Experten aus Politik, Wissenschaft und Praxis diskutierten Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie
Berlin, 19. Januar 2005. Zwei Tage diskutierten Experten und Politiker aus ganz Europa über Energieeffizienzstrategien im Gebäudebereich. Auf dem Europäischen Fachkongress Energie einsparen im Gebäudebestand mehr Wert entwickeln, der am 17. und 18. Januar 2005 anlässlich der BAU 2005 zum internationalen Erfahrungsaustausch einlud, herrschte grundsätzlich Einigkeit: Energieeffizientes Bauen und Sanieren sind strategische Eckpfeiler für eine nachhaltige Baupolitik und für den Klimaschutz. Zentrales Kongress-Thema war die für Januar 2006 anstehende Novellierung der Energieeinsparverordnung (EnEV), und damit die nationale Umsetzung der EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (2003/91/EG). Ab Anfang 2006 muss bei Verkauf oder Vermietung von Wohnungen ein Energiepass ausgestellt werden. Dies soll im Rahmen der EnEV-Novelle gesetzlich geregelt werden.
Energieeffizienz wird damit zum wichtigen Qualitätsmerkmal eines Gebäudes, der Energiepass ein wichtiges Marktinstrument, um die energetische Sanierung im Gebäudebestand nachhaltig zu forcieren: Eigentümer und Vermieter, die in die energetische Qualität eines Gebäudes investieren, können anschließend mit der Energieeffizienz ihrer Gebäude werben und sich erfolgreich im Wettbewerb positionieren.
Um Marktakzeptanz und praktische Anwendbarkeit zu testen, führte die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) von November 2003 bis Dezember 2004 einen Feldversuch durch, der derzeit ausgewertet wird. Im Feldversuch wurden mehr als 4.000 Energiepässe ausgestellt. Das ursprüngliche Ziel von 3.300 Pässen wurde damit weit übertroffen. Erste Ergebnisse zeigen eine hohe Marktakzeptanz des Passes. Detailergebnisse werden in Kürze vorgestellt.
Insgesamt waren 34 Teilnehmergruppen mit über 3.500 Gebäuden aus ganz Deutschland am Feldversuch beteiligt darunter Wohnungsunternehmen, Kommunen, Verbraucherzentralen, Energieversorgungsunternehmen und regionale Kooperationen.