Leichte Schüttungen für alte Bausubstanz
Das Kloster Waldsassen ist ein denkmalgeschützter Barockbau, der an der Grenze zwischen Bayern und Böhmen liegt. Die Generalsanierung des zum Teil einsturzgefährdeten Komplexes war schon lange notwendig gewesen und begann 1993. Aus statischen Gründen durfte das über 300 Jahre alte Mauerwerk der Gewölbe nicht zusätzlich belastet werden. Daher entschied sich die Denkmalpflege Groneberg für Liapor- und Liaver-Schüttungen zum Wiederaufbau von Fußböden und Gewölben. Beide Baustoffe überzeugen unter anderem durch ihr äußerst geringes Gewicht.Die Vorbereitungen zur Generalsanierung begannen bereits 1989. In drei Bauabschnitten erfährt die Klosteranlage aus dem 17. Jahrhundert ihre grundlegende Renovierung. Als erstes stand die Sanierung der gesamten Dachfläche an. Im zweiten Bauabschnitt wurde der einsturzgefährdete Ostflügel des Klosters statisch gesichert und die veraltete Haustechnik sowie die Wohnräume der Zisterzienserinnen-Schwestern an den heutigen Standard angepasst. Zur zweiten Sanierungsphase gehörten die Grunderneuerung der Klosterkirche, aber auch Arbeiten an der angeschlossenen Mädchenrealschule. Diese erhielt weitere Klassenzimmer sowie eine neue Aula als Festsaal für Schule und Kloster. Bereits in dieser Phase kam eine Liapor-Schüttung in den Gewölbedecken zum Einsatz. Der dritte Bauabschnitt, der im Sommer 2005 zum Abschluss kommt, umfasst die Sanierung des Pfortentrakts der Abtei sowie des gesamten Südflügels, in dem sich die Realschule befindet. In diesem Teil des Klosters waren Gewölbedecken und Fußböden so baufällig, dass beide von Grund auf saniert werden mussten.
Vorteile: leicht und fest
Ein großes Problem bildete die geringe Belastbarkeit des Mauerwerks. Diese Ausgangslage stellte hohe Anforderungen an den Baustoff zum Wiederaufbau der Gewölbe und Böden. Notwendig waren ein äußerst geringes Gewicht bei einer gleichzeitig hohen Festigkeit. Hans Ulrich Groneberg, Inhaber eines Denkmalpflegebetriebs im thüringischen Harras, besitzt jahrelange Erfahrung in der Sanierung alter Bausubstanz. Im Fall des Klosters Waldsassen setzte Hans Ulrich Groneberg einerseits auf den bewährten Baustoff Liapor als lose und gebundene Schüttung. Andererseits entschied er sich für das innovative Blähglas Liaver in Form einer gebundenen Schüttung. "Beide Produkte zeichnen sich durch ein minimales Eigengewicht aus, sind sauber zu verarbeiten und außerdem umweltverträgliche Baustoffe", erläutert der Denkmalpflegeexperte seine Entscheidung.
Problemlos zu verarbeiten
Den Grundstoff für Liapor bildet gemahlener und vorgranulierter Lias-Ton. Das Granulat wird im Drehrohrofen gebrannt, wobei es sich aufbläht und die organischen Bestandteile verbrennen. Die Blähtonkugeln zeichnen sich durch ein extrem geringes Gewicht, ihre hohe Druckfestigkeit sowie Formstabilität aus. Aufgrund seiner Porenstruktur wirkt das Naturprodukt hochwärmedämmend. Als ungebundene Trockenschüttung füllt das rein mineralische Liapor im Kloster Waldsassen die Zwickel der Gewölbe. "Liapor ist äußert einfach zu verarbeiten. In loser Form verdichtet es sich sofort von selbst", erklärt Hans Ulrich Groneberg. "Dabei entsteht eine sehr belastbare, tragfähige Füllung in den Gewölben." Aus Silo-Lkws wurden die Liapor-Kugeln mit einer Korngröße von 4 bis 8 Millimetern mittels Schläuchen eingeblasen und über eine Distanz von bis zu 100 Metern verteilt. Oberhalb der Gewölbe kam Liapor teilweise als Leichtbetonzuschlag zum Einsatz und bildet so eine begehbare, leichte Bodenfläche. Um die Masse so gering wie möglich zu halten, verwendete Hans Ulrich Groneberg für einen Kubikmeter Schüttung nur 125 Kilogramm Zement. Sowohl lose als auch in gebundener Form sorgt Liapor im Kloster Waldsassen für eine extrem leichte Verfüllung der Gewölbezwickel. Auch der Fußbodenaufbau mit einem ebenfalls geringen Gewicht hält die Belastungen für die Bausubstanz niedrig. Gleichzeitig bewirkt Liapor eine erstklassige Wärmedämmung.
Noch leichter: Liaver
Liaver-Blähglasgranulat fertigt Liapor aus hochwertigem Recyclingglas nach einem patentierten Verfahren im thüringischen Ilmenau. Noch leichter als Liapor-Blähton erweist sich Liaver genauso als sehr druckfest sowie formstabil. Was Blähglas und Blähton ebenfalls vereint, sind die ausgezeichneten Wärmedämmeigenschaften, die auf der geringen Rohdichte der Kugeln basieren. "Wir arbeiten schon seit über zehn Jahren mit Liapor und auch mit Liaver habe ich ausschließlich sehr gute Erfahrungen gemacht", so Hans Ulrich Groneberg. "Neben der Qualität lassen sich unsere Kunden auch vom ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen." Das Dachgeschoss des Klosters Waldsassen erforderte nicht nur eine begehbare und plane Deckenkonstruktion, auch deren Gewicht musste noch weiter reduziert werden. Auf einer Liapor-Trockenschüttung liegt deshalb eine Platte, die aus Zement und Liaver mit Korngrößen von 2 bis 4 Millimetern entstand.
Für die Sanierung des Klosters Waldsassen wurden insgesamt rund 500 Kubikmeter Liapor und Liaver eingesetzt. Das geringe Gewicht bei hoher Druckfestigkeit und Belastbarkeit mit diesen Eigenschaften empfahlen sich die Schüttungen, ob gebunden oder lose, für die Restauration der Zisterzienserinnen-Abtei.
Abbildungen
Bild 1
Das Kloster Waldsassen, ein denkmalgeschützter Barockbau an der Grenze zwischen Bayern und Böhmen, wird grundlegend saniert. Als lose und gebundene Schüttung erfüllt der bewährte Baustoff Liapor die Forderung nach einem geringen Gewicht.
Foto: Liapor
Bild 2
Als ungebundene Trockenschüttung füllt deshalb das rein mineralische Liapor die Zwickel der Gewölbe. Ebenso druckfest sowie formstabil wie Liapor-Blähton, aber noch leichter, fand das Blähglas Liaver als gebundene Schüttung seine Anwendung.
Foto: Liapor