Liapor-Bodenschüttung mittels Kneißl-Mischkopf aufgebracht
Babenhausener Stadtkirche erstrahlt in neuem Glanz
Seit 2001 wird die Evangelische Kirche St. Nikolai im hessischen Babenhausen umfassend restauriert. Die dreischiffige Stadtkirche steht unter Denkmalschutz und ist aufgrund ihrer historischen, kunstgeschichtlichen und wissenschaftlichen Bedeutung zudem Kulturdenkmal. Saniert wurden unter anderem Dachstuhl, Glockenstuhl und Fußboden. Für den wiederaufgebauten Boden kam eine zementgebundene Liapor-Schüttung zum Einsatz.Die früher dem Heiligen Nikolaus geweihte Babenhausener Stadtkirche wird 1262 erstmals in einem Papstbrief erwähnt. Von diesen ursprünglich romanischen Spuren ist aber heute nichts mehr erhalten. Ihr jetziges Aussehen verliehen ihr über die Jahrhunderte zahlreiche Veränderungen, Erweiterungen und Abrisse. Das Grundgebäude besteht aus einem rechteckigen Langhaus von 1472. Aus dem Jahr 1383 stammen der dreijochige Chor und der Turm an der Chornordseite mit dem achtseitigen, etwas eingezogenen Helm über vier Giebeln. 1772 wurde an den Turm eine Sakristei angebaut. Bei Ausmalung und Ausstattung finden sich herausragende kunsthistorische Zeugnisse vom ausgehenden 14. Jahrhundert bis zur Neuzeit. Die Kirche beherbergt außerdem den für die Region einzigartigen Babenhäuser Flügelaltar. Bereits seit 1930 wurden in mehreren Phasen im Innenraum entscheidende Restaurierungen vorgenommen.
Bei der jetzigen Sanierung mussten auch bauphysikalische Probleme gelöst werden. Aufsteigende Feuchtigkeit in den Außenwänden verursachte große Probleme. An den Mauerinnenseiten traten Salze aus und zerstörten bereits Teile der wertvollen Wandmalereien. Außerdem musste der gesamte Dachstuhl des Langhauses saniert werden. Der bestehende Glockenstuhl aus Stahl wurde aus statischen Gründen durch einen hölzernen ersetzt. Zudem bekam das Gotteshaus einen neuen Verputz sowie einen neuen Fassadenanstrich. Die Sanierungsarbeiten nutzte das Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden dazu, archäologische Untersuchungen durchzuführen. Der gesamte Bodenbelag der Kirche wurde ausgehoben, um neue Erkenntnisse über die darunter liegenden historischen Vorgängerbauten wie die romanische Kirche zu gewinnen. So musste letztlich auch der gesamte Kirchenboden erneuert werden.
Bauphysikalisch überzeugend
Für den neuen Kirchenfußboden lieferte die Firma Kneißls Mischtechnik aus Schnaittenbach/Holzhammer 70 m3 ihres zementgebundenen Liapor-Systems. Als Grundstoff der Schüttung dienen Blähtonkugeln. Fein gemahlener Lias-Ton wird durch Wasserzugabe zu Kugeln vorgranuliert. Anschließend verbrennen im Drehrohrofen die organischen Bestandteile des Tons, die Außenhaut schmilzt und die Tonkugeln blähen sich auf. Liapor besitzt überzeugende bautechnischn und baubiologische Eigenschaften, die es zum idealen Baustoff für Schüttungen machen. Das hochwärmedämmende Material ist leicht und dabei druckfest und formstabil. Seine in sich geschlossene Porenstruktur und die Klinkerhaut machen Liapor widerstandsfähig gegen mechanische und chemische Einwirkungen. Außerdem zeichnet es sich durch seine Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit und Frost aus.
Verantwortlich für das Konzept des neuen Kirchenbodens waren der Dieburger Architekt Claus Giel und der Sanierungsspezialist Maximilian Promny von der Bruno Marx GmbH aus Michelstadt, die auch den Einbau des Kirchenbodens vornahm. Der neue Kirchenfußboden setzt sich zusammen aus einer abgestampften Lage Sand zur Egalisierung des aufgegrabenen Bodens, einer Trennlage Vlies, einer 20 cm dicken Schicht zementgebundener Liapor-Schüttung und den auf 2 mm Fugen verlegten 60 mm starken Sandsteinbodenplatten auf einer Schicht von 15 bis 20 mm Split.
Wärmedämmende Liapor-Schüttung
Die Schüttung besteht aus Liapor-Kugeln mit einem Durchmesser zwischen 4 und 8 mm, die in einem Zementleim gebunden werden. Sie besitzt bei einer Schüttdichte von 500 kg/m3 eine Druckfestigkeit von zirka 1,5 N/mm. Außerdem wirkt die Schüttung trittschalldämmend und ist nach DIN 4102 der Brandschutzklasse A1 zuzuordnen. Vor allem dient die Liapor-Schüttung aber der Wärmedämmung nach unten. Gleichzeitig hat sie eine kapillarbrechende Wirkung, die aufsteigende Feuchtigkeit verhindert. Mittels des patentierten Kneißl-Mischkopfes X-1000 werden Zuschlagstoff und Zement erst kurz vor dem Austritt vermischt, auf den Boden aufgetragen und anschließend mit einem Stampfer leicht verdichtet. Diese schnelle und leichte Art des Einbaus spart Wasser und verhindert, dass der Zementleim während der Förderung antrocknet. So entsteht eine gleichmäßig vermischte, dichte und planebene Schicht. Nach dem Abbinden ist die Bodenplatte nach drei Tagen begehbar. Die zementgebundene Liapor-Schüttung bietet aufgrund ihrer guten bauphysikalischen Eigenschaften dauerhafte Lösungen bei Sanierungsproblemen wie, hier für den wiederaufgebauten Boden einer jahrhundertealten Kirche.
Abbildungen
Bild 1
Die Evangelische Kirche St. Nikolai im hessischen Babenhausen steht unter Denkmalschutz und wird seit 2001 umfassend restauriert.
Foto: Liapor
Bild 2
Der neue Kirchenfußboden besteht aus einer abgestampften Lage Sand, einer Trennlage Vlies, der 20 cm dicken zementgebundenen Liapor-Schüttung, einer Schicht Split und Sandsteinbodenplatten.
Foto: Liapor
Bild 3
Mittels des patentierten Kneißl-Mischkopfes X-1000 werden das Liapor und der Zement erst kurz vor dem Austritt vermischt, aufgetragen und dann mit einem Stampfer leicht verdichtet. Durch diese schnelle und leichte Art des Einbaus entsteht eine gleichmäßig vermischte, dichte und planebene Schicht.
Foto: Liapor