Symposium "Arbeitsplatz Fahrersitz"
Millionen von Arbeitnehmern üben tagtäglich ihre berufliche Tätigkeit auf dem Fahrersitz eines LKW, eines Gabelstaplers oder eines anderen Flurförder-zeuges, eines Traktors oder einer Baumaschine aus und setzen sich hierbei nicht unbeträchtlichen gesundheitlichen Gefährdungen aus.
Beim Fahren mit mobilen Maschinen können auftretende Schwingungen ab einer bestimmten Intensität und bei jahrelanger Einwirkung die Wirbelsäule schädigen. Aber auch schon bei geringer Intensität können im Laufe der Zeit Rückenschmerzen auftreten. In allen Fällen kann ein richtig eingestellter, anatomisch geformter und vibrationsgeminderter Sitz helfen, diese Beschwerden zu vermeiden oder zumindest zu lindern. Voraussetzung ist allerdings, dass der Sitz passend zu dem mobilen Arbeitsgerät ausgewählt wurde (siehe auch BIA-Info 10/98).
Der Fahrersitz, als Hauptschnittstelle zwischen Mensch und Kabine des mobilen Arbeitsgerätes beeinflusst, als solcher, die Arbeitsbedingungen maßgeblich. Durch die ergonomische Gestaltung dieses Arbeitsplatzes kann ein großer Beitrag zur Verhältnisprävention geleistet werden. Dabei muß allerdings unterschieden werden, um welche Arbeitsmaschine es sich handelt. Die Arbeitsaufgabe eines Staplerfahrers beispielsweise unterscheidet sich erheblich von der eines LKW- oder Baumaschinenfahrers.
Im Rahmen des Symposiums Arbeitsplatz Fahrersitz werden anhand anschaulicher Beispiele die wesentlichen Elemente der Sitzergonomie allgemein und fahrzeugspezifisch erläutert.
Darüberhinaus werden die Inhalte und Konsequenzen der EU-Richtlinie 2002/44/EG Vibrationen vorgestellt. Diese Richtlinie, die im Sommer 2005 in nationales Recht umgesetzt sein muss, dient dem Schutz von Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer vor der Gefährdung durch physikalische Einwirkungen (Vibrationen). Ziel der Bestimmungen sind präventive Maßnahmen gegen Muskel- und Skeletterkrankungen sowie Durchblutungsstörungen. Darin werden tägliche Auslöse- und Expositionsgrenzwerte festgelegt. Die Auslösewerte haben präventiven Charakter, die Expositionsgrenzwerte kennzeichnen die Vibrationsbelastung oberhalb derer bei langjähriger Einwirkung mit einer deutlichen Gesundheitsgefährdung gerechnet werden muss. Die Umsetzung dieser Vorschrift wird in vielen Fällen deutliche organisatorische Maßnahmen sowie entsprechende technische Arbeitsschutzmaßnahmen zur Folge haben. Das Symposium "Arbeitsplatz Fahrersitz" bietet also auch die Möglichkeit sich über dieses brandaktuelle Thema zu informieren.
Die Grammer AG, als Marktführer bei Entwicklung und Fertigung von Fahrer- und Passagiersitzen (für Offroad Fahrzeuge, LKW, Bus und Bahn) arbeitet für eine optimale Umsetzung medizinischer Anforderungen an Fahrersitzsystemen mit medizinischen Wirbel-säulenspezialisten, Ergonomen und Biomechanikern zusammen.
In Kooperation mit dem arbeitsmedizinisch-orthopädischen Arbeitskreis (Leitung: Herr Prof. Dr. med. J. Grifka - Direktor der orthopädischen Klinik der Universität Regensburg und Herrn Dr. med. R. Dürrschmidt - Gewerbeärztlicher Dienst der Regierung der Oberpfalz) wird das Thema "Arbeitsplatz Fahrersitz", auf dem am 23. Juli 2005 stattfindenden Symposium, sowohl aus orthopädischer, gewerbeärztlicher, ergonomischer und biome-chanischer Sicht näher erläutert, daneben werden Grundlagen der aktuellen Vorschriftenlage (neue EU-Richtlinie) auf diesem Gebiet vermittelt und praktische Lösungswege zur Arbeitsplatz-optimierung aufgezeigt.
Die Teilnahme am Symposium vermittelt den aktuellsten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema "Arbeitsplatz Fahrersitz" für jeden betriebsmedizinisch tätigen Arzt, um auftretende arbeitsphysiologische und ergonomische Frage-stellungen kompetent beantworten zu können und unterstützt die Betriebsärzte so in der Erfüllung der Aufgabenstellung gemäß § 3 Arbeitssicherheitsgesetz.
NB: Weiterbildungspunkte bei der Bayerischen Landesärzte-kammer werden beantragt