Betonieren auf nicht alltägliche Art

Betonieren auf nicht alltägliche Art
Flugtauglicher Leichtbeton

Bauen im Hochgebirge stellt besondere Anforderungen auch an das Baumaterial. Als leistungsfähiger Baustoff kann Liapor-Leichtbeton diese erfüllen. Sein geringes Gewicht hilft zudem, Kosten zu sparen.Im Grenzgebirge zwischen Bayern und Österreich liegt das Steinerne Meer. Inmitten dieses Karsthochplateaus der nördlichen Kalkalpen befindet sich auf 2.119 Meter Meereshöhe das Ingolstädter-Haus. Die Schutzhütte des Deutsche Alpenvereins (DAV), Sektion Ingolstadt, ist ein beliebter Ausgangs- und Zielpunkt für Tagestouren oder mehrtägige Wanderungen. Das 1929 eröffnete Ingolstädter-Haus wurde in den letzten Jahren mit modernster Technik für die Abwasserentsorgung sowie die Wasser- und Energieversorgung ausgestattet. Derzeit wird auf der Westseite der Schutzhütte ein Erweiterungsbau errichtet, um die Übernachtungsmöglichkeiten, die Gastraumkapazität sowie die Sanitäranlagen zu verbessern und behördliche Auflagen, unter anderem des Brandschutzes, zu erfüllen. Der Erweiterungsbau erfolgt in drei Bauabschnitten: 2006 wurde mit dem Keller und der Bodenplatte mit Fluchttreppenhaus begonnen sowie ein Wasserbehälter mit einem Fassungsvermögen von ca. 50 m3 betoniert. Dieser trägt zu einer optimalen und wirtschaftlichen Wasserversorgung der Schutzhütte bei, denn auf 2.119 Meter steht kein Quellwasser zur Verfügung, weshalb das Ingolstädter Haus auf die Speicherung von Schmelz- und Regenwasser angewiesen ist. 2007 folgen dann der Rohbau sowie der Einbau von Dach und Fenstern, bevor es 2008 an den Innenausbau geht. Die Baumeisterarbeiten führt die Firma Leoganger Bau aus, eine auch auf solchen Berghöhen erfahrene Baufirma.

Leichtbeton hilft Kosten sparen

Wurden Anfang des letzten Jahrhunderts noch bis zu 190 kg schwere Bauteile von nur einer Person auf der "Kraxn" hinaufgetragen, so bedarf es heute zeitgemäßer Transportmöglichkeiten. Sämtliches Material, einschließlich des Betons, wird per Hubschrauber zur Hochgebirgsbaustelle geflogen. Das Gewicht spielt bei den Kosten eine entscheidende Rolle, was die Entscheidung beeinflusste, Leichtbeton zu verwenden.
Den geforderten LC 25/28 / XC2/ XF1/ D1,4/ GK8/ F 45 mit einer Trockenrohdichte unter 1.400 kg/m3 stellte die Firma Ruperti-Beton her. Als Leichtzuschlag wird Liapor-Blähton der Korngrößen 4/8 und 1/4 verwendet. Hochwirksame Fließmittel, geringfügig Luft und Verzögerer sowie Kunststofffasern bilden weitere Komponenten für eine optimale Rezeptur. Extreme Umweltverhältnisse stellen höchste Ansprüche an die Betonrezeptur. Neben der Festigkeit müssen natürlich auch die Wasserundurchlässigkeit und Frostbeständigkeit gewährleistet sein. Die Firma Ruperti-Beton übernimmt auch den Transport bis zum Hubschrauberlandeplatz, wobei ein auf etwa 1.417 Meter befindlicher Stausee als Übergabestelle dient. Bei der einstündigen Anfahrt der Mischfahrzeuge und den gegebenen Straßenverhältnissen erweist sich das reduzierte Betongewicht des Liapor-Leichtbetons ebenso als hilfreich. Durchschnittlich sechs Minuten braucht anschließend der Hubschrauber, um einen vollen Betonkübel auf den Berg und den leeren wieder zurück zu befördern.
Eine Flugminute ist stark von der Leistungsfähigkeit des Hubschraubers abhängig und kostet zwischen 25 und 60 €. Die einfache Rechnung lautet: je schwerer, desto teurer. Der eingesetzte Hubschrauber kann etwa 800 Kilogramm Nutzlast aufnehmen. Für einen Kubikmeter Normalbeton mit 2.400 kg Frischbetongewicht sind so dreieinhalb Flüge zu sechs Minuten notwendig. So stehen den rund 85 € Materialkosten mindestens 525 € Transportkosten gegenüber. Ein Kubikmeter Liapor-Leichtbeton mit 1.500 kg braucht jedoch nur 2,5 Flüge. Bei Materialkosten von 185 € entstehen Transportkosten von nur 375 €, was einer Kostenersparnis von 50 € pro Kubikmeter entspricht. Allein für den Wasserbehälter sind das rund 4.000 €. Aus Liapor-Leichtbeton werden aber auch die Decken und Treppen gefertigt. Liapor-Leichtbeton stellt damit nicht nur seine Leistungsfähigkeit in großen Höhen unter Beweis, sondern ist auch ein wichtiger Faktor, um die Baukosten zu senken.

Abbildungen

Bild 1
Das Ingolstädter-Haus befindet sich auf 2.119 Meter inmitten des Steinernen Meeres, einem Karsthochplateau der nördlichen Kalkalpen.
Foto: Thomas Mayer

Bild 2
Da sämtliche Baumaterialien per Hubschrauber transportiert werden mussten, fiel die Entscheidung, Liapor-Leichtbeton einzusetzen: Das geringere Gewicht hatte niedrigere Kosten zur Folge.
Foto: Leoganger Bau


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