Fünf Finger für die Bildung
In München entsteht derzeit ein neues Berufsschulzentrum für rund 1.900 Schüler/-innen. In seiner Konzeption braucht das Berufsschulzentrum den Vergleich mit einem modernen Bürogebäude nicht zu scheuen: Die Räume sind vernetzt und flexibel nutzbar. Die Decken des Hauptgebäudes bestehen aus einem Liapor-Leichtbeton LC 50/55 und erfüllen die Forderung nach einem geringen Gewicht.
Mit dem Berufsschulzentrum an der Riesstraße stellt sich die Stadt München den medialen und technischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Das Zentrum fasst fünf bislang getrennte Ausbildungsstätten zusammen: die Berufsschulen für Steuer- und Immobilienwirtschaft, für kaufmännische Industrie- und Informatikberufe, für Bürokommunikation sowie für Medienberufe. Rund 1.900 Schüler/-innen können ab 2007 eine ausgezeichnete Ausstattung mit Internetzugang, vernetzten Computerterminals und einem eigenen Medienzentrum nutzen in einem Berufsschulzentrum, das auch konzeptionell neue Wege geht.Markante Akzente
Rund 119,6 Millionen Euro investiert das Schul- und Kultusreferat der bayerischen Landeshauptstadt München als Bauherr, die Projektleitung liegt beim Baureferat (Hochbau). Für die Entwurfs- und Ausführungsplanung zeichnet das Münchner Architekturbüro Bauer, Kurz, Stockburger verantwortlich. Die Planer setzten das kammartig aufgefächerte Hauptgebäude weit von der Riesstraße zurück. Dieses ist von einem terrassierten Grüngelände umgeben, das sich nicht unbedingt auf den ersten Blick als Schulhof offenbart. Während im Norden der abgesenkte Sporthallenbau mit seinen Photovoltaikanlagen markante Akzente setzt, fällt im Süden das Veranstaltungsgebäude durch sein ungewöhnliches Äußeres aus Stahl und Glas auf: Ellipsenförmig und energetisch betont es die besondere Funktion. Untergebracht sind hier die Mensa sowie eine große Pausenhalle, die gleichzeitig als Aula dient.
Damit verglichen wirken die viergeschossigen Schultrakte nach außen nüchtern, de facto entsprechen sie dem heutigen Stand des Bürobaus. Die fünf Gebäudefinger, die fünf Trakte des außergewöhnlich Gebäudes, strecken sich nach Osten. Die Kammstruktur erlaubt eine zentrale Erschließung und die fünf Trakte bieten jeweils Platz für Unterrichts- sowie Gruppenräume, Lehrerzimmer und Präsentationsräume. Der südliche Trakt beherbergt zudem die dezentrale Servicestation, das Medienzentrum sowie die Hausmeisterwohnung. Die integrierten Fachunterrichtsräume helfen, Theorie und Praxis eng zu verzahnen. Die projektbezogene Arbeit in Gruppen sowie die Auseinandersetzung mit der Praxis des beruflichen Alltags stehen im Vordergrund. Für ein ungestörtes Arbeiten nahe der viel befahrenen Landshuter Allee dient ein gläserner Lärmschutzwall. Der durchsichtige Schild verstellt so nicht den Blick ins Grün des Olympiadorfs und Zentralen Hochschul-Sportanlagen.
Leichtbetondecken aus Liapor
An das Gebäude bestand die Forderung nach einer flexiblen Nutzung. Wie bei modernen Bürogebäuden üblich verbergen sich Technik und Kabel in einem doppelten Boden. Während die Installationskerne und Stützen aus Stahlbeton bestehen, sind die meisten Innenwände in Leichtbauweise erstellt. Sie können damit leicht an neue Raumbedürfnisse, Unterrichts- und inneren Organisationsformen angepasst werden. Die Decken bestehen aus Liapor-Leichtbeton und erfüllen mit ihrem geringen Gewicht die Vorgaben des Statikers. Die Tragwerksplanung realisierte das Münchner Ingenieurbüro Mayr und Ludescher.
Für den Leichtbeton wurde ein LC 50/55 gewählt. Die Rezeptur besteht aus Liapor 8, 4-8 mm, Liaporsand K 0/2, Zement und Betonzusatzstoffen. Luftgefüllte Liapor-Blähtonporen verleihen dem Leichtbeton eine geringe Trockenrohdichte von rund 1.600 kg/m3 und geben ihm so sein geringeres Eigengewicht. Die leichten Liapor-Blähtonkugeln, die sich durch eine nahezu geschlossene Oberfläche auszeichnen, sorgen dafür, dass ein Leichtbeton weitaus leistungsfähiger als Normalbeton sein kann. Denn gegenüber Normalbeton bestehen nicht nur Gewichtsvorteile. Liapor-Leichtbeton verfügt auch über bessere bauphysikalische Eigenschaften: eine höhere Wärmedämmung und eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Wasser und Frost. In der Regel erfüllt Leichtbeton damit die Anforderungen an Tragfähigkeit, Sicherheit, Wärme- und Feuchteschutz sowie Brand- und Schallschutz, um so moderne Bauvorhaben leicht zu realisieren.
Fertigstellung September 2007
Bereits seit Januar 2004 wird an dem Berufsschulzentrum gebaut. Die Grundsteinlegung erfolgte am 14. Oktober 2004, im Dezember 2005 waren die Betonierarbeiten abgeschlossen. Beim Berufsschulzentrum an der Riesstraße waren pro Finger vier Decken notwendig, macht bei fünf Fingern 20 Decken. Da eine Decke zirka 75 Kubikmeter Leichtbeton benötigte, wurden auf dieser Baustelle rund 1.500 Kubikmeter verbaut. Den Liapor-Leichtbeton lieferte die Münchner Frischbeton GmbH (mfb). Nach dem Mischen im Werk und der Anlieferung auf die Baustelle wurde der Leichtbeton mit Kübeln eingebaut.
Die Fertigstellung des Gebäudekomplexes ist für September 2007 geplant. Dann kann das Berufsschulzentrum seiner Bestimmung zugeführt werden als moderne Ausbildungsstätte, die zudem verkehrsgünstig gelegen und optimal an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden ist.
Abbildungen
Bild 1
In München entsteht an der Riesstraße ein neues Berufsschulzentrum.
Foto: Liapor
Bild 2
Die fünf Gebäudefinger, die fünf Trakte des außergewöhnlichen Gebäudes, strecken sich nach Osten.
Foto: Liapor
Bild 3
Die Decken bestehen aus Liapor-Leichtbeton und erfüllen mit ihrem geringen Gewicht die Vorgaben des Statikers.
Foto: Liapor



