Grenzenlos sicher

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Grenzenlos sicher

Für die Bahn gelten in den europäischen Ländern unterschiedliche Crash- und Brandschutz-Standards: Die GRAMMER AG erfüllt diese Kriterien in ihren Projekten

Amberg, 19. September 2006 - Die Bahn gehört gemeinsam mit dem Reisebus zu den sichersten Verkehrsmitteln überhaupt. Während aber bis vor wenigen Jahren das Hauptaugenmerk auf die Verbesserung der aktiven Sicherheit gelegt wurde, also die strikte Vermeidung von Unglücken, beschäftigen sich die Bahnbetreiber nun auch verstärkt mit der passiven Sicherheit der Passagiere für den Fall der Fälle, der auch mit modernster Technik und trotz aller Sicherheitsvorkehrungen bekanntermaßen nicht gänzlich auszuschließen ist. Die entsprechenden Normen vor allem beim Crash- und Brandschutz sind allerdings heute noch länderspezifisch extrem unterschiedlich. Die Maßstäbe, die beispielsweise das deutsche Eisenbahnbundesamt als Zulassungsbehörde anlegt, sind hoch. Dennoch bedeutet eine Zulassung in Deutschland noch lange nicht automatisch, dass der Zug auch in anderen europäischen Ländern fahren darf. Für einen Global Player wie die GRAMMER AG ist dies die Herausforderung, den Anforderungen in Sachen Crash- und Brandschutz in allen Ländern - vor allem also denjenigen mit den strengsten Sicherheitsstandards - gerecht zu werden.

Brandschutz: "Papierkissentest" und "Crip 7"
Früher hatte jedes Land seine eigenen Sicherheitsvorschriften. Dann versuchte der internationale Eisenbahnverband UIC mit seinen über 160 Mitgliedern, einen einheitlichen Standard aufzubauen, dieses Vorhaben hatte bei so vielen verschiedenen Interessen aber nicht den durchschlagenden Erfolg. Seit 2004 bemüht sich nun die europäische Kommission, eine einheitliche europäische Richtlinie zum Thema Brandschutz herauszubringen (EN 45545). Aber auch das gestaltet sich schwierig: Die großen Länder wie Frankreich, Großbritannien und Deutschland möchten am liebsten jeweils ihre eigenen bereits vorhandenen Standards durchsetzen.

Ein international tätiger Hersteller wie die GRAMMER AG muss deshalb mit seinen Sitzen alle internationalen Normen erfüllen. Die Einhaltung wird stets von einem akkreditierten Institut im jeweiligen Land überprüft. Getestet werden Einzelmaterialien wie beispielsweise Schäume, am Sitz verwendete Kunststoffe und Stoffe. Darüber hinaus müssen diese Materialien im Verbund sowie der gesamte Sitz diesen Brandtest bestehen. In diesen diversen Tests werden verschiedene Situationen nachgestellt.

In Deutschland ist dies beispielsweise der „Papierkissentest“: hierbei wird die Sitzfläche geschlitzt, ein Papierkissen auf den Schaum gelegt und dann angezündet. Damit wird eine brennende Zeitung auf einem Bahnsitz simuliert. Einen ähnlichen Test gibt es in England unter dem Namen „Crip 7“. Hier werden statt des Papierkissens eine kleine Holzkrippe auf den Sitz gelegt und mit entflammbarer Flüssigkeit in Brand gesetzt. Die neue EN-Norm 45545 soll nun eine Vereinheitlichung der Tests bringen, indem beispielsweise ein Brenner mit gleich bleibender Flamme verwendet wird.

