1053 den Dünnbettmörtel für eine mittlere Fugenstärke von zwei Millimetern vor. Dünnbettmörtel erfordert eine sehr hohe Maßgenauigkeit des Steines, denn es besteht keine Möglichkeit zur Korrektur. Er wird deshalb für Plansteine oder geschliffene Steine eingesetzt. Auch in diesem Bereich führt der Einsatz von Leichtzuschlägen zu einer weiteren Verbesserung der Wärmedämmung.

Auch wichtig für den Putz

"Für ein modernes, hochdämmendes Außenmauerwerk empfiehlt sich in jedem Fall Leichtmauermörtel, denn nur er ermöglicht einen homogenen Wandaufbau. Außerdem sollten die physikalischen Kennwerte der Steine und des Mörtels möglichst nah beieinander liegen", erläutert Dr. Schrenk. Das Mauerwerk aus Steinen und Fugen bildet den Untergrund sowohl für den Innen- als auch den Außenputz. Damit der Putz auf diesem Untergrund gleichmäßig abbinden kann, sollten die Saugeigenschaften der Steine und der Fugen sehr nah beieinander liegen. Ist Liapor der Hauptbestandteil sowohl von Stein als auch von Mörtel, so trifft dies zu. Durch solch einen homogenen Untergrund wird dem Putz das Anmachwasser nicht zu schnell entzogen. Die Produkte können ungestört abbinden und ihre Festigkeit erreichen, was bei stark saugenden Untergründen nicht immer der Fall ist. Außerdem zeichnen sich die Fugen nicht ab und Risse im Putz bleiben eher die Ausnahme.
Ein weiterer Vorteil: Unterschiede in der Wärmedämmung zwischen Stein und Fuge werden weitgehend vermieden. Dies wird umso wichtiger, je wärmedämmender ein Mauerstein ist. Gegenüber Normalmörtel verbessert sich die Wärmedämmung der gesamten Wand um bis zu 30 Prozent, was eine dauerhafte Energieeinsparung gewährleistet. Der Einsatz von Leichtmauermörtel kann den U-Wert des wärmedämmenden Außenmauerwerks deutlich verbessern. So liegt der U-Wert eines Mauerwerks aus dem Liapor Super-K mit Normalmörtel bei 0,45 W/(m2K). Wird ein LM 36 mit Liapor verwendet, ist ein U-Wert von 0,40 W/(m2K) möglich, bei einem LM 21 sogar ein U-Wert von 0,35 W/(m2K).

Abbildungen

Bild 1
Dickbettmörtel erlaubt es, die Position des Mauersteins nachträglich zu korrigieren. Die Nachteile bei der Wärmedämmung kompensiert ein Leichtmauermörtel wie der LM Ultra.
Foto: Liapor / Abdruck bei Urheberangabe Liapor honorarfrei

Bild 2
Dünnbettmörtel wird für Plansteine oder geschliffene Steine eingesetzt und mit einem Mörtelschlitten verarbeitet.
Foto: Liapor

Bild 3
Egal, ob Dickbettmörtel für Fugenstärken bis 12 mm…
Foto: Liapor

Bild 4
…oder Dünnbettmörtel für mittlere Fugenstärken bis 2 mm bei modernem, hochwärmedämmendem Mauerwerk empfiehlt sich für einen homogenen Wandaufbau immer ein Leichtmauermörtel.
Foto: Liapor