Prämiertes Design für Brummi-Lenker

Prämiertes Design für Brummi-Lenker

Die Konzeptstudie Mo.T.I.S. für Lkw-Fahrerkabinen erhält den begehrten "iF product design award 2007"

Amberg, 27. März 2007 - Als einer der ältesten Designwettbewerbe weltweit kann der iF product design award in Hannover auf eine lange Tradition zurückblicken: Seit mittlerweile 54 Jahren werden in der niedersächsischen Landeshauptstadt vorbildliche Produkte ausge-zeichnet. Das iF International Forum Design gibt inzwischen jeweils zur Computermesse CeBIT bekannt, wer das begehrte Prädikat erhält. Für den diesjährigen Preis gingen knapp 2.300 Beiträge aus 35 Ländern ein. Die Trophäe wurde am 15. März 2007 in zwölf Kategorien verliehen, in der Sparte "Transportation" erhielt die Konzeptstudie Mo.T.I.S., ein modular aufgebautes Kabineninterieur für Trucks, die renommierte Auszeichnung. Alle prämierten Produkte werden während der "iF exhibition 2007" auf dem Messegelände in Hannover präsentiert. Bis August erwarten die Veranstalter auf dieser Leistungsschau bis zu 300.000 Besucher. Kleiner Raum - große Herausforderung
Das Design eines Pkw ist bekanntermaßen für die Kaufentscheidung von allergrößter Bedeutung. Aber auch Lkw achten inzwischen auf ihre "Linie", nicht mehr nur ein maximaler Nutzraum und hohe Wirtschaftlichkeit sind entscheidend. Mittlerweile werden auch in Europa bei den Nutzfahrzeugen genau wie bei den Pkw eine eigenständige "Persönlichkeit" und vor allem die Interieurgestaltung zunehmend wichtiger. Allerdings sind dem Design beim Laster enge Grenzen gesetzt. Es geht bei der Gestaltung der Lkw-Karosseriebauteile im Schwerpunkt um die Kabine, und die ist und bleibt kubisch, muss der Besatzung viel Raum und einen optimalen Arbeitsplatz bieten. Überdies müssen internationale Bauvorschriften beachtet werden. Anders als in Amerika dürfen in Europa Fernlastzüge - von einigen Ausnahmen abgesehen - eine Länge von 18 Metern bisher generell nicht überschreiten. Diese Beschränkung zwingt beim Design der Kabine zum Cab-over-engine-System. Die Fahrgastzelle befindet sich aus Platzgründen über dem Motor, kein Zentimeter an Laderaum darf verschenkt werden

Human drivestyle
Die Konzeptstudie Mo.T.I.S, die von einem Konsortium unter Führung des Sitzherstellers Grammer AG entwickelt wurde, ist deshalb einzigartig in ihrer flexiblen Raumnutzung und der individuellen Gestaltung. Das Interieur der Kabinen enthält deutliche Design- und Komfortverbesserungen gegenüber anderen Kabinen - mehr "human drivestyle" eben. Das Fahrerhaus ist variabel nutzbar: Während der Fahrt kompakt und übersichtlich, während der Pausen geräumig und anpassungsfähig - und zwar für den Ein- und Zweimannfahrbetrieb. Denn in herkömmlichen Fahrerkabinen ist Erholung nur eingeschränkt möglich, da der Beifahrersitz in der Regel dem Fahrersitz entspricht und somit keine Ruheposition bietet. Anders bei Mo.T.I.S.: Der Beifahrersitz ist drehbar und mit einer abgestimmten Polsterung für Sitz- und Liegeposition plus Fußablage mit vielfältigen Einstellmöglichkeiten versehen. Das macht die Pausenzeiten für Fahrer und Beifahrer erholsam, weil sie nach ihren individuellen Bedürfnissen gestaltet werden können. In der 2-Personen-Besatzung gibt es zwei vollwertige Betten mit einfachem Hubmechanismus, in denen das Bettzeug verbleiben kann. Durch modernste Technologie mit Schwingungs- und Geräuschdämpfung ist erholsamer Schlaf also auch während der Fahrt möglich. Für Unterhaltung sorgt ein multifunktionales Entertainmentsystem. Völlig neuartig im Sanitärbereich sind Dusche, Toilette und Waschbecken. Die Küche ist komfortabel mit einem Koch-Ceranfeld, einem Backofen bzw. einer Mikrowelle und einer Kühl- und Gefrierkombination bestückt.

Modern und pfiffig
Das völlig neuartige Raumkonzept und die Projektierung wurde vom hymer idc Innovations- und Design-Center in Pforzheim durchgeführt. Geschäftsführer von hymer idc ist Professor Johann Tomforde, der bereits das Projekt "Mercedes City Car" leitete und damit als Vater des "smart" gilt. Vom optischen Auftritt her hat Mo.T.I.S. größten Wert darauf gelegt, ein modernes, pfiffiges Outfit zu kreieren. Einen großen Sprung nach vorne im Vergleich zu anderen Kabinen hat das Konzept auch gemacht, wenn es um das Thema Qualität im Fahrerhaus geht. Denn die verwendeten Materialien der Verkleidungen und Stoffe wirken deutlich hochwertiger als bisherige Konzepte. Der Innenraum sieht aber nicht nur gut aus, er ist auch praktisch eingerichtet. Das zeigt sich an den zahlreichen Ablagemöglichkeiten, aber auch an vielen Details. Professor Tomforde: "Wir haben die Herausforderung der Nutzfahrzeug-Industrie angenommen und mit völlig neuartigen modularen Elementen, abgeleitet aus dem Caravaning-Bereich, die nötige Variabilität geschaffen für unterschiedliche Nutzungssituationen – zu Gunsten ausgeruhter und gesunder Fernfahrer."


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