Ein Schaum für alle Fälle
Bei den Tests wird vor allem die Brenndauer des kompletten Sitzes überprüft - diese darf bestimmte zeitliche Grenzen nicht überschreiten - sowie die Höhe der Flammen. Der Zerstörungsgrad der Materialien (Stoff und Schaum) ist ebenfalls definiert. Untersucht werden auch die Rauchdichte und die Toxizität. Die GRAMMER AG ist in der Lage, in der firmeneigenen Schäumerei brandgeschützte Schaumteile zu produzieren. Darüber hinaus arbeitet GRAMMER sehr eng mit seinem Lieferantennetzwerk zusammen, um spezielle Schäume beispielsweise für die außergewöhnlich strengen Maßstäbe in Großbritannien zu produzieren. Auch die Stoffauswahl spielt eine wichtige Rolle. Hier stimmt sich GRAMMER intensiv mit seinen Stofflieferanten ab, um einen brandgeschützten Verbund zwischen Stoff- und Schaumteilen zu gewährleisten. Dabei kommt feuerfester Lack für die Stahl-, Holz- und Kunststoffteile und optional feuerhemmendes Gewebe - so genannte Feuerblocker - zum Einsatz.

Very british: ein Crashtest der besonderen Art
Auch beim Crashtest gibt es keine weltweite Norm, den strengsten Standard hat sich allerdings Großbritannien über seinen Veband ATOC (Association of train operating companies) gegeben. Dieser Standard will den Passagier auch bei einem Crash schützen. Diese Norm legt wichtige Einzelheiten bei der Sitzentwicklung fest wie z.B. die Abmessungen.

Die britische Richtlinie will zwei wesentliche Ziele erreichen:
1) Die Einhaltung der biomechanischen Werte wie beispielsweise die Beschleunigung des Kopfes und die Einhaltung der Vorgaben für Kräfte, die bei einem Crash auf den Körper einwirken - also auf die Knie, die Unterschenkel und den Brustkorb.
2) Die dynamische und statische Festigkeit des Sitzes: Hier wird mit definierten Kräften beispielsweise auf den Tisch und die Armlehne eingewirkt. Wesentlich ist, dass dabei nichts bricht, nichts in die Luft geschleudert wird, dass der Sitz weder kollabiert noch aus der Verankerung gerissen wird.

Großbritannien ist das einzige europäische Land, das bisher einen dynamischen Crashtest für Sitze in Bahnen fordert. Dynamisch bedeutet, dass die Sitze in ihrer Originalanordnung auf einen Schlitten montiert und somit der frontale sowie der rückwärtige Crashfall simuliert werden. In den britischen Tests werden Crashtest-Dummies der neuesten Generation eingesetzt. Sie verfügen über eine Instru-mentierung, die Belastungen und Krafteinwirkungen auf einzelne Körperteile sowie Art und Ausmaß von Verletzungen erfasst.

Die Sitze von GRAMMER haben diesen Crashtest der besonderen Art mit Bravour bestanden. Das Unternehmen liefert deshalb seit vielen Jahren den E3000 für den Regionalverkehr nach England. Dadurch baute GRAMMER seine Kompetenz in diesem Bereich auf. Der Konzern hat sogar eine eigene Abteilung, die dynamische Crashtests für Bahnsitze am Rechner (CAD) simulieren kann. GRAMMER nutzt diese Ergebnisse zur Optimierung der Bauteile des Sitzes.

Safety first
Für die Konstrukteure von GRAMMER ist die Konzeptionierung eines Passagiersitzes also immer eine Gratwanderung zwischen Sicherheit, Design und Komfort, dabei gilt aber stets "safety first": Die Rückenschale des Sitzes muss sehr viel Energie absorbieren können, in der Höhe der Knie müssen „Knautschzonen“ eingerichtet werden und im Bereich des Kopfaufpralls müssen optimale Materialien zur Anwendung kommen. Deshalb werden bei GRAMMER beispielsweise hochwertige Dual-Phasen-Stähle in Verbindung mit durchgängigen Rückenschalen verwendet. Der Tisch ist dementsprechend konstruiert, so dass eine tödliche Verletzung der Hals- und Bauchregion praktisch ausgeschlossen ist.


